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Die Woche steht im Zeichen der Zentralbanken


23.08.21 12:53
Berenberg

Hamburg (www.anleihencheck.de) - An den globalen Märkten wurde es in den letzten Tagen etwas holpriger, so Dr. Bernd Meyer, Chefstratege Wealth and Asset Management bei Berenberg, in der aktuellen Ausgabe von "Berenberg Märkte-Monitor".

Wachstumssorgen und Konjunkturenttäuschungen aufgrund der schnellen Ausbreitung der Delta-Variante, falkenhaftere Töne der US-Zentralbank (Tapering-Diskussion) und regulatorische Verschärfungen in China hätten auf der Anlegerstimmung gelastet. Zudem habe letzte Woche der monatliche Optionsverfall belastet. Historisch hohe Aktienfondszuflüsse, zunehmende Aktienrückkäufe, Unternehmensübernahmen und eine starke Q2-Berichtssaison stützen jedoch weiterhin und die Anleger scheinen weiter gewillt Rücksetzer zu kaufen, so Dr. Bernd Meyer.

Beim S&P 500 habe es seit Oktober 2020 keinen Rücksetzer von mehr als 5% gegeben. Ähnlich sehe es bei europäischen Aktien aus, die seit Jahresanfang mit ihren US-Pendants hätten mithalten können. Wir erwarten, dass sie sich weiter gut behaupten können, so Dr. Bernd Meyer weiter. Die Sektorstruktur europäischer Indices habe sich strukturell verbessert, der Bewertungsabschlag gegenüber den USA liege auf einem historischen Höchststand und die Gewinnrevisionen seien zuletzt vor allem in Europa positiv gewesen.

Diese Woche stehe im Zeichen der Zentralbanken. Am 26. August finde das EZB Monetary Policy Accounts Meeting statt und am 26. bis 28. August das FED Economic Forum in Jackson Hole. Der Markt werde genau beobachten, wie sich FED-Chef Powell zu einem möglichen Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm äußern werde.

Heute sollten die vorläufigen Einkaufsmanagerindices (Aug.) für mehrere Länder der Eurozone und die USA einen Einblick in das Wachstum der Wirtschaft geben. Dann werde sich zeigen, ob die Wachstumssorgen des Marktes berechtig seien. Ähnliches gelte für die Veröffentlichung des deutschen ifo-Geschäftsklimaindex (Aug.) und der US-Auftragseingänge für langlebige Güter (Jul.) am Mittwoch. Am Donnerstag folge der französische Geschäftsklimaindex (Aug.). In der Folgewoche würden die Inflationsdaten (Aug.), Einzelhandelsumsätze (Aug.) und Arbeitsmarktdaten (Aug.) für Deutschland sowie der ISM-Einkaufsmanagerindex (Aug.), Arbeitsmarktdaten (Aug.) und das Verbrauchervertrauen (Aug.) für die USA veröffentlicht. (23.08.2021/alc/a/a)