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Unternehmensanleihen: Widerstandsfähig ins neue Jahr
16.12.25 08:30
Degroof Petercam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Die DPAM-Experten Marc Leemans, Fondsmanager, und Bernard Lalière, Head of Credit, bewerten die Aussichten für Unternehmensanleihen positiv, behalten aber Risiken im Auge:
Unternehmensanleihen würden mit sehr niedrigen Renditeaufschlägen ins kommende Jahr starten. Zur Jahresmitte hätten die Spreads von Investment-Grade-Anleihen in Europa und den USA nahe den niedrigsten Werten seit der Finanzkrise gelegen. Es stelle sich die Frage, ob Anleger bei diesen Spreads noch für die Risiken entschädigt würden, die sie eingingen.
Interessant werde das Transaktionsgeschäft. Nach dem Boom von 2021 habe es weniger Fusionen und Übernahmen gegeben, einschließlich Leveraged Buyouts. Wenn das Vertrauen der Unternehmen zurückkehre und das Transaktionsvolumen steige, könnten fremdfinanzierte Transaktionen Druck auf die Kreditwürdigkeit ausüben. Eine unmittelbare Verschlechterung sei aber unwahrscheinlich.
Ein weiteres Risiko hänge mit dem Ausbau von Rechenzentren und der KI-Infrastruktur zusammen. Zur Finanzierung könnten neue Anleihen auf den Markt kommen. Die Spreadausweitung bei Oracle deute darauf hin, dass die Märkte das Ausführungsrisiko berücksichtigen würden. Im laufenden Jahr habe es mehr Reverse-Yankee-Emissionen gegeben als je zuvor. Dabei nähmen nicht-amerikanische Unternehmen Kapital in den USA auf. Beschleunige sich der KI-Investitionszyklus weiter, könnte dieser Angebotsdruck auf Europa übergreifen. Schlecht getimte oder schlecht verwaltete Investitionen und Emissionen könnten zu Kreditstress führen.
Trotz der knappen Bewertungen und potenziellen Risiken würden Unternehmensanleihen insgesamt positiv bewertet. Die Kreditqualität sei solide, die Bilanzen der Investment-Grade-Unternehmen seien dank deren maßvoller Zurückhaltung in den vergangenen Jahren gesund. Sowohl in den USA als auch in Europa hätten Firmen für Investitionen, Dividenden und Rückkäufe weniger ausgegeben, als über operative Cashflows zugeflossen sei.
Man befinde sich weder in einer Rezession mit weit verbreiteten Zahlungsausfällen noch in einem Boom mit schuldenintensiven Übernahmen, die in der Regel später im Zyklus zu Belastungen führten. Die Eigenkapitalpolster vieler Unternehmensschuldner lägen nahe Rekordwerten und böten einen zusätzlichen Puffer für den Fall von Gewinnenttäuschungen oder Refinanzierungsproblemen.
In den vergangenen Quartalen hätten die Heraufstufungen die Herabstufungen im Investment-Grade-Segment um etwa das 2,5-Fache überstiegen. Das Wachstum in Europa sei zwar moderat, aber positiv. Dies stütze die Kreditwürdigkeit: Unternehmen könnten ihre Kupons bedienen und Schulden refinanzieren, ohne dass übermäßige Ausgaben oder eine zu starke Ausweitung begünstigt würden.
Die Kapitalflüsse dürften weiterhin günstig bleiben. Die Staaten täten sich schwer damit, ihre hohen Defizite zu reduzieren. Dies erhöhe das Angebot an Staatsanleihen. Anleger könnten Unternehmensanleihen bevorzugen, die ein stabileres Risikoprofil und höhere Renditen böten.
Es würden moderate positive Gesamtrenditen erwartet, die hauptsächlich durch Carry- und Kuponerträge getrieben würden. Deutlich ausweiten dürften sich die Spreads nicht, es sei denn, es käme zu einem makroökonomischen Schock, wie etwa einer Rezession, einer Inflationsüberraschung oder einer schlecht gemanagten Welle von KI-Investitionen.
Wenn die Fundamentaldaten solide und die technischen Bedingungen günstig blieben, könnten die Spreads von Investment-Grade- und Hochzinsanleihen über einen längeren Zeitraum innerhalb einer bestimmten Bandbreite verharren. Zu bevorzugen seien ausgewählte Emittenten mit starken Bilanzen, moderater Verschuldung, geringem Refinanzierungsbedarf und Wachstumschancen, die nicht zyklischen Schwankungen unterlägen.
Angesichts der engen Spreads könne sich ein einziges negatives Ereignis direkt auf die Bewertungen auswirken. Der Spielraum für eine weitere Straffung sei dagegen eng begrenzt. Das Gesamtbild sei dennoch positiv: Starke Fundamentaldaten, stetiges Wachstum, diszipliniertes Unternehmensverhalten und günstige technische Faktoren deuteten darauf hin, dass sich Unternehmensanleihen im neuen Jahr als stabil und widerstandsfähig erweisen würden. (16.12.2025/alc/a/a)
Unternehmensanleihen würden mit sehr niedrigen Renditeaufschlägen ins kommende Jahr starten. Zur Jahresmitte hätten die Spreads von Investment-Grade-Anleihen in Europa und den USA nahe den niedrigsten Werten seit der Finanzkrise gelegen. Es stelle sich die Frage, ob Anleger bei diesen Spreads noch für die Risiken entschädigt würden, die sie eingingen.
Interessant werde das Transaktionsgeschäft. Nach dem Boom von 2021 habe es weniger Fusionen und Übernahmen gegeben, einschließlich Leveraged Buyouts. Wenn das Vertrauen der Unternehmen zurückkehre und das Transaktionsvolumen steige, könnten fremdfinanzierte Transaktionen Druck auf die Kreditwürdigkeit ausüben. Eine unmittelbare Verschlechterung sei aber unwahrscheinlich.
Ein weiteres Risiko hänge mit dem Ausbau von Rechenzentren und der KI-Infrastruktur zusammen. Zur Finanzierung könnten neue Anleihen auf den Markt kommen. Die Spreadausweitung bei Oracle deute darauf hin, dass die Märkte das Ausführungsrisiko berücksichtigen würden. Im laufenden Jahr habe es mehr Reverse-Yankee-Emissionen gegeben als je zuvor. Dabei nähmen nicht-amerikanische Unternehmen Kapital in den USA auf. Beschleunige sich der KI-Investitionszyklus weiter, könnte dieser Angebotsdruck auf Europa übergreifen. Schlecht getimte oder schlecht verwaltete Investitionen und Emissionen könnten zu Kreditstress führen.
Trotz der knappen Bewertungen und potenziellen Risiken würden Unternehmensanleihen insgesamt positiv bewertet. Die Kreditqualität sei solide, die Bilanzen der Investment-Grade-Unternehmen seien dank deren maßvoller Zurückhaltung in den vergangenen Jahren gesund. Sowohl in den USA als auch in Europa hätten Firmen für Investitionen, Dividenden und Rückkäufe weniger ausgegeben, als über operative Cashflows zugeflossen sei.
In den vergangenen Quartalen hätten die Heraufstufungen die Herabstufungen im Investment-Grade-Segment um etwa das 2,5-Fache überstiegen. Das Wachstum in Europa sei zwar moderat, aber positiv. Dies stütze die Kreditwürdigkeit: Unternehmen könnten ihre Kupons bedienen und Schulden refinanzieren, ohne dass übermäßige Ausgaben oder eine zu starke Ausweitung begünstigt würden.
Die Kapitalflüsse dürften weiterhin günstig bleiben. Die Staaten täten sich schwer damit, ihre hohen Defizite zu reduzieren. Dies erhöhe das Angebot an Staatsanleihen. Anleger könnten Unternehmensanleihen bevorzugen, die ein stabileres Risikoprofil und höhere Renditen böten.
Es würden moderate positive Gesamtrenditen erwartet, die hauptsächlich durch Carry- und Kuponerträge getrieben würden. Deutlich ausweiten dürften sich die Spreads nicht, es sei denn, es käme zu einem makroökonomischen Schock, wie etwa einer Rezession, einer Inflationsüberraschung oder einer schlecht gemanagten Welle von KI-Investitionen.
Wenn die Fundamentaldaten solide und die technischen Bedingungen günstig blieben, könnten die Spreads von Investment-Grade- und Hochzinsanleihen über einen längeren Zeitraum innerhalb einer bestimmten Bandbreite verharren. Zu bevorzugen seien ausgewählte Emittenten mit starken Bilanzen, moderater Verschuldung, geringem Refinanzierungsbedarf und Wachstumschancen, die nicht zyklischen Schwankungen unterlägen.
Angesichts der engen Spreads könne sich ein einziges negatives Ereignis direkt auf die Bewertungen auswirken. Der Spielraum für eine weitere Straffung sei dagegen eng begrenzt. Das Gesamtbild sei dennoch positiv: Starke Fundamentaldaten, stetiges Wachstum, diszipliniertes Unternehmensverhalten und günstige technische Faktoren deuteten darauf hin, dass sich Unternehmensanleihen im neuen Jahr als stabil und widerstandsfähig erweisen würden. (16.12.2025/alc/a/a)


