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Zinsentscheide im Fokus: Drei sind (eine) zu viel


27.10.25 14:57
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Zinsentscheidungen des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank (Mittwoch), der EZB und der Bank of Japan (jeweils am Donnerstag) stehen an, so die Analysten von Postbank Research.

Eine Senkung des Fed-Funds-Zielbereichs werde weithin erwartet, während die EZB die europäischen Zinsen wohl unverändert lassen werde. In Japan könnten die Erwartungen an eine baldige Zinserhöhung der Bank of Japan aufgrund der politischen Veränderungen abnehmen. Die US-Aktien-Futures seien gestiegen, nachdem sich die USA und China auf einen Rahmen für ein Handelsabkommen geeinigt hätten, wodurch möglicherweise eine 157%-ige Zollerhöhung auf chinesische Waren habe abgewendet werden können und die Anleger eine Zinssenkung von der Fed erwarten würden.

Die Märkte könnten zu dem Schluss kommen, dass drei Zinsentscheidungen zu viel seien: Sie gäben ihnen eine Menge zu verarbeiten, insbesondere wenn den Zinsentscheidungen in den einzelnen Regionen recht unterschiedliche Gründe zugrunde lägen. Kreditbedenken und geopolitische Spannungen könnten die Stimmung ebenfalls trüben, insbesondere angesichts der Bedenken hinsichtlich der Aktienbewertungen. Die makroökonomischen Daten dürften Aufschluss über die große Frage geben, wie gut die Volkswirtschaften die jüngsten politischen Veränderungen verkraften würden.

Was die Inflation betreffe, so würden die Tokio-Verbraucherpreisinflation und die harmonisierte Kern-Verbraucherpreisinflation der Eurozone am Freitag veröffentlicht, also nach den Sitzungen der BoJ und der EZB. Die deutsche Verbraucherpreisinflation werde bereits am Donnerstag bekannt gegeben, ebenso wie die BIP-Daten der Eurozone für das dritte Quartal. Japan veröffentliche am Freitag eine Reihe von Daten zur Industrieproduktion und zu den Einzelhandelsumsätzen, während China die NBS-Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende und das nicht-verarbeitende Gewerbe bekannt gebe. Aufgrund des Stillstands der US-Regierung erschienen die meisten Daten des öffentlichen Sektors in den USA weiterhin nicht, was die Unsicherheit am Markt erhöhe. (27.10.2025/alc/a/a)