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Zentralbanken möchten die Anleger beruhigen
05.08.19 10:40
Edmond de Rothschild Asset Management
Paris (www.anleihencheck.de) - Der US-Notenbank FED und der Europäischen Zentralbank (EZB) ist es gelungen, die Zinsen zu senken und dadurch die Kurse risikobehafteter Wertpapiere in die Höhe zu treiben, so die Experten von Edmond de Rothschild Asset Management.
"Zwar sind die Anleger angesichts hoher politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit weiterhin skeptisch", sage Benjamin Melman, Global Chief Investment Officer bei Edmond de Rothschild Asset Management. Doch für den Anlageexperten der französischen Fondsgesellschaft sei klar: "Zumindest vorerst haben die Maßnahmen der Zentralbanken dazu beigetragen, die Märkte von dem gemischten Fundamentalbild abzulenken."
Dennoch bleibe der Experte zurückhaltend. Grund dafür seien insbesondere zwei Risikofaktoren:
1. Die Marktteilnehmer würden bereits deutliche Zinssenkungen von den Zentralbanken erwarten, bezüglich der FED würden sie von einer Reduzierung um knapp 100 Basispunkte ausgehen. Gleichzeitig habe jedoch selbst ein glühender Verfechter einer lockereren Geldpolitik wie James Bullard, Mitglied des Offenmarktausschusses der FED, lediglich eine moderate und präventive Kürzung vorgeschlagen.
2. Politische Risiken und protektionistische Strömungen dürften mindestens bis zu den nächsten US-Präsidentschaftswahlen im November 2020 andauern. Die Folge: Unternehmen würden eine abwartende Haltung einnehmen und das Investitionsvolumen gehe zurück. Hinzu komme, dass das Risiko eines harten Brexits steige. Und in Italien seien Neuwahlen nach dem Sommer nicht auszuschließen. Dies beinhalte die Gefahr, dass eine Koalition stark rechtsgerichteter Kräfte (die Lega unter der Leitung von Matteo Salvini und Fratelli d'Italia unter der Leitung von Giorgia Meloni) an die Macht komme und von den Wählern mit einem Auftrag zum Ausstieg aus dem Euro ausgestattet werde.
"Wir werden uns auch die Ergebnisse des zweiten Quartals ansehen, um die Margenentwicklung der Unternehmen zu analysieren", sage Melman. Die entscheidende Frage dabei sei, ob der Markt an der Schwelle zu einem Abwärtstrend stehe. "Falls ja, würde dies zusammen mit der Umkehrung der US-Zinskurve bedeuten, dass sich das Ende des Zyklus nähert", analysiere der Experte.
Nach Überzeugung von Melman seien die Zentralbanken allerdings fest dazu entschlossen, ihre Aktivitäten zur Beruhigung der Anleger auch weiterhin fortzusetzen. "Daher sehen wir keinen Grund, unsere Anlageallokation jetzt grundsätzlich zu ändern - abgesehen von geringfügigen Anpassungen." So seien in den Fondsportfolien von Edmond de Rothschild Asset Management beispielsweise das Engagement in japanische Aktien heruntergefahren und stattdessen thematische Investment-Opportunitäten wie Big Data aufgestockt worden. Denn die Ertragserwartungen japanischer Unternehmen hätten sich reduziert. Und noch wichtiger: Laut Melman scheine die Bank of Japan nicht in der Lage oder sogar nicht willens zu sein, der FED und der EZB auf dem Weg einer lockereren Geldpolitik zu folgen. (05.08.2019/alc/a/a)
"Zwar sind die Anleger angesichts hoher politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit weiterhin skeptisch", sage Benjamin Melman, Global Chief Investment Officer bei Edmond de Rothschild Asset Management. Doch für den Anlageexperten der französischen Fondsgesellschaft sei klar: "Zumindest vorerst haben die Maßnahmen der Zentralbanken dazu beigetragen, die Märkte von dem gemischten Fundamentalbild abzulenken."
Dennoch bleibe der Experte zurückhaltend. Grund dafür seien insbesondere zwei Risikofaktoren:
2. Politische Risiken und protektionistische Strömungen dürften mindestens bis zu den nächsten US-Präsidentschaftswahlen im November 2020 andauern. Die Folge: Unternehmen würden eine abwartende Haltung einnehmen und das Investitionsvolumen gehe zurück. Hinzu komme, dass das Risiko eines harten Brexits steige. Und in Italien seien Neuwahlen nach dem Sommer nicht auszuschließen. Dies beinhalte die Gefahr, dass eine Koalition stark rechtsgerichteter Kräfte (die Lega unter der Leitung von Matteo Salvini und Fratelli d'Italia unter der Leitung von Giorgia Meloni) an die Macht komme und von den Wählern mit einem Auftrag zum Ausstieg aus dem Euro ausgestattet werde.
"Wir werden uns auch die Ergebnisse des zweiten Quartals ansehen, um die Margenentwicklung der Unternehmen zu analysieren", sage Melman. Die entscheidende Frage dabei sei, ob der Markt an der Schwelle zu einem Abwärtstrend stehe. "Falls ja, würde dies zusammen mit der Umkehrung der US-Zinskurve bedeuten, dass sich das Ende des Zyklus nähert", analysiere der Experte.
Nach Überzeugung von Melman seien die Zentralbanken allerdings fest dazu entschlossen, ihre Aktivitäten zur Beruhigung der Anleger auch weiterhin fortzusetzen. "Daher sehen wir keinen Grund, unsere Anlageallokation jetzt grundsätzlich zu ändern - abgesehen von geringfügigen Anpassungen." So seien in den Fondsportfolien von Edmond de Rothschild Asset Management beispielsweise das Engagement in japanische Aktien heruntergefahren und stattdessen thematische Investment-Opportunitäten wie Big Data aufgestockt worden. Denn die Ertragserwartungen japanischer Unternehmen hätten sich reduziert. Und noch wichtiger: Laut Melman scheine die Bank of Japan nicht in der Lage oder sogar nicht willens zu sein, der FED und der EZB auf dem Weg einer lockereren Geldpolitik zu folgen. (05.08.2019/alc/a/a)


