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Ungarn: Notenbank wartet weiter ab


23.07.25 10:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Industrieproduktion in Ungarn gab im Mai nach einem unerwartet guten Vormonat um 1,3 Prozent zum April nach, der Marktkonsens hatte einen Rückgang um 0,4 Prozent erwartet, so die Analysten von Postbank Research.

Der Einkaufsmanagerindex der Industrie sei im Juni zudem von 50,1 auf 48,9 Punkte und somit in die Schrumpfungszone gerutscht.

Der private Konsum habe hingegen im Mai weiter zugelegt, nämlich um 2,1 Prozent zum Vorjahresmonat, nachdem das Umsatzplus im April bei knapp 5 Prozent bestätigt worden sei.

Die Brutto-Lohnzuwächse hätten im April kräftig von 8,4 Prozent im März auf 9,8 Prozent zugleegt - erwartet worden sei "lediglich" ein Anstieg um 8,3 Prozent. Im Mai seien sie jedoch auf 7,7 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote sei im Mai von 4,4 auf 4,3 Prozent gefallen.

Im Mai sei die Inflationsrate von 4,4 auf 4,6 Prozent geklettert, so wie es der Marktkonsens erwartet habe. Die Notenbank habe somit auch Ende Juni eine weiterhin abwartende Haltung und beließ den Leitzins bei 6,5 Prozent signalisiert. Postbank Research rechne aktuell mit einer Wiederaufnahme der Zinssenkungen im dritten Quartal.

Der Forint habe sich im Juni und der ersten Juli-Hälfte um die Marke von EUR/HUF 400 stabilisiert - trotz anhaltender Spannungen zwischen der EU-Kommission und der Regierung. Auf Sicht von sechs Monaten könnte er sich jedoch wieder etwas abschwächen. (Währungsbulletin August 2025) (23.07.2025/alc/a/a)