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US-Zinssenkung um 25 Punkte eingepreist


27.10.25 12:45
MFS Investment Management

Boston (www.anleihencheck.de) - Es scheint beschlossene Sache zu sein, dass die Fed Leitzinsen am 29. Oktober um 25 Basispunkte senken wird, insbesondere wegen der schwachen Arbeitsmarktzahlen, so Erik Weisman, Chefökonom bei MFS Investment Management.

Die Daten für den Verbraucherpreisindex CPI für September würden aufgrund des Shutdowns auf einer begrenzten Stichprobe basieren und dürften die Entscheidung der Fed nicht beeinflussen. Die These, dass die Zölle lediglich einen "einmaligen Preisschock" ausgelöst hätten, scheine sich durchzusetzen. Auch die überraschend hohen Inflationszahlen im Dienstleistungssektor würden keine große Rolle spielen.

Stattdessen konzentriere sich die Fed auf die schwachen Beschäftigungszahlen. Denn die Löhne würden eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung der Inflation im Dienstleistungssektor spielen (ohne die Kosten für Wohnraum). Deshalb sei die Konzentration der Fed auf die Arbeitsmarktdaten nicht ungerechtfertigt. Sollte die Inflation bis weit in die erste Hälfte des Jahres 2026 hinein auf einem hohen Niveau verharren, könnte die Fed die Leitzinsen weniger lockern, als der Markt derzeit einpreise. Aber hier warten wir ab, wie sich die Daten zukünftig entwickeln, so die Experten von MFS Investment Management.

Da noch unklar sei, ob die Fed bis zum 10. Dezember über genügend stichhaltige Makrodaten verfügen werde, würden sich Jerome Powell und andere Mitglieder im Dezember wahrscheinlich nicht festlegen. Sie dürften vielmehr betonen, sich auf die Wirtschaftsdaten zu beziehen, sobald diese wieder verfügbar seien.

Das bedeute jedoch nicht, dass die Sitzung im Dezember ohne Ergebnis verlaufen werde. Die Entwicklung des SOFR (Secured Overnight Financing Rate, Referenzzinssatz für besicherte Tagesgeldgeschäfte in US-Dollar) deute darauf hin, dass der Druck auf den Finanzierungsmarkt steige. Powell habe dieses Problem in seinen letzten Äußerungen anerkannt. Eine Wiederholung der Spannungen auf dem Repo-Markt (dem Markt für kurzfristige, besicherte Kredite) 2019 solle vermieden werden. Folglich könnte die Fed signalisieren, dass sie im Dezember oder auch überraschend früher konkrete Leitlinien für die Beendigung der Quantitativen Straffung bekannt gibt. (27.10.2025/alc/a/a)