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Warum die EZB ihre Geldpolitik lockern wird


17.06.19 10:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach Einschätzung der Deutschen Bank müssen drei Kriterien erfüllt sein, damit die EZB ihre Geldpolitik weiter lockert, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Erstens müssten Risiken wie der Brexit oder eine weitere Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China tatsächlich eintreten. Zweitens müsste eine unvorteilhafte Lockerung der globalen Geldpolitik zu einer Aufwertung des Euro führen und das Wachstum belasten. Drittens müsse das Wachstum der Eurozone hinter den Erwartungen zurückbleiben. Da die Analysten der Deutschen Bank inzwischen von Leitzinssenkungen durch die FED aufgrund möglicher Eskalationen im Handelsstreit ausgehen, sieht die Deutsche Bank AG die ersten beiden Punkte als erfüllt an.

Außerdem dürfte die durch den Handelsstreit ausgelöste Unsicherheit die Eurozone bisher 0,3 Prozentpunkte an Wachstum gekostet haben. Dies dürfte durch die Handelsgespräche der EU mit den USA noch verstärkt werden, für 2020 erwartet die Deutsche Bank AG daher nur noch ein Wachstum von 1,0 Prozent. Diese Aussichten könnten die EZB im September zu einer Verringerung des Einlagezinssatzes um 0,1 Prozentpunkte bewegen. Auch weitere Maßnahmen wie die Anpassung der Forward Guidance wären möglich, um eine zu starke Aufwertung des Euro zu verhindern. (17.06.2019/alc/a/a)