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Unternehmensanleihen: Nachfrage ein Zeichen zunehmenden Vertrauens
12.07.12 08:50
Der Aktionär
Kulmbach (www.anleihencheck.de) - In ihrer aktuellen Ausgabe haben die Experten des Anlegermagazins "Der Aktionär" das Segment der Unternehmensanleihen näher unter die Lupe genommen.
Die zunehmende Schuldenmacherei verderbe den Anlegern die Lust auf Staatsanleihen. Die Experten würden konstatieren, dass Investoren inzwischen manchem Unternehmen mehr trauen würden, als einigen Regierungen. Aus Angst vor einer Überforderung Deutschlands durch die Euro-Krise hätten namhafte Investmenthäuser deutsche Staatsanleihen abgegeben. So hätten bspw. Pimco und Carmignac deutsche Staatstitel aus dem Portfolio geworfen.
Andererseits sollten sich Anleger selbst von verlockenden Zinsen wie die knapp sieben Prozent, die mancher Staat für Anleihen entrichten müsse, nicht in Versuchung führen lassen. Das Schicksal der Griechenland-Bonds sollte als Warnung reichen. Selbst Unternehmensanleihen aus Pleiteländern würden ins Börsenabseits geraten. Insofern werde die Länderkomponente bei der Risikobeurteilung von Corporate Bonds deutlich an Gewicht zunehmen. Inzwischen würden aber Unternehmensanleihen aus den Kernstaaten nach Einschätzung des WGZ-Analysten Markus Roß als eine Art sicherer Hafen wahrgenommen. So würden Unternehmensanleihen aus dem Kreis der 30 DAX-Mitglieder bis zu 6,12% Rendite bieten.
Allerdings sollte der Aktienkurs des emittierenden Unternehmens als Bonitätswächter wahrgenommen werden. Wer sich bspw. für den 6,75%igen Bond (ISIN XS0801261156/ WKN A1G6WT) von Schaeffler Finance B.V. interessiere, sollte den Kurs von Continental im Auge behalten. Die Unternehmensanleihe des hoch verschuldeten Automobilzulieferers Schaeffler profitiere von der Besicherung durch Conti-Aktien und von der Wertentwicklung des 36%-Anteils, den Schaeffler an Conti halte.
Bei einer Investition in die 6,25%ige Unternehmensanleihe (ISIN XS0743603358/ WKN A1MLPA) der Franz Haniel & Cie. GmbH sollten Anleger auch den Kurs der Metro-Aktie beobachten. Die Holdingsgesellschaft halte direkt und indirekt 34,24% der stimmberechtigten Metro-Aktien. Der Handelswert habe binnen drei Monaten knapp ein Viertel seines Börsenwertes eingebüßt.
Bei KTG Agrar würden gleich zwei Aktiennotierungen eine Einschätzung unterstützen. Die Unternehmensanleihe (ISIN DE000A1H3VN9/ WKN A1H3VN) von KTG Agrar trage einen Kupon von 7,125% und rentiere bei einem Kurs von 101% und Fälligkeit per 06.06.2017 mit 6,87%. Die Aktien des Agrar-Unternehmens würden schon seit Längerem notiert und durch einen Teil-Börsengang der Energiesparte sei nun ein zweiter Anteilsschein hinzugekommen. Die Transaktion habe dem Unternehmen 10,7 Mio. EUR frische Mittel beschert, es bleibe aber zu 70% Mehrheitseigner der KTG Energie. Die Tochter KTG Energie sei der drittgrößte deutsche Produzent erneuerbarer Energie aus Biogas. Gleichwohl sollten Anleger nicht viel mehr als den Nominalwert bei dieser Anleihe investieren, da sie mit einem Kündigungsrecht ausgestattet sei. Es sei dann ärgerlich, wenn bspw. nach einem Kauf zu 103% kurz danach die Anleihen vom Emittenten zum Nennwert zurückgefordert würden.
Nach Einschätzung der Experten sollten Unternehmensanleihen solange als sicherer Hafen gelten, solange Bilanzen, Geschäftsmodell aber auch das Rating in Ordnung seien. Hohe Renditen würden auf geringe Bonität, hohe Aktienkurse auf einen erfolgreichen Geschäftsverlauf hindeuten.
Die Experten von "Der Aktionär" empfehlen interessierten Anlegern, bei einem Investment in Unternehmensanleihen auf eine Risikostreuung zu achten und beim Kauf nur mit einem Limit zu arbeiten. (Ausgabe 29) (12.07.2012/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Die zunehmende Schuldenmacherei verderbe den Anlegern die Lust auf Staatsanleihen. Die Experten würden konstatieren, dass Investoren inzwischen manchem Unternehmen mehr trauen würden, als einigen Regierungen. Aus Angst vor einer Überforderung Deutschlands durch die Euro-Krise hätten namhafte Investmenthäuser deutsche Staatsanleihen abgegeben. So hätten bspw. Pimco und Carmignac deutsche Staatstitel aus dem Portfolio geworfen.
Andererseits sollten sich Anleger selbst von verlockenden Zinsen wie die knapp sieben Prozent, die mancher Staat für Anleihen entrichten müsse, nicht in Versuchung führen lassen. Das Schicksal der Griechenland-Bonds sollte als Warnung reichen. Selbst Unternehmensanleihen aus Pleiteländern würden ins Börsenabseits geraten. Insofern werde die Länderkomponente bei der Risikobeurteilung von Corporate Bonds deutlich an Gewicht zunehmen. Inzwischen würden aber Unternehmensanleihen aus den Kernstaaten nach Einschätzung des WGZ-Analysten Markus Roß als eine Art sicherer Hafen wahrgenommen. So würden Unternehmensanleihen aus dem Kreis der 30 DAX-Mitglieder bis zu 6,12% Rendite bieten.
Allerdings sollte der Aktienkurs des emittierenden Unternehmens als Bonitätswächter wahrgenommen werden. Wer sich bspw. für den 6,75%igen Bond (ISIN XS0801261156/ WKN A1G6WT) von Schaeffler Finance B.V. interessiere, sollte den Kurs von Continental im Auge behalten. Die Unternehmensanleihe des hoch verschuldeten Automobilzulieferers Schaeffler profitiere von der Besicherung durch Conti-Aktien und von der Wertentwicklung des 36%-Anteils, den Schaeffler an Conti halte.
Bei KTG Agrar würden gleich zwei Aktiennotierungen eine Einschätzung unterstützen. Die Unternehmensanleihe (ISIN DE000A1H3VN9/ WKN A1H3VN) von KTG Agrar trage einen Kupon von 7,125% und rentiere bei einem Kurs von 101% und Fälligkeit per 06.06.2017 mit 6,87%. Die Aktien des Agrar-Unternehmens würden schon seit Längerem notiert und durch einen Teil-Börsengang der Energiesparte sei nun ein zweiter Anteilsschein hinzugekommen. Die Transaktion habe dem Unternehmen 10,7 Mio. EUR frische Mittel beschert, es bleibe aber zu 70% Mehrheitseigner der KTG Energie. Die Tochter KTG Energie sei der drittgrößte deutsche Produzent erneuerbarer Energie aus Biogas. Gleichwohl sollten Anleger nicht viel mehr als den Nominalwert bei dieser Anleihe investieren, da sie mit einem Kündigungsrecht ausgestattet sei. Es sei dann ärgerlich, wenn bspw. nach einem Kauf zu 103% kurz danach die Anleihen vom Emittenten zum Nennwert zurückgefordert würden.
Nach Einschätzung der Experten sollten Unternehmensanleihen solange als sicherer Hafen gelten, solange Bilanzen, Geschäftsmodell aber auch das Rating in Ordnung seien. Hohe Renditen würden auf geringe Bonität, hohe Aktienkurse auf einen erfolgreichen Geschäftsverlauf hindeuten.
Die Experten von "Der Aktionär" empfehlen interessierten Anlegern, bei einem Investment in Unternehmensanleihen auf eine Risikostreuung zu achten und beim Kauf nur mit einem Limit zu arbeiten. (Ausgabe 29) (12.07.2012/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



