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Zentralbanken: Ein schwieriger Balanceakt
08.01.19 11:03
Jupiter AM
London (www.anleihencheck.de) - Für das Jahr 2019 stellt sich die Frage, ob die Zentralbanken - allen voran die US-Notenbank FED - in der Lage sind, Zinserhöhungen und Liquiditätsentzug durchzusetzen, ohne weitere signifikante Schwächen an den Aktien- und Rentenmärkten zu verursachen, so John Chatfeild-Roberts, Executive Director und Head of Strategy, Independent Funds bei Jupiter Asset Management.
Die Entwicklungen im Jahr 2018 würden vermuten lassen, dass dies ein schwieriger Balanceakt werden könnte.
In Asien und Lateinamerika haben wir im vergangenen Jahr Schwächephasen erlebt, so die Experten von Jupiter Asset Management. Als Folge des steigenden Dollar und der steigenden Zinsen seien Länder und Unternehmen mit zu hoher US-Dollar-Verschuldung mit erhöhten Fremdkapitalkosten konfrontiert. Das habe zu schwindendem Vertrauen bei Anlegern geführt und so die Aktienmärkte ins Wanken gebracht. Einige Schwellenländermärkte seien so weit gefallen, dass sie kaum noch weiter fallen könnten. Das schafft wiederum attraktive Einstiegspunkte für Investoren wie uns, die sich weitgehend aus diesen Märkten zurückgezogen haben, so die Experten von Jupiter Asset Management. Obwohl die Experten nach wie vor nicht davon überzeugt seien, dass das Tal durchschritten sei, würden sie 2019 voraussichtlich einen genaueren Blick auf die Schwellenländermärkte werfen.
Geopolitik sei in der Regel nur von kontextuellem Interesse für Investoren, spiele gelegentlich aber eine bedeutsamere Rolle. Dies sei zum Beispiel derzeit der Fall: In einer Zeit, wo US-Präsident Trumps Wirtschafts- und Außenpolitik eng miteinander verknüpft seien. Das zeige sich insbesondere im Versuch seiner Regierung, den Handel als Waffe zu nutzen, um die Beziehung mit China wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Die chinesische Wirtschaft verlangsame sich seit 2017 und werde sich 2019 voraussichtlich weiter abschwächen. Wie würden die chinesischen Behörden angesichts der Zölle reagieren, um sowohl die Auswirkungen dieser zusätzlichen Reibungskosten auf den Welthandel abzuschwächen als auch die Inlandsnachfrage zu stimulieren? Die Chinesische Zentralbank habe ihre Währung bereits um 10 Prozent abgewertet und einige begrenzte Anreize im heimischen Markt gesetzt. Angesichts des Schuldenbergs stünden die chinesischen Behörden jedoch vor der Herausforderung ein Gleichgewicht zu finden: Sie müssten einerseits die Ausgaben kontrollieren. Andererseits müssten sie verstehen, dass sich auch in einer Autokratie eine schwächelnde Wirtschaft politisch auswirke.
Mit einem beträchtlichen jährlichen Handelsbilanzüberschuss von 300 Milliarden Dollar gegenüber den USA habe China in diesem wirtschaftlichen Kampf mehr zu verlieren als die USA. Dennoch seien auch die USA nicht immun gegen Rückschläge. Obwohl die US-Wirtschaft in diesem Jahr mit einer Wachstumsbeschleunigung auf 3 Prozent dynamisch gewesen sei, würden Ökonomen zunehmend davon ausgehen, dass das Wachstum 2019 nachlassen werde. Inzwischen verliere auch Europa an Dynamik. Diese drei Blöcke - die USA, China und die Eurozone - würden zusammen 55 Prozent des globalen BIP ausmachen. Zwar würden alle noch weiter wachsen, aber die Wachstumsrate könnte sich verlangsamen.
Was das Vereinigte Königreich betreffe, so werde der Brexit seinen gequälten Weg zu einem ungewissen Ende fortsetzen. Politisch und wirtschaftlich ist der Brexit wichtig, aber er bleibt nur ein Faktor unter vielen, den wir bei der Entscheidung über die Zusammensetzung unserer Portfolios berücksichtigen müssen, so die Experten von Jupiter Asset Management. (08.01.2019/alc/a/a)
Die Entwicklungen im Jahr 2018 würden vermuten lassen, dass dies ein schwieriger Balanceakt werden könnte.
In Asien und Lateinamerika haben wir im vergangenen Jahr Schwächephasen erlebt, so die Experten von Jupiter Asset Management. Als Folge des steigenden Dollar und der steigenden Zinsen seien Länder und Unternehmen mit zu hoher US-Dollar-Verschuldung mit erhöhten Fremdkapitalkosten konfrontiert. Das habe zu schwindendem Vertrauen bei Anlegern geführt und so die Aktienmärkte ins Wanken gebracht. Einige Schwellenländermärkte seien so weit gefallen, dass sie kaum noch weiter fallen könnten. Das schafft wiederum attraktive Einstiegspunkte für Investoren wie uns, die sich weitgehend aus diesen Märkten zurückgezogen haben, so die Experten von Jupiter Asset Management. Obwohl die Experten nach wie vor nicht davon überzeugt seien, dass das Tal durchschritten sei, würden sie 2019 voraussichtlich einen genaueren Blick auf die Schwellenländermärkte werfen.
Die chinesische Wirtschaft verlangsame sich seit 2017 und werde sich 2019 voraussichtlich weiter abschwächen. Wie würden die chinesischen Behörden angesichts der Zölle reagieren, um sowohl die Auswirkungen dieser zusätzlichen Reibungskosten auf den Welthandel abzuschwächen als auch die Inlandsnachfrage zu stimulieren? Die Chinesische Zentralbank habe ihre Währung bereits um 10 Prozent abgewertet und einige begrenzte Anreize im heimischen Markt gesetzt. Angesichts des Schuldenbergs stünden die chinesischen Behörden jedoch vor der Herausforderung ein Gleichgewicht zu finden: Sie müssten einerseits die Ausgaben kontrollieren. Andererseits müssten sie verstehen, dass sich auch in einer Autokratie eine schwächelnde Wirtschaft politisch auswirke.
Mit einem beträchtlichen jährlichen Handelsbilanzüberschuss von 300 Milliarden Dollar gegenüber den USA habe China in diesem wirtschaftlichen Kampf mehr zu verlieren als die USA. Dennoch seien auch die USA nicht immun gegen Rückschläge. Obwohl die US-Wirtschaft in diesem Jahr mit einer Wachstumsbeschleunigung auf 3 Prozent dynamisch gewesen sei, würden Ökonomen zunehmend davon ausgehen, dass das Wachstum 2019 nachlassen werde. Inzwischen verliere auch Europa an Dynamik. Diese drei Blöcke - die USA, China und die Eurozone - würden zusammen 55 Prozent des globalen BIP ausmachen. Zwar würden alle noch weiter wachsen, aber die Wachstumsrate könnte sich verlangsamen.
Was das Vereinigte Königreich betreffe, so werde der Brexit seinen gequälten Weg zu einem ungewissen Ende fortsetzen. Politisch und wirtschaftlich ist der Brexit wichtig, aber er bleibt nur ein Faktor unter vielen, den wir bei der Entscheidung über die Zusammensetzung unserer Portfolios berücksichtigen müssen, so die Experten von Jupiter Asset Management. (08.01.2019/alc/a/a)


