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Zinsen rauf oder runter? Die Signale sind unterschiedlich
22.10.20 11:30
Degroof Petercam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Bei der Beurteilung der weiteren Zinsentwicklung, also der Frage, ob die Zinsen tendenziell steigen werden oder weiter an der unteren Nullgrenze verankert bleiben, gibt es einen Gegensatz zwischen dem, was konjunkturelle Marktindikatoren signalisieren und den Ankündigungen bzw. dem implizierten Willen der Zentralbanken in Bezug auf ihr weiteres geldpolitisches Vorgehen, so Peter De Coensel, Chef-Anleihenstratege bei DPAM.
Peter De Coensel verweise in diesem Zusammenhang darauf, dass globale Wirtschaftsindikatoren andeuten würden, dass man sich auf höhere Renditen einstellen sollte, vor allem wenn es darum gehe, das Potenzial nach Abklingen der Pandemie abzuschätzen. Demgegenüber lege die Politik der Zentralbanken nahe, dass ihre Kaufprogramme in den nächsten Jahren die Norm sein würden, um fiskalpolitische Maßnahmen zu unterstützen. Die geldpolitischen Leitzinsen würden somit an der effektiven Zinsuntergrenze bleiben, mit dem Potenzial, sich in den nächsten drei bis fünf Jahren sogar noch weiter nach unten zu verschieben.
Parallel festige sich der Trend zu niedrigeren Realzinsen. Hierbei handle es sich um das nominale Zinsniveau unter Berücksichtigung der Preisentwicklung. Peter De Coensel weise darauf hin, dass sich höhere Inflationserwartungen in niedrigeren realen Renditen niederschlagen würden, solange die Zentralbanken in ihren Programmen zum Kauf von Vermögenswerten eine hohe Flexibilität in Bezug auf die Anlageklassen zeigen würden.
In den USA würden einige Indikatoren bereits auf möglicherweise höhere Preisniveaus hindeuten. So habe die US-Kerninflationsrate den zweiten Monat in Folge bei 1,7% gelegen. Der deflationäre Schock, der sich im 2. Quartal 2020 ereignet habe, habe die Gesamtinflation auf fast 0,00% gedrückt. Die Kerninflationsrate sei jedoch nie unter 1,00% gefallen. Peter De Coensel sei zuversichtlich, dass es der FED gelingen werde, ein Inflationsniveau von mehr als 2% zu erreichen. Die Investorenbasis in den USA kämpfe nicht gegen die Tendenz zu niedrigeren Realzinsen. Interessant sei auch die Tatsache, dass sich der S&P Goldman Sachs Commodity Index erneut stark gezeigt habe. Jede breit angelegte Rückkehr der Nachfrage im Laufe des Jahres 2021 werde den Inflationsdruck erhöhen. Dies werde bereits sichtbar bei bestimmten Rohstoffprodukten. Weizen sei in der vergangenen Woche ein typisches Beispiel dafür gewesen. Sein Preis sei auf ein neues Fünfjahreshoch geschnellt. (Ausgabe vom 19.10.2020) (22.10.2020/alc/a/a)
Peter De Coensel verweise in diesem Zusammenhang darauf, dass globale Wirtschaftsindikatoren andeuten würden, dass man sich auf höhere Renditen einstellen sollte, vor allem wenn es darum gehe, das Potenzial nach Abklingen der Pandemie abzuschätzen. Demgegenüber lege die Politik der Zentralbanken nahe, dass ihre Kaufprogramme in den nächsten Jahren die Norm sein würden, um fiskalpolitische Maßnahmen zu unterstützen. Die geldpolitischen Leitzinsen würden somit an der effektiven Zinsuntergrenze bleiben, mit dem Potenzial, sich in den nächsten drei bis fünf Jahren sogar noch weiter nach unten zu verschieben.
Parallel festige sich der Trend zu niedrigeren Realzinsen. Hierbei handle es sich um das nominale Zinsniveau unter Berücksichtigung der Preisentwicklung. Peter De Coensel weise darauf hin, dass sich höhere Inflationserwartungen in niedrigeren realen Renditen niederschlagen würden, solange die Zentralbanken in ihren Programmen zum Kauf von Vermögenswerten eine hohe Flexibilität in Bezug auf die Anlageklassen zeigen würden.
In den USA würden einige Indikatoren bereits auf möglicherweise höhere Preisniveaus hindeuten. So habe die US-Kerninflationsrate den zweiten Monat in Folge bei 1,7% gelegen. Der deflationäre Schock, der sich im 2. Quartal 2020 ereignet habe, habe die Gesamtinflation auf fast 0,00% gedrückt. Die Kerninflationsrate sei jedoch nie unter 1,00% gefallen. Peter De Coensel sei zuversichtlich, dass es der FED gelingen werde, ein Inflationsniveau von mehr als 2% zu erreichen. Die Investorenbasis in den USA kämpfe nicht gegen die Tendenz zu niedrigeren Realzinsen. Interessant sei auch die Tatsache, dass sich der S&P Goldman Sachs Commodity Index erneut stark gezeigt habe. Jede breit angelegte Rückkehr der Nachfrage im Laufe des Jahres 2021 werde den Inflationsdruck erhöhen. Dies werde bereits sichtbar bei bestimmten Rohstoffprodukten. Weizen sei in der vergangenen Woche ein typisches Beispiel dafür gewesen. Sein Preis sei auf ein neues Fünfjahreshoch geschnellt. (Ausgabe vom 19.10.2020) (22.10.2020/alc/a/a)


