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Wette gegen die Bank of Japan: Risikoaversion wird JPY stärken
07.05.13 14:14
Bank Sarasin & Cie AG
Zürich (www.anleihencheck.de) - Die japanische Zentralbank (BoJ) hat die Finanzmärkte mit einer aggressiven Lockerung ihrer Geldpolitik überrascht, so Ursina Kubli, Ökonomin bei der Bank Sarasin & Cie AG.
Damit erfülle die BoJ die Forderungen des Regierungschefs Shinzo Abe nach einer expansiven Geldpolitik vollumfänglich. Die Hoffnung auf eine Reflationierung habe in Japan sich selbstverstärkende Kräfte ausgelöst. Der JPY habe sich kräftig abgewertet und die Inflationserwartungen seien gestiegen, während sich die Konjunkturaussichten aufgehellt hätten. Müsse die alte Börsenregel "don’t fight the Fed" neuerdings auf die BoJ übertragen werden?
Trotz diesen hoffnungsvollen Anzeichen bezweifle die Bank Sarasin - im Gegensatz zum Marktkonsens -, dass der USD/JPY-Wechselkurs seinen Anstieg in den kommenden Monaten fortsetzen werde. Quantitative Geldpolitik schwäche zwar normalerweise eine Währung, da sie zu niedrigeren Zinsen führt und damit die Attraktivität der Anleihen eines Währungsgebietes reduziere. Trotzdem sollte man den zukünftigen Währungseinfluss der BoJ nicht überschätzen. Erstens habe sich der USD/JPY-Wechselkurs gerade in den Jahren 2001 bis 2003 kaum bewegt, obwohl die Bank of Japan in diesen Jahren ihre Geldmengenbasis ebenfalls kräftig ausgeweitet habe und die relative Geldpolitik eine Abwertung des JPY habe erwarten lassen. Zweitens dürften die bisherigen Ankündigungen der BoJ bereits in den Erwartungen der Finanzmarktteilnehmer berücksichtigt sein.
Welchen Währungseinfluss die japanische Geldpolitik ausüben werde, sei davon abhängig, ob Japan der Weg aus der Deflation gelinge. Solange die Preise in Japan sinken, werde auch die Kaufkraftparität für den USD/JPY-Wechselkurs weiter abnehmen und der JPY könne sich nicht nachhaltig abschwächen. Noch habe Japan den Weg aus der Deflation nicht geschafft. Neben einer expansiven Geld- und Fiskalpolitik müssten dazu auch strukturelle Reformen vorangetrieben werden. Einige Reformanstrengungen habe Japan in Angriff genommen wie zum Beispiel Steuerreformen. Gerade in den Bereichen Arbeitsmarkt und Immigration sei jedoch noch nichts unternommen worden. Da der Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung in Japan rapide sinke und damit deflationären Druck ausübe, seien Arbeitsmarktreformen jedoch unabdingbar.
So lange Japan in einem deflationären Umfeld verharre, bleibe der JPY vom Auf und Ab an den Finanzmärkten bestimmt. Schließlich weise die japanische Valuta eine hohe negative Korrelation mit der Kursentwicklung an den Aktienmärkten auf. Steige die Risikoaversion an den Finanzmärkten wieder an, dürfte die Nachfrage nach sicheren Häfen - wie auch dem JPY - erneut steigen. Die Bank Sarasin erwarte, dass sich die Stimmung an den Finanzmärkten in den kommenden Monaten eintrüben werde, da die globalen Konjunkturindikatoren ihren Höhepunkt überschreiten würden. In diesem Umfeld dürfte der USD/JPY-Wechselkurs wieder sinken. (07.05.2013/alc/a/a)
Damit erfülle die BoJ die Forderungen des Regierungschefs Shinzo Abe nach einer expansiven Geldpolitik vollumfänglich. Die Hoffnung auf eine Reflationierung habe in Japan sich selbstverstärkende Kräfte ausgelöst. Der JPY habe sich kräftig abgewertet und die Inflationserwartungen seien gestiegen, während sich die Konjunkturaussichten aufgehellt hätten. Müsse die alte Börsenregel "don’t fight the Fed" neuerdings auf die BoJ übertragen werden?
Welchen Währungseinfluss die japanische Geldpolitik ausüben werde, sei davon abhängig, ob Japan der Weg aus der Deflation gelinge. Solange die Preise in Japan sinken, werde auch die Kaufkraftparität für den USD/JPY-Wechselkurs weiter abnehmen und der JPY könne sich nicht nachhaltig abschwächen. Noch habe Japan den Weg aus der Deflation nicht geschafft. Neben einer expansiven Geld- und Fiskalpolitik müssten dazu auch strukturelle Reformen vorangetrieben werden. Einige Reformanstrengungen habe Japan in Angriff genommen wie zum Beispiel Steuerreformen. Gerade in den Bereichen Arbeitsmarkt und Immigration sei jedoch noch nichts unternommen worden. Da der Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung in Japan rapide sinke und damit deflationären Druck ausübe, seien Arbeitsmarktreformen jedoch unabdingbar.
So lange Japan in einem deflationären Umfeld verharre, bleibe der JPY vom Auf und Ab an den Finanzmärkten bestimmt. Schließlich weise die japanische Valuta eine hohe negative Korrelation mit der Kursentwicklung an den Aktienmärkten auf. Steige die Risikoaversion an den Finanzmärkten wieder an, dürfte die Nachfrage nach sicheren Häfen - wie auch dem JPY - erneut steigen. Die Bank Sarasin erwarte, dass sich die Stimmung an den Finanzmärkten in den kommenden Monaten eintrüben werde, da die globalen Konjunkturindikatoren ihren Höhepunkt überschreiten würden. In diesem Umfeld dürfte der USD/JPY-Wechselkurs wieder sinken. (07.05.2013/alc/a/a)


