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Vermögensprofi: Putin zwingt EZB seinen Willen auf
09.03.22 12:00
FONDS professionell
Wien (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihre Pläne nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine ändern müssen, so die Experten von "FONDS professionell".
Ursprünglich habe sie die Leitzinsen anheben wollen, um die anhaltende Inflation zu bekämpfen. Das sei jetzt durch den Angriff Russlands und die daraus folgenden Wirtschaftssanktionen nicht mehr möglich, analysiere Adolf Rosenstock, volkswirtschaftlicher Berater beim Vermögensverwalter Main Sky AM. "Angesichts erhöhter Risiken für die Finanzstabilität und der Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen kann die EZB ihren expansiven geldpolitischen Pfad zum jetzigen Zeitpunkt nicht verlassen", sage Rosenstock. Stattdessen müsse sie die hohen Inflationsraten noch bis zum Jahr 2024 ignorieren, schätze der Berater.
Schon vor dem russischen Angriff habe die Teuerungsrate in der Eurozone im Februar bei 5,8 Prozent gelegen. Selbst die Kernrate habe bei immerhin 2,7 Prozent gelegen. Das zeige, dass die höheren Energie- und Rohstoffkosten der Unternehmen nun bei Dienstleistungen und Gebrauchsgütern ankommen würden, erkläre Rosenstock. Der russische Ausschluss verschärfe die Situation nun: Öl und Gas würden knapper und damit noch teurer. Während sich die Energiepreise im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr bereits verdoppelt hätten, rechne Rosenstock damit, dass sie dieses Jahr sogar auf das Dreifache steigen könnten. Je nachdem, wie sich der Konflikt entwickele, "könnte das Ergebnis aber auch noch deutlich höher ausfallen", sage der Berater.
"Wir müssen einen höheren Anteil unserer Einkommen für Energieimporte aufwenden als zuvor", erkläre Rosenstock. "Wir werden relativ ärmer." Das wirke sich auf die ganze Volkswirtschaft aus, indem Konsum und Investitionen abnehmen würden. "Im besten Fall erlebt Deutschland nur einen Abschwung", prognostiziere der Experte. Wenn die Inflation aber eine Lohn-Preis-Spirale in Gang setze, "haben wir ein nachhaltiges Inflationsproblem." Bislang sehe Rosenstock dafür aber noch keine Anzeichen. (09.03.2022/alc/a/a)
Ursprünglich habe sie die Leitzinsen anheben wollen, um die anhaltende Inflation zu bekämpfen. Das sei jetzt durch den Angriff Russlands und die daraus folgenden Wirtschaftssanktionen nicht mehr möglich, analysiere Adolf Rosenstock, volkswirtschaftlicher Berater beim Vermögensverwalter Main Sky AM. "Angesichts erhöhter Risiken für die Finanzstabilität und der Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen kann die EZB ihren expansiven geldpolitischen Pfad zum jetzigen Zeitpunkt nicht verlassen", sage Rosenstock. Stattdessen müsse sie die hohen Inflationsraten noch bis zum Jahr 2024 ignorieren, schätze der Berater.
Schon vor dem russischen Angriff habe die Teuerungsrate in der Eurozone im Februar bei 5,8 Prozent gelegen. Selbst die Kernrate habe bei immerhin 2,7 Prozent gelegen. Das zeige, dass die höheren Energie- und Rohstoffkosten der Unternehmen nun bei Dienstleistungen und Gebrauchsgütern ankommen würden, erkläre Rosenstock. Der russische Ausschluss verschärfe die Situation nun: Öl und Gas würden knapper und damit noch teurer. Während sich die Energiepreise im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr bereits verdoppelt hätten, rechne Rosenstock damit, dass sie dieses Jahr sogar auf das Dreifache steigen könnten. Je nachdem, wie sich der Konflikt entwickele, "könnte das Ergebnis aber auch noch deutlich höher ausfallen", sage der Berater.
"Wir müssen einen höheren Anteil unserer Einkommen für Energieimporte aufwenden als zuvor", erkläre Rosenstock. "Wir werden relativ ärmer." Das wirke sich auf die ganze Volkswirtschaft aus, indem Konsum und Investitionen abnehmen würden. "Im besten Fall erlebt Deutschland nur einen Abschwung", prognostiziere der Experte. Wenn die Inflation aber eine Lohn-Preis-Spirale in Gang setze, "haben wir ein nachhaltiges Inflationsproblem." Bislang sehe Rosenstock dafür aber noch keine Anzeichen. (09.03.2022/alc/a/a)


