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Wandelanleihenmarkt. Neuemissions-Flut nach langer Ebbe


18.10.12 10:55
Fisch Asset Management

Zürich (www.anleihencheck.de) - Darauf haben Wandelanleiheninvestoren fast schon sehnsüchtig gewartet: Nach einem Sommer mit langer Ebbe bei den Neuemissionen kam im Herbst eine Flut, so die Experten von Fitch Asset Management.

Mit über zehn Milliarden US-Dollar Volumen im September hätten Anleger neue Möglichkeiten zum Investieren erhalten. "Die Liquidität des Wandelanleihenmarkts war zwar auch während der geringen Neuemissionstätigkeit intakt, aber für das Wachstum der Assetklasse ist ein zu geringes Neuemissionsniveau nicht sehr förderlich. Daher sind wir über das Platzen des Knotens erfreut. Zumal wir interessante Emissionen in fast allen Märkten und Sektoren sahen. Das bot uns eine willkommene Unterstützung zur Diversifikation in den Portfolios", so Beat Thoma, CIO von Fisch Asset Management.

Die Nachfrage sei erwartungsgemäß sehr hoch gewesen. Alle Neuemissionen hätten vollständig platziert werden können. Besonderes Interesse hätten Investoren bei Wandelanleihen mit dem Rating "Investment Grade" gezeigt. So zum Beispiel bei der rund 1,3 Milliarden US-Dollar schweren Neuemission von Wellpoint, die ebenfalls problemlos emittiert worden sei.

"Trotz der aktuellen Entwicklung erreichte das Jahresvolumen noch lange nicht die gewünschte Höhe. Es wird gemäß der Hochrechnung von Thomson Reuters das niedrigste Neuemissionsvolumen in diesem Jahrhundert werden mit 55,1 Milliarden US-Dollar. Seit dem Jahr 2007 ist ein Rückgang zu verzeichnen, da sich viele Firmen relativ günstig mit Unternehmensanleihen refinanzieren konnten. Ich bin aber optimistisch, dass es ab 2013 mit den Neuemissionsvolumen wieder aufwärts geht. Vor allem, wenn es zu Zinsanstiegen kommt", sage Thoma.

Der CIO halte in der momentanen Marktphase die Asymmetrie der Wandelanleihen für das wichtigste Argument. "Denn positiven Zeichen stehen negative Szenarien gegenüber. Langsam zeigt die Geldschwemme realwirtschaftliche Auswirkungen und China scheint den Turnaround zu schaffen. Dagegen besteht die Gefahr eines Systemkollapses, wenn die Unruhen auf den Straßen zunehmen würden und die Politik die Vorgaben nicht mehr umsetzen könnte. Hier ist die asymmetrische Eigenschaft der Wandelanleihe sinnvoll, um dem Investor die Partizipation bei weiter steigenden Börsen zu ermöglichen und um einen Kapitalschutz zu bieten, falls es verstärkt Richtung Süden geht", meine Thoma. (18.10.2012/alc/a/a)