US-Verbrauchervertrauen im Sinkflug - Inflationserwartungen bleiben hoch


10.06.25 15:51
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - In dieser Woche werden wichtige Preisdaten veröffentlicht, die die ersten Auswirkungen der jüngsten Zölle zeigen dürften, so die Analysten von Postbank Research in ihrer aktuellen Ausgabe von "PERSPEKTIVEN Week up front".

Am Mittwoch werde ein leichter Anstieg der Verbraucherpreisinflationszahlen für Mai erwartet, (+2,3% gegenüber Vorjahr, mit einem Anstieg der Kern-Verbraucherpreisinflation auf 2,9%), nachdem die Zahlen für April schwach ausgefallen seien, was hauptsächlich auf einen starken Rückgang der Flugpreise zurückzuführen gewesen sei. Im Mai könnten höhere Preise für langlebige Güter wie Haushaltsgeräte, Kraftfahrzeugteile und Bekleidung die Verbraucherpreisinflationszahlen belasten, während die Preise für Kerndienstleistungen stagnieren würden.

Die gleiche Aufwärtsentwicklung werde auch für die am Donnerstag veröffentlichten PPI-Zahlen erwartet. Am Freitag schließlich werden wir die vorläufigen Zahlen des Verbrauchervertrauens der University of Michigan erhalten, das wahrscheinlich von 52,2 auf 50,7 sinken wird, so die Analysten von Postbank Research. Dies stehe im Gegensatz zu den besseren Zahlen aus anderen Umfragen, z.B. der des Conference Board. Wie immer dürften sich die Anleger auf die langfristigen Inflationserwartungen konzentrieren, die sich nach wie vor auf einem hohen Niveau befänden. Die jüngsten monatlichen Veränderungen der Erwartungen der University of Michigan seien allerdings schwieriger zu interpretieren, da sie extrem hohe Werte aufweisen würden.

Fazit: Die Analysten von Postbank Research würden davon ausgehen, dass der Preisdruck im zweiten Halbjahr 2025 zunehmen werde, da sich die Auswirkungen der höheren Zölle zeigen dürften. Dadurch könnte die Verbraucherpreisinflation im Jahr 2025 auf 3,3% steigen und im Jahr 2026 bei 3,2% bleiben. Bei einem weiterhin robusten Arbeitsmarkt dürfte die FED vorsichtig bleiben, um die Inflationserwartungen zu dämpfen und Zweitrundeneffekte zu vermeiden, und ihren Leitzins bis Ende Juni 2026 schrittweise auf 3,25% bis 3,50% senken. (Ausgabe vom 09.06.2025) (10.06.2025/alc/a/a)