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Welche Anleihesegmente 2024 Potenzial bieten können
13.12.23 12:23
RBC BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Der Anleihemarkt war 2023 geprägt von Schwankungen, so die Experten von RBC BlueBay Asset Management.
Diese seien auf der einen Seite eine Herausforderung gewesen, hätten auf der anderen Seite aber auch interessante Möglichkeiten für aktive Anleger geboten. Womit müssten Investoren im kommenden Jahr an den Märkten für festverzinsliche Wertpapiere rechnen? Chef-Anlagestratege Mark Dowding, Schwellenländer-Expertin Polina Kurdyavko und Hochzinsanleihen-Experte Justin Jewell von BlueBay, RBC BlueBay Asset Management würden sich zu ihren Erwartungen für 2024 äußern.
Wir gehen davon aus, dass die Renditen im nächsten Jahr eher sinken als steigen werden, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay, RBC BlueBay Asset Management. Die Zinssätze dürften in vielen Industrieländern zurückgehen. Es sehe also so aus, als ob die Baisse jetzt zu Ende gehe, nachdem die Renditen mehrere Jahre lang gestiegen seien. Man müsse sich aber der unbekannten Unbekannten bewusst sein. Es werde wahrscheinlich weiterhin ein gewisses Maß an Volatilität geben. Und wo es Volatilität gebe, gebe es Chancen für aktive Investoren.
Die Experten würden einige Bereiche sehen, in denen die Bewertungen besonders interessant seien. Euro-Investment-Grade-Anleihen etwa scheinen im Vergleich zu US-Unternehmensanleihen etwas günstiger, so die Experten von RBC BlueBay Asset Management. Die Experten würden außerdem denken, dass europäische Finanztitel im Moment viel Potenzial bieten würden. Die Experten seien der Meinung, dass die Kreditrisiken in diesem Sektor sehr gering seien und Anleger dafür sehr gut entschädigt würden. Daher würden die Experten europäische Banken sowohl im vorrangigen als auch im nachrangigen Bereich mögen. Weitere interessante Marktsegmente seien illiquidere Kredite in Sondersituationen sowie notleidende Kredite. Wir bewegen uns auf eine Phase des Kreditzyklus zu, in der wir eine Vielzahl von Möglichkeiten sehen, an solchen Situationen zu partizipieren, so die Experten von RBC BlueBay Asset Management.
Die Fundamentaldaten der Schwellenländer haben sich zuletzt kontinuierlich verbessert, so Polina Kurdyavko, Head of Emerging Markets bei BlueBay, RBC BlueBay Asset Management. Ein Grund dafür sei unter anderem die seit drei Jahren wesentlich restriktivere Haltung der Zentralbanken. Diese hätten die Inflation in den meisten aufstrebenden Volkswirtschaften in den vergangenen zwölf Monaten in den einstelligen Bereich gedrückt. Dazu komme eine sehr straffe Haushaltspolitik. Darüber hinaus sei das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern sehr robust: Die Prognosen für dieses und das nächste Jahr lägen nahe bei 4 Prozent.
Zu den Risikofaktoren für Schwellenländeranleihen zähle zum einen die US-Geldpolitik: Wenn die US-Notenbank die Zinsen weniger schnell senke als von den Marktteilnehmern erwartet, würden Risikoanlagen vermutlich insgesamt unter Druck geraten. Zum anderen sollten Anleger die Rohstoffnotierungen beachten. Angesichts der Ungewissheit über die weitere Preisentwicklung würden die Experten sowohl bei Staats- als auch bei Unternehmensanleihen mit Bezug zum Rohstoffbereich Papiere mit höherer Qualität im Vergleich zu riskanteren Investmentzielen bevorzugen.
Die Geopolitik werde weiterhin die Schlagzeilen beherrschen. Sie werde aber wahrscheinlich keinen bedeutenden Einfluss auf die Performance von Schwellenländeranleihen im Jahr 2024 haben. Insgesamt würden die Experten sehr positiv auf das Segment der Schwellenländeranleihen blicken: Sie würden immer dann Chancen bieten, wenn die Renditen hoch und die Ausfallrisiken niedrig seien. Für 2024 würden die Experten bei Staatsanleihen fast keine Ausfälle und bei Unternehmensanleihen Ausfallraten entsprechend der Zyklusmitte erwarten. Gleichzeitig starten wir mit hohen Spreads und Renditen in das Jahr, so die Experten von RBC BlueBay Asset Management.
Wir sind bezüglich der Aussichten für Hochzinsanleihen 2024 optimistisch, so Justin Jewell, Head of European High Yield, Leveraged Finance bei BlueBay, RBC BlueBay Asset Management. Höhere Anfangsrenditen in Verbindung mit relativ gering erwarteten Ausfallraten dürften zu interessanten Erträgen führen. Natürlich gebe es dabei auch Herausforderungen. In Europa würden sich beispielsweise im Baugewerbe die Auswirkungen steigender Zinssätze zeigen. Und natürlich könnten sich die Einschätzungen der Experten im Laufe des Jahres 2024 ändern, falls sie auch am US-Markt eine solche Entwicklung sehen würden. Die Ausfallraten seien in den Jahren 2021 und 2022 sehr, sehr niedrig gewesen. 2023 seien sie wieder etwas gestiegen und dürften weiter anziehen - nach Einschätzung der Experten auf rund 3 oder 4 Prozent. Das sei aber auch vor dem Hintergrund von Anfangsrenditen in Höhe von 8,5 oder 9 Prozent ein ziemlich bescheidener Gegenwind.
Die Experten hätten sich darauf konzentriert, in ihren Portfolios die Kreditqualität zu verbessern und in widerstandsfähige Unternehmen zu investieren, die beständig Erträge generieren würden. Vorsichtiger seien die Experten bei Unternehmen, die den starken Anstieg der Zinskosten weniger gut verkraften könnten. Die am stärksten fremdfinanzierten und am niedrigsten bewerteten CCC-Emittenten würden nach Meinung der Experten im Hinblick auf die Renditen im nächsten Jahr weniger attraktiv sein. (13.12.2023/alc/a/a)
Diese seien auf der einen Seite eine Herausforderung gewesen, hätten auf der anderen Seite aber auch interessante Möglichkeiten für aktive Anleger geboten. Womit müssten Investoren im kommenden Jahr an den Märkten für festverzinsliche Wertpapiere rechnen? Chef-Anlagestratege Mark Dowding, Schwellenländer-Expertin Polina Kurdyavko und Hochzinsanleihen-Experte Justin Jewell von BlueBay, RBC BlueBay Asset Management würden sich zu ihren Erwartungen für 2024 äußern.
Wir gehen davon aus, dass die Renditen im nächsten Jahr eher sinken als steigen werden, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay, RBC BlueBay Asset Management. Die Zinssätze dürften in vielen Industrieländern zurückgehen. Es sehe also so aus, als ob die Baisse jetzt zu Ende gehe, nachdem die Renditen mehrere Jahre lang gestiegen seien. Man müsse sich aber der unbekannten Unbekannten bewusst sein. Es werde wahrscheinlich weiterhin ein gewisses Maß an Volatilität geben. Und wo es Volatilität gebe, gebe es Chancen für aktive Investoren.
Die Experten würden einige Bereiche sehen, in denen die Bewertungen besonders interessant seien. Euro-Investment-Grade-Anleihen etwa scheinen im Vergleich zu US-Unternehmensanleihen etwas günstiger, so die Experten von RBC BlueBay Asset Management. Die Experten würden außerdem denken, dass europäische Finanztitel im Moment viel Potenzial bieten würden. Die Experten seien der Meinung, dass die Kreditrisiken in diesem Sektor sehr gering seien und Anleger dafür sehr gut entschädigt würden. Daher würden die Experten europäische Banken sowohl im vorrangigen als auch im nachrangigen Bereich mögen. Weitere interessante Marktsegmente seien illiquidere Kredite in Sondersituationen sowie notleidende Kredite. Wir bewegen uns auf eine Phase des Kreditzyklus zu, in der wir eine Vielzahl von Möglichkeiten sehen, an solchen Situationen zu partizipieren, so die Experten von RBC BlueBay Asset Management.
Zu den Risikofaktoren für Schwellenländeranleihen zähle zum einen die US-Geldpolitik: Wenn die US-Notenbank die Zinsen weniger schnell senke als von den Marktteilnehmern erwartet, würden Risikoanlagen vermutlich insgesamt unter Druck geraten. Zum anderen sollten Anleger die Rohstoffnotierungen beachten. Angesichts der Ungewissheit über die weitere Preisentwicklung würden die Experten sowohl bei Staats- als auch bei Unternehmensanleihen mit Bezug zum Rohstoffbereich Papiere mit höherer Qualität im Vergleich zu riskanteren Investmentzielen bevorzugen.
Die Geopolitik werde weiterhin die Schlagzeilen beherrschen. Sie werde aber wahrscheinlich keinen bedeutenden Einfluss auf die Performance von Schwellenländeranleihen im Jahr 2024 haben. Insgesamt würden die Experten sehr positiv auf das Segment der Schwellenländeranleihen blicken: Sie würden immer dann Chancen bieten, wenn die Renditen hoch und die Ausfallrisiken niedrig seien. Für 2024 würden die Experten bei Staatsanleihen fast keine Ausfälle und bei Unternehmensanleihen Ausfallraten entsprechend der Zyklusmitte erwarten. Gleichzeitig starten wir mit hohen Spreads und Renditen in das Jahr, so die Experten von RBC BlueBay Asset Management.
Wir sind bezüglich der Aussichten für Hochzinsanleihen 2024 optimistisch, so Justin Jewell, Head of European High Yield, Leveraged Finance bei BlueBay, RBC BlueBay Asset Management. Höhere Anfangsrenditen in Verbindung mit relativ gering erwarteten Ausfallraten dürften zu interessanten Erträgen führen. Natürlich gebe es dabei auch Herausforderungen. In Europa würden sich beispielsweise im Baugewerbe die Auswirkungen steigender Zinssätze zeigen. Und natürlich könnten sich die Einschätzungen der Experten im Laufe des Jahres 2024 ändern, falls sie auch am US-Markt eine solche Entwicklung sehen würden. Die Ausfallraten seien in den Jahren 2021 und 2022 sehr, sehr niedrig gewesen. 2023 seien sie wieder etwas gestiegen und dürften weiter anziehen - nach Einschätzung der Experten auf rund 3 oder 4 Prozent. Das sei aber auch vor dem Hintergrund von Anfangsrenditen in Höhe von 8,5 oder 9 Prozent ein ziemlich bescheidener Gegenwind.
Die Experten hätten sich darauf konzentriert, in ihren Portfolios die Kreditqualität zu verbessern und in widerstandsfähige Unternehmen zu investieren, die beständig Erträge generieren würden. Vorsichtiger seien die Experten bei Unternehmen, die den starken Anstieg der Zinskosten weniger gut verkraften könnten. Die am stärksten fremdfinanzierten und am niedrigsten bewerteten CCC-Emittenten würden nach Meinung der Experten im Hinblick auf die Renditen im nächsten Jahr weniger attraktiv sein. (13.12.2023/alc/a/a)


