Von Rising Stars und Fallen Angels - High Yield ist nicht gleich High Yield


31.01.18 11:54
BNY Mellon IM

Brüssel (www.anleihencheck.de) - Hochzinsanleihen werden gerne als eine fest definierte Anlageklasse dargestellt - doch tatsächlich ist Bewegung in diesem Segment, weiß Ulrich Gerhard, Manager des BNY Mellon Global Short-Dated High Yield Bond Fund (ISIN IE00BD5CTX77/ WKN A2DHNY) und Senior Manager bei Insight Investment - einer Boutique unter dem Dach von BNY Mellon IM.

Schließlich sei die Bonität vieler Unternehmen in nicht in Stein gemeißelt - und damit auch ihre Zugehörigkeit zur Gruppe der High-Yield-Emittenten. Im vergangenen Jahr habe es 113 so genannte "Rising Stars" gegeben. Das seien Emittenten, die ihre Bonität von High Yield auf Investmentstatus hätten verbessern können. Ihnen hätten 78 "Fallen Angels" gegenübergestanden - also Emittenten, deren Bonität sich im Gegenteil von Investmentgrade zu High Yield hin verschlechtert habe. Die Gründe für solche Bewegungen seien vielfältig, so Gerhard: "Die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens kann durch die allgemeine Konjunktur beeinflusst werden, durch unternehmerische Entscheidungen, Entwicklungen innerhalb einer Branche und andere Faktoren mehr. Aktiven Managern eröffnet dieser Zyklus Anlagechancen."

Die Zins-Spreads dieser "Fallen Angels" könnten sich über ihren fairen Wert hinaus ausweiten, wenn Investoren, die sich aufgrund von Anlagebeschränkungen nicht in Anleihen unterhalb Investmentstatus engagieren dürften, gezwungen seien, diese Papiere zu veräußern. Außerdem würden die entsprechenden Emittenten aus den Indices für Anleihen mit Investmentstatus herausfallen. Im Gegensatz dazu würden sich "Rising Stars" dank sich verbessernder Kredit-Fundamentaldaten für eine Aufnahme in eben diese Indices eignen, da ihre Bonitätsqualität angehoben worden sei.

So sei beispielsweise der Credit Default Swap Spread fünfjähriger Euro-Anleihen des Rohstoff- und Bergbaukonzerns Anglo American im Januar 2016 auf über 1.000 Basispunkte geklettert - kurz bevor Moody's diese Papiere von Baa3 auf Ba3 herabgestuft und das Unternehmen damit zum "Fallen Angel" gemacht habe. Anglo American habe sich in der Folgezeit auf Schuldenabbau und die Verbesserung seines freien Cashflows konzentriert und den Spread deutlich einengen können. Im September 2017 habe sich dieser auf ein Zehntel verringert und bei nur noch rund 100 Basispunkten gelegen. In der Folge habe Moody's Anglo American insgesamt dreimal hochgestuft und es zum "Rising Star" gemacht.

Dies zeige: Bei dem Investment in High Yield sei in jedem Fall eine sorgfältige Kredit- und Unternehmensanalyse ausschlaggebend. Und: Man solle nicht nur die reine Rendite im Auge haben, sondern gezielt nach Situationen suchen, von denen ein aktiver Manager profitieren könne. (31.01.2018/alc/a/a)