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Werden die starken BIP-Daten die BoJ zu weiteren Zinserhöhungen veranlassen?


15.08.24 15:00
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der japanische Nikkei 225 Index (JP225) ist heute um 1,00% gestiegen, und der Gesamtanstieg vom Tief der letzten Woche hat bereits 20% erreicht, so die Experten von XTB.

Andererseits liege der Index immer noch fast 16% unter den Höchstständen vom 11. Juli 2024.

Die unglaubliche Volatilität am japanischen Markt sei das Ergebnis der jüngsten Zinserhöhung der Bank of Japan und der Panik der Anleger im Zusammenhang mit der starken Aufwertung des JPY und dem "Carry Trade". Heute, im ersten Teil des Tages, habe man eine Reihe neuer Daten für Japan erhalten, die recht positiv seien:

01:50 Uhr dt.Zeit , Japan - BIP-Daten:

- BIP (Q2): tatsächlich 3,1% y/y; Prognose 2,1% y/y; vorher -2,3% y/y;
- BIP (q/q) (Q2): tatsächlich 0,8%; Prognose 0,6%; zuvor -0,6%;
- Beitrag des privaten Konsums zum BIP (q/q) (Q2): tatsächlich 1,0%; Prognose 0,5%; vorher -0,6%;
- BIP-Deflator (Q2): tatsächlich 3,0% y/y; Prognose 2,6% y/y; vorher 3,4% y/y;

06:30 Uhr dt.Zeit, Japan - Industrieproduktion für Juni:

- Industrieproduktion: tatsächlich -4,2% m/m; Prognose -3,6% m/m; vorher 3,6% m/m.

Japans Wirtschaft sei im zweiten Quartal viel schneller als erwartet gewachsen (3,1% jährlich) und habe sich nach einem Einbruch zu Beginn des Jahres aufgrund des starken Konsumwachstums erholt. Die Daten seien positiv, mit Anzeichen für eine Erholung des privaten Verbrauchs, unterstützt durch einen Anstieg der Reallöhne.

Die neuen Daten aus der japanischen Wirtschaft scheinen die Erwartungen der BoJ zu bestätigen, so die Experten von XTB. Daher sei es möglich, dass die Bank of Japan noch in diesem Jahr eine weitere Zinserhöhung beschließen werde. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung auf den Sitzungen im September und Oktober sei jedoch deutlich gesunken, nachdem Premierminister Kishida angekündigt habe, dass er sich nicht zur Wiederwahl stellen und im nächsten Monat zurücktreten werde.

Der Hauptgrund für diese Entscheidung sei die Unzufriedenheit der Öffentlichkeit mit den steigenden Lebenshaltungskosten. Aus diesem Grund sei es unwahrscheinlich, dass sich die Zentralbank in diesem Zeitraum für eine weitere Zinserhöhung entscheiden werde. Sie werde eher dazu neigen, abzuwarten, bis sich die Lage im Land stabilisiere und die makroökonomischen Daten die Auswirkungen der jüngsten Zinserhöhungen vollständig widerspiegeln würden.

Der japanische Nikkei 225-Index (JP225) steige heute um 1,00% und setze damit die dynamische Erholung dieser Woche fort. Die jüngste Panik der Anleger habe den Index auf rund 30.000 Punkte gedrückt, den niedrigsten Stand seit Mitte 2023. Dieser Bereich habe bereits im Oktober und November 2023 als wichtige Unterstützung gedient. Diesmal seien die Rückgänge ebenfalls dort gestoppt worden. Der dynamische Rebound über 36.000 Punkte und gute Makrodaten würden die Bullen kurzfristig sogar auf Gewinne um 38.000 Punkte hoffen lassen. Ansonsten sollte die 34.000-Punkte-Marke als nächstgelegene Unterstützungszone im Auge behalten werden. (15.08.2024/alc/a/a)