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Was entscheidet die Bank of Japan?


16.12.15 08:30
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Japans Ministerpräsident Shinzo Abe kann durchatmen, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Die Wirtschaft sei nach neuesten Berechnungen 2015 doch nicht in die Rezession gerutscht. Im dritten Quartal sei das Bruttoinlandsprodukt entgegen der ersten Schätzung nicht um 0,2 Prozent geschrumpft, sondern um 0,3 Prozent gewachsen. Bis Jahresende solle Japans Wirtschaft um bis zu 0,6 Prozent zulegen. Der japanische Leitindex Nikkei spiegele diese Konjunkturentwicklung wider. Seit Jahresanfang sei er um gut 9 Prozent gestiegen, womit er DAX, Dow Jones und EUROSTOXX 50 in den Schatten stelle.

In den vergangenen Wochen hätten sich vor allem der schwächer werdende Yen und die sinkenden Rohölpreise als Konjunkturmotoren erwiesen. Gegenüber der europäischen Einheitswährung habe der Yen zuletzt deutlich geschwächelt, der Rohölpreis sei nach der OPEC-Konferenz kräftig abgesackt, was Öl-Importnationen wie Japan besonders zugute komme. Bleibe die Frage, was die Bank of Japan nun entscheiden werde. Schieße sie neues Geld in die Märkte oder halte sie ihr Pulver trocken?

Gegen eine erneute Ausweitung der Geldpolitik spreche neben den nach oben korrigierten Wachstumszahlen auch der überraschende Anstieg bei den Maschinenaufträgen, die im Oktober im Vergleich zum Vormonat um fast 11 Prozent gestiegen seien - und somit so stark zugelegt hätten wie zuletzt im März 2014. Sollte Japan tatsächlich am Ende des Jahres ein leichtes Wachstum ins Ziel retten können, könnte der Nikkei durchaus noch ein wenig Luft nach oben haben. (Ausgabe vom 11.12.2015) (16.12.2015/alc/a/a)