Erweiterte Funktionen
Vermögensverwalter: Lagarde schwächt die EZB
02.03.20 13:00
FONDS professionell
Wien (www.anleihencheck.de) - Christine Lagarde will die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) grüner gestalten, so die Experten von "FONDS professionell".
Thomas Umlauft von der Vermögensverwaltung Huber, Reuss & Kollegen halte das für einen schweren Fehler und warne davor, dass die EZB-Präsidentin damit der Notenbank einen Bärendienst erweise. "Notenbanken sind eine strikt zweckbestimmte und politisch unabhängige Institution", betone er. Eine explizit klimafreundliche Geldpolitik, wie sie Lagarde plane, sei bestenfalls verfehlt, schlimmstenfalls gefährlich: "Die EZB würde sich dadurch zu einer moralischen Instanz erheben."
Die Notenbank dürfe sich nicht vor den Karren der Politik spannen lassen, warne Umlauft. Er befürchte, dass die EZB nicht mehr effizient arbeiten könne, wenn Lagarde ökologische Faktoren einbeziehe. So könnte es etwa eines Tages nötig sein, grüne Anleihen zu verkaufen, um das Inflationsziel zu erreichen. Die EZB-Chefin könnte dann jedoch zögern, weil sie das Segment der Green Bonds aus Gründen des Klimaschutzes fördern wolle. "Die Überfrachtung des geldpolitischen Aufgabenbereichs der EZB mit ökologischen Faktoren würde zu Interessenskonflikten führen, die die Glaubwürdigkeit der EZB untergraben", prophezeie der Vermögensprofi.
Setze Lagarde ihren aktuellen Kurs fort und lege das Mandat der Notenbank freizügiger aus, schwäche sie damit die EZB und verhindere eine effiziente Geldpolitik, sage Umlauft. "Lagarde möchte nicht als Taube oder Falke, sondern als weise Eule wahrgenommen werden", erkläre er - und ätze: "Mit der unverhohlenen weiteren Schwächung der Unabhängigkeit der EZB wird das kaum gelingen. Für das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland könnte es, wie für ihren Vorgänger, indes reichen." (02.03.2020/alc/a/a)
Thomas Umlauft von der Vermögensverwaltung Huber, Reuss & Kollegen halte das für einen schweren Fehler und warne davor, dass die EZB-Präsidentin damit der Notenbank einen Bärendienst erweise. "Notenbanken sind eine strikt zweckbestimmte und politisch unabhängige Institution", betone er. Eine explizit klimafreundliche Geldpolitik, wie sie Lagarde plane, sei bestenfalls verfehlt, schlimmstenfalls gefährlich: "Die EZB würde sich dadurch zu einer moralischen Instanz erheben."
Die Notenbank dürfe sich nicht vor den Karren der Politik spannen lassen, warne Umlauft. Er befürchte, dass die EZB nicht mehr effizient arbeiten könne, wenn Lagarde ökologische Faktoren einbeziehe. So könnte es etwa eines Tages nötig sein, grüne Anleihen zu verkaufen, um das Inflationsziel zu erreichen. Die EZB-Chefin könnte dann jedoch zögern, weil sie das Segment der Green Bonds aus Gründen des Klimaschutzes fördern wolle. "Die Überfrachtung des geldpolitischen Aufgabenbereichs der EZB mit ökologischen Faktoren würde zu Interessenskonflikten führen, die die Glaubwürdigkeit der EZB untergraben", prophezeie der Vermögensprofi.
Setze Lagarde ihren aktuellen Kurs fort und lege das Mandat der Notenbank freizügiger aus, schwäche sie damit die EZB und verhindere eine effiziente Geldpolitik, sage Umlauft. "Lagarde möchte nicht als Taube oder Falke, sondern als weise Eule wahrgenommen werden", erkläre er - und ätze: "Mit der unverhohlenen weiteren Schwächung der Unabhängigkeit der EZB wird das kaum gelingen. Für das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland könnte es, wie für ihren Vorgänger, indes reichen." (02.03.2020/alc/a/a)


