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Wachstum ist top, Inflation ein Flop - was hat die EZB-Politik seit 2012 gebracht?
27.07.17 13:00
Fidelity International
Kronberg im Taunus (www.anleihencheck.de) - "Im Rahmen ihres Mandats ist die EZB bereit, alles zu tun, was nötig ist ("whatever it takes"), um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir, es wird genug sein." Vor genau fünf Jahren führte dieser Satz Mario Draghis, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), zur Wende in der Eurokrise, so Andrea Iannelli, Investment Director bei Fidelity.
Damals seien in mehreren Staaten des Euroraums die Kosten der Staatsverschuldung aus dem Ruder gelaufen - Griechenland, Irland und Spanien hätten Rettungspakete beantragen müssen. Mit seiner Botschaft an die Märkte habe Mario Draghi die Entschlossenheit der EZB zum Gegensteuern zum Ausdruck gebracht. Doch wie erfolgreich seien ihre Maßnahmen gewesen?
1. Ziel erreicht, zumindest bei Staatsanleihen
Die EZB habe es geschafft, ein tragbares Zinsniveau in den Peripheriestaaten wiederherzustellen: Seit Juli 2012 seien die Renditen von Staatsanleihen aus der Euro-Peripherie stark zurückgegangen.
Italien beispielsweise müsse inzwischen nur noch einen Zins von 2,2 Prozent p.a. auf Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit zahlen. Im November 2011 seien es noch 7,24 Prozent gewesen - der höchste Stand seit Mitte der 1990er Jahre.
2. Der entscheidende Faktor die Anleihekäufe der EZB
Im Anschluss an die Äußerungen von Mario Draghi habe die EZB ihren Leitzins auf null gesenkt und Strafzinsen von 0,4 Prozent auf Guthaben erhoben, die die Banken bei der EZB halten würden. Das Ziel: einen Anreiz zur verstärkten Kreditvergabe an die Wirtschaft zu setzen. Daneben habe sie dem Bankensystem im Euroraum im Rahmen eines langfristigen Refinanzierungsprogramms eine Billion Euro an zusätzlicher Liquidität bereitgestellt. Außerdem habe die EZB im Zuge ihres Anleihekaufprogramms seit März 2015 Staats- und Unternehmensanleihen aus dem Euroraum im Volumen von mehr als zwei Billionen Euro am Markt angekauft.
Dadurch sei die Bilanzsumme der EZB auf mehr als vier Billionen Euro angewachsen - das entspreche 35 Prozent der Wirtschaftsleistung im Euroraum. Die Anleihekäufe seien damit das entscheidende geldpolitische Instrument der EZB und würden es voraussichtlich bleiben.
3. Die Märkte würden sich auf die EZB verlassen
Die Spannungen am Staatsanleihenmarkt hätten sich 2012 auch bei Unternehmensanleihen bemerkbar gemacht. Der Grund: Insbesondere Banken hätten damals umfangreiche Bestände an öffentlichen Anleihen aus der Euro-Peripherie in ihren Bilanzen gehalten. Die EZB habe darauf reagiert, indem sie dem Finanzsektor dringend benötigte Mittel im Rahmen langfristiger Programme bereitgestellt habe. Dadurch seien die Banken im Euroraum in der Lage gewesen, sich von der EZB mehr als 1,1 Billionen Euro zu äußerst niedrigen Kosten zu leihen.
Damit habe die EZB maßgeblich zum Rückgang der Zinsaufschläge beigetragen. Doch auch die europäischen Unternehmen hätten ihren Teil geleistet. Sie seien bei Bilanzrisiken deutlich vorsichtiger geworden und würden es meiden, weitere Schulden aufzunehmen.
4. Die Wirtschaft im Euroraum wachse endlich wieder
Die positive Entwicklung an den Finanzmärkten übertrage sich mittlerweile auch auf die Realwirtschaft. Die Märkte für Staats- und Unternehmensanleihen hätten sich stabilisiert, die Kursschwankungen würden sich in Grenzen halten und das Bankensystem verfüge über reichlich Liquidität. Vor diesem Hintergrund habe sich die Kreditvergabe an Unternehmen und Konsumenten wieder beschleunigt, was das Wirtschaftswachstum im Euroraum beflügle. Diese zyklische Erholung habe eine Weile auf sich warten lassen, doch inzwischen sei sie in vollem Gange.
5. Einige Aufgaben seien noch zu erledigen
Die Wirtschaft im Euroraum sei heute in besserer Verfassung als im Jahr 2012. Dennoch habe die EZB noch einige Aufgaben zu erledigen. So liege etwa die Inflation trotz der sehr großzügigen Geldpolitik, der günstigen Kreditkonditionen und der Abwertung des Euro immer noch unter dem Zielwert der EZB. Dazu trage die vielerorts hohe Arbeitslosigkeit bei, die einem beschleunigten Lohnanstieg und damit einer Verteuerung der Produkte entgegenstehe. (Ausgabe vom 26.07.2017) (27.07.2017/alc/a/a)
Damals seien in mehreren Staaten des Euroraums die Kosten der Staatsverschuldung aus dem Ruder gelaufen - Griechenland, Irland und Spanien hätten Rettungspakete beantragen müssen. Mit seiner Botschaft an die Märkte habe Mario Draghi die Entschlossenheit der EZB zum Gegensteuern zum Ausdruck gebracht. Doch wie erfolgreich seien ihre Maßnahmen gewesen?
1. Ziel erreicht, zumindest bei Staatsanleihen
Die EZB habe es geschafft, ein tragbares Zinsniveau in den Peripheriestaaten wiederherzustellen: Seit Juli 2012 seien die Renditen von Staatsanleihen aus der Euro-Peripherie stark zurückgegangen.
Italien beispielsweise müsse inzwischen nur noch einen Zins von 2,2 Prozent p.a. auf Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit zahlen. Im November 2011 seien es noch 7,24 Prozent gewesen - der höchste Stand seit Mitte der 1990er Jahre.
2. Der entscheidende Faktor die Anleihekäufe der EZB
Im Anschluss an die Äußerungen von Mario Draghi habe die EZB ihren Leitzins auf null gesenkt und Strafzinsen von 0,4 Prozent auf Guthaben erhoben, die die Banken bei der EZB halten würden. Das Ziel: einen Anreiz zur verstärkten Kreditvergabe an die Wirtschaft zu setzen. Daneben habe sie dem Bankensystem im Euroraum im Rahmen eines langfristigen Refinanzierungsprogramms eine Billion Euro an zusätzlicher Liquidität bereitgestellt. Außerdem habe die EZB im Zuge ihres Anleihekaufprogramms seit März 2015 Staats- und Unternehmensanleihen aus dem Euroraum im Volumen von mehr als zwei Billionen Euro am Markt angekauft.
3. Die Märkte würden sich auf die EZB verlassen
Die Spannungen am Staatsanleihenmarkt hätten sich 2012 auch bei Unternehmensanleihen bemerkbar gemacht. Der Grund: Insbesondere Banken hätten damals umfangreiche Bestände an öffentlichen Anleihen aus der Euro-Peripherie in ihren Bilanzen gehalten. Die EZB habe darauf reagiert, indem sie dem Finanzsektor dringend benötigte Mittel im Rahmen langfristiger Programme bereitgestellt habe. Dadurch seien die Banken im Euroraum in der Lage gewesen, sich von der EZB mehr als 1,1 Billionen Euro zu äußerst niedrigen Kosten zu leihen.
Damit habe die EZB maßgeblich zum Rückgang der Zinsaufschläge beigetragen. Doch auch die europäischen Unternehmen hätten ihren Teil geleistet. Sie seien bei Bilanzrisiken deutlich vorsichtiger geworden und würden es meiden, weitere Schulden aufzunehmen.
4. Die Wirtschaft im Euroraum wachse endlich wieder
Die positive Entwicklung an den Finanzmärkten übertrage sich mittlerweile auch auf die Realwirtschaft. Die Märkte für Staats- und Unternehmensanleihen hätten sich stabilisiert, die Kursschwankungen würden sich in Grenzen halten und das Bankensystem verfüge über reichlich Liquidität. Vor diesem Hintergrund habe sich die Kreditvergabe an Unternehmen und Konsumenten wieder beschleunigt, was das Wirtschaftswachstum im Euroraum beflügle. Diese zyklische Erholung habe eine Weile auf sich warten lassen, doch inzwischen sei sie in vollem Gange.
5. Einige Aufgaben seien noch zu erledigen
Die Wirtschaft im Euroraum sei heute in besserer Verfassung als im Jahr 2012. Dennoch habe die EZB noch einige Aufgaben zu erledigen. So liege etwa die Inflation trotz der sehr großzügigen Geldpolitik, der günstigen Kreditkonditionen und der Abwertung des Euro immer noch unter dem Zielwert der EZB. Dazu trage die vielerorts hohe Arbeitslosigkeit bei, die einem beschleunigten Lohnanstieg und damit einer Verteuerung der Produkte entgegenstehe. (Ausgabe vom 26.07.2017) (27.07.2017/alc/a/a)
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| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 24.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
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