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Was die zweite Amtszeit Donald Trumps für Anleihen bedeutet
24.01.25 09:15
Vontobel Asset Management
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Politik von US-Präsident Trump könnte sich in den nächsten vier Jahren erheblich auf Anleger auswirken, so Eoin Walsh, Partner bei TwentyFour Asset Management, einer Tochtergesellschaft von Vontobel.
Bislang konzentriere sich die Aufmerksamkeit dabei auf eine mögliche Wiederholung des Zollkriegs aus seiner ersten Amtszeit und deren Folgen. Sollte die Inflation in den USA aufgrund von Zöllen, aber auch von Maßnahmen wie Steuersenkungen und möglichen Einwanderungsbeschränkungen, die Trump im Wahlkampf versprochen habe, ansteigen, könnte die US-Notenbank FED das Tempo ihrer geplanten Zinssenkungen verlangsamen. Die Anleger hätten dieses mögliche Szenario im Blick, wie an den Märkten für US-Treasuries deutlich zu beobachten sei, wo es im letzten Monat zu einem massiven Ausverkauf gekommen sei und die Renditen der Staatsanleihen inzwischen bei fast 4,8% lägen.
Hinzu komme die Entwicklung des Defizits in den USA. Es sei unwahrscheinlich, dass es während Trumps Amtszeit verringert werde. Wenn überhaupt, werde es wahrscheinlich noch weiter ansteigen, was die US-Staatsanleihen ebenfalls stark belasten würde.
Aber nicht nur Trumps Politik schlage sich in der Renditekurve der Staatsanleihen nieder. Auf der Dezembersitzung habe die FED vielmehr deutlich gemacht, dass sie sich nun wieder mehr Sorgen um die Inflation als um den Arbeitsmarkt mache.
Infolgedessen würden die Märkte nicht mit einer einzigen Zinssenkung im Jahr 2025 rechnen. Die Märkte hätten in den letzten zwei Jahren die Tendenz gehabt, bei Erwartungen von zu vielen oder zu wenigen Zinssenkungen stark zu schwanken, sodass es möglich sei, dass sie die Anzahl der Zinssenkungen oder den Zeitpunkt dafür unterschätzen würden. Angesichts der verschärften finanziellen Bedingungen, der aktuellen Zinssätze und der Tatsache, dass diese voraussichtlich länger hoch bleiben würden, sei es wahrscheinlich, dass es irgendwann negative Folgen für die US-Wirtschaft geben werde. Der Verlauf der Zinssenkungen in den USA dürfte in den nächsten zwölf Monaten deshalb eher volatil sein.
In Europa würden die Experten trotz der überwiegend negativen Schlagzeilen Grund zum Optimismus sehen. Zwar hätte die Einführung umfassender Zölle auf europäische Waren, die in die USA verkauft würden, erhebliche negative Auswirkungen. Allerdings würden sie in den Drohungen der Trump-Administration eher eine Verhandlungstaktik sehen.
In Deutschland, das bislang unter einem schwachen Wirtschaftswachstum leide, stünden Wahlen an. Die Verschuldung Deutschlands im Verhältnis zum BIP sei im Vergleich zu anderen Ländern der Welt unglaublich niedrig, und wenn die neue Regierung den Geldbeutel lockern und investieren würde, hätte das positive Auswirkungen. Ein solcher Schritt würde auch von den Märkten unterstützt werden.
Hinzu komme: Sollte Trump in der Lage sein, einen Waffenstillstand in der Ukraine zu vereinbaren, wäre das positiv für Europa und die Energiepreise.
Interessant sei, dass trotz aller negativen Schlagzeilen kein einziger der befragten Ökonomen in der Bloomberg-Prognose für die Europäische Union ein negatives Quartal des BIP-Wachstums für die Eurozone im Jahr 2025 erwarte. Wachstum und eine unterstützende EZB würden einen attraktiven Hintergrund für festverzinsliche Anleger bieten.
Die Volatilität der Zinsmärkte werde vor dem Hintergrund geo- und wirtschaftspolitischer sowie konjunktureller Entwicklungen wahrscheinlich auch im Jahr 2025 anhalten. Für Anleger in festverzinslichen Papieren sei dies eine Quelle von Chancen und Risiken gleichzeitig.
An den Kreditmärkten dürfte man weiterhin die beste Performance sehen. Die Weltwirtschaft befinde sich in guter Verfassung, die USA würden ein angemessenes Wachstum verzeichnen und Europa habe das Negativwachstum überwunden, gleichzeitig seien die Renditenaufschläge niedrig - das sei ein ermutigendes Umfeld. Deshalb seien die Renditen trotz der engen Spreads aufgrund der aktuellen Zinssituation immer noch attraktiv.
Anleger könnten qualitativ hochwertige Unternehmen und Anleihen finden, deren Laufzeit nicht zu lang sei und die interessante Renditen böten. Der relative Wert sei dabei der Schlüssel, um Papiere zu identifizieren, die nicht nur hohe Renditen abwerfen, sondern sich auch unter Risiko-Ertrags-Aspekten lohnen würden. In dieser Hinsicht seien Finanzwerte - sowohl Banken als auch Versicherungen - und forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS) nach wie vor sehr attraktiv.
Mit Unternehmensanleihen würden Anleger im Jahr 2025 wahrscheinlich die beste Performance erzielen. Es werde zwar Zeiten geben, in denen die Renditen von Staatsanleihen steigen würden, aber der Handel mit Staatsanleihen sei schwierig. Der Kauf von qualitativ hochwertigen Unternehmensanleihen dürfte sich für Anleger in diesem Jahr angesichts der gebotenen Renditen also lohnen. (24.01.2025/alc/a/a)
Bislang konzentriere sich die Aufmerksamkeit dabei auf eine mögliche Wiederholung des Zollkriegs aus seiner ersten Amtszeit und deren Folgen. Sollte die Inflation in den USA aufgrund von Zöllen, aber auch von Maßnahmen wie Steuersenkungen und möglichen Einwanderungsbeschränkungen, die Trump im Wahlkampf versprochen habe, ansteigen, könnte die US-Notenbank FED das Tempo ihrer geplanten Zinssenkungen verlangsamen. Die Anleger hätten dieses mögliche Szenario im Blick, wie an den Märkten für US-Treasuries deutlich zu beobachten sei, wo es im letzten Monat zu einem massiven Ausverkauf gekommen sei und die Renditen der Staatsanleihen inzwischen bei fast 4,8% lägen.
Hinzu komme die Entwicklung des Defizits in den USA. Es sei unwahrscheinlich, dass es während Trumps Amtszeit verringert werde. Wenn überhaupt, werde es wahrscheinlich noch weiter ansteigen, was die US-Staatsanleihen ebenfalls stark belasten würde.
Aber nicht nur Trumps Politik schlage sich in der Renditekurve der Staatsanleihen nieder. Auf der Dezembersitzung habe die FED vielmehr deutlich gemacht, dass sie sich nun wieder mehr Sorgen um die Inflation als um den Arbeitsmarkt mache.
Infolgedessen würden die Märkte nicht mit einer einzigen Zinssenkung im Jahr 2025 rechnen. Die Märkte hätten in den letzten zwei Jahren die Tendenz gehabt, bei Erwartungen von zu vielen oder zu wenigen Zinssenkungen stark zu schwanken, sodass es möglich sei, dass sie die Anzahl der Zinssenkungen oder den Zeitpunkt dafür unterschätzen würden. Angesichts der verschärften finanziellen Bedingungen, der aktuellen Zinssätze und der Tatsache, dass diese voraussichtlich länger hoch bleiben würden, sei es wahrscheinlich, dass es irgendwann negative Folgen für die US-Wirtschaft geben werde. Der Verlauf der Zinssenkungen in den USA dürfte in den nächsten zwölf Monaten deshalb eher volatil sein.
In Europa würden die Experten trotz der überwiegend negativen Schlagzeilen Grund zum Optimismus sehen. Zwar hätte die Einführung umfassender Zölle auf europäische Waren, die in die USA verkauft würden, erhebliche negative Auswirkungen. Allerdings würden sie in den Drohungen der Trump-Administration eher eine Verhandlungstaktik sehen.
Hinzu komme: Sollte Trump in der Lage sein, einen Waffenstillstand in der Ukraine zu vereinbaren, wäre das positiv für Europa und die Energiepreise.
Interessant sei, dass trotz aller negativen Schlagzeilen kein einziger der befragten Ökonomen in der Bloomberg-Prognose für die Europäische Union ein negatives Quartal des BIP-Wachstums für die Eurozone im Jahr 2025 erwarte. Wachstum und eine unterstützende EZB würden einen attraktiven Hintergrund für festverzinsliche Anleger bieten.
Die Volatilität der Zinsmärkte werde vor dem Hintergrund geo- und wirtschaftspolitischer sowie konjunktureller Entwicklungen wahrscheinlich auch im Jahr 2025 anhalten. Für Anleger in festverzinslichen Papieren sei dies eine Quelle von Chancen und Risiken gleichzeitig.
An den Kreditmärkten dürfte man weiterhin die beste Performance sehen. Die Weltwirtschaft befinde sich in guter Verfassung, die USA würden ein angemessenes Wachstum verzeichnen und Europa habe das Negativwachstum überwunden, gleichzeitig seien die Renditenaufschläge niedrig - das sei ein ermutigendes Umfeld. Deshalb seien die Renditen trotz der engen Spreads aufgrund der aktuellen Zinssituation immer noch attraktiv.
Anleger könnten qualitativ hochwertige Unternehmen und Anleihen finden, deren Laufzeit nicht zu lang sei und die interessante Renditen böten. Der relative Wert sei dabei der Schlüssel, um Papiere zu identifizieren, die nicht nur hohe Renditen abwerfen, sondern sich auch unter Risiko-Ertrags-Aspekten lohnen würden. In dieser Hinsicht seien Finanzwerte - sowohl Banken als auch Versicherungen - und forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS) nach wie vor sehr attraktiv.
Mit Unternehmensanleihen würden Anleger im Jahr 2025 wahrscheinlich die beste Performance erzielen. Es werde zwar Zeiten geben, in denen die Renditen von Staatsanleihen steigen würden, aber der Handel mit Staatsanleihen sei schwierig. Der Kauf von qualitativ hochwertigen Unternehmensanleihen dürfte sich für Anleger in diesem Jahr angesichts der gebotenen Renditen also lohnen. (24.01.2025/alc/a/a)


