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Zinsentwicklung prägt Finanzmarktjahr


17.01.24 09:25
LOYS

Oldenburg (www.anleihencheck.de) - In den letzten zwölf Monaten zeigten sich die weltweiten Finanzmärkte von ihrer spannendsten Seite, so die Experten von LOYS.

Es sei ein ereignisreiches Jahr gewesen und habe insgesamt unter dem vorherrschenden Einfluss der Zinsentwicklungen gestanden.

Am Zinsmarkt habe es enorme Bewegungen gegeben, nachdem das Jahr 2022 angesichts eines Inflationsschocks einen veritablen Crash am Anleihemarkt ausgelöst habe. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2023 sei es zu mehreren Leitzinserhöhungen und deutlichen Renditeanstiegen am Bondmarkt gekommen. Nachdem aber klar geworden sei, dass die Inflation ihren Höhepunkt überschritten habe und die Leitzinsen nicht weiter angehoben werden müssten, sei Zinssenkungsfantasie für das Jahr 2024 erblüht. Davon hätten sich die Aktienmärkte gehörig inspirieren lassen und es sei dort in den letzten zwei Monaten des Jahres zu einer fulminanten Kursrally gekommen. Daher ende das Jahr 2023 so, wie es begonnen habe: Mit deutlichen Kursanstiegen.

Die Seitwärtsentwicklung von Februar bis Oktober sei vergessen, wenngleich es z. B. im Frühjahr eine schwerwiegende Regionalbankenkrise in den USA gegeben habe. Bekanntlich sei auch die Schweizer Großbank Credit Suisse insolvent geworden und habe unter staatlicher Steuerung von der UBS aufgefangen werden müssen. Großkapitalisierte Technologieaktien aus den USA hätten - befeuert von Fantasien auf Künstliche Intelligenzsysteme - mit weitem Abstand den Börsentross angeführt und einen ausgesprochenen Prädikatsjahrgang verzeichnet. Gut habe es auch im Baustoffsektor ausgesehen. Sogar der Einzel- und Großhandel habe einen starken Jahrgang gehabt. Magerer sei es indessen im Gesundheitssektor zugegangen, wo Pfizer und Bayer zu den großen Verlierern gezählt hätten. Ferner hätten chinesische Wertpapiere zu den Verlierern des Jahres gehört.

Auch der Währungsmarkt habe unter dem Einfluss der Zinsveränderungen gestanden. Die unterschiedlichen Zinssätze in den verschiedenen Weltregionen hätten starke Auswirkungen auf die Wechselkurse gehabt. Auffällig sei z. B. die zwischenzeitlich extrem schwache Entwicklung des Japanischen Yen gegenüber Dollar und Euro gewesen. Weil aber an den Finanzmärkten mit einem Vorangehen der Amerikaner bei etwaigen Leitzinssenkungen gerechnet werde, hätten sich Yen und Euro zum Jahresende gegenüber der Weltleitwährung befestigen können.

Kein Jubel sei während des gesamten Jahres 2023 am Immobilienmarkt aufgekommen. Im Gegenteil, die zinsinduzierte Hausse der vergangenen Jahrzehnte sei durch die raschen Leitzinsanstiege zu einem jähen Ende gekommen, vor allem bei Gewerbeimmobilien. Spektakuläre Insolvenzen wie z. B. Evergrande in China und die Immobiliengruppe des René Benko in Europa würden die Malaise symbolisieren. Immerhin könnten fallende Kreditzinsen in 2024 für Erleichterung auf den Immobilienmärkten sorgen. Nach wie vor gelte: Der Mangel an Wohnraum bestehe in Amerika und Europa unverändert fort, auch aufgrund der anhaltend starken Migrationsbewegungen.

Schwierig sei das Jahr 2023 für die Rohstoffmärkte verlaufen. Mit Ausnahme von Uran sei es bei Energierohstoffen wie Erdöl, Erdgas und Kohle mitunter stramm abwärts gegangen. Auch auf dem Strommarkt habe sich Entspannung bei den Preisen gezeigt. Insofern könnte Deutschland einmal mehr glücklich durch den Winter kommen, nachdem bereits der letzte Winter recht milde Temperaturen mit sich gebracht und dadurch die selbstverschuldete strukturelle Energiemangellage entlastet habe.

Ob aber die geschilderten Marktentwicklungen dem deutschen Energieverbraucher zu Gute kommen würden, sei keineswegs gewiss, denn seit Anfang Januar werde die ohnehin hohe Besteuerung von Energie in Deutschland weiter angehoben. Ein schwaches Jahr hätten auch die Preise für Getreide erlebt. Weizen, Mais und Sojabohnen hätten z. T. empfindliche Preisrückgänge hinnehmen müssen. Ausgewogener sei es indessen bei Metallen zugegangen. Während Gold habe zulegen können, sei es bei Nickel und Zink zu Abschlägen gekommen.

Die LOYS Fonds hätten das wechselhafte Jahr 2023 allesamt in positivem Terrain abschließen können. LOYS Global und LOYS Global MH hätten sogar zweistellig zuzulegen vermocht. Letztgenannter Fonds habe eine Nettowertentwicklung von fast 14% aufgewiesen und werde zukünftig unter neuem Namen 'LOYS Philosophie Bruns' firmieren. Damit werde das Namensprofil des Fonds gestärkt, dessen Fondsmanager nicht nur Erstinvestor, sondern gleichzeitig auch der größte Einzelinvestor des Fonds sei.

Das neue Jahr dürfte nicht zuletzt von der bevorstehenden amerikanischen Präsidentschaftswahl geprägt werden. Zudem müssten die Zentralbanken Leitzinssenkungen liefern, damit die bereits eingepreisten Erwartungen an den Aktien- und Bondmärkten nicht enttäuscht würden. Von zentraler Bedeutung werde aber die Frage sein, ob Europa einen Weg aus der Rezession finde und eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums in China gelinge. (Ausgabe vom 16.01.2024) (17.01.2024/alc/a/a)