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US-Treasuries wurden so stark verkauft wie seit Jahren nicht


21.08.13 14:09
Bankhaus Ellwanger & Geiger

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Totgesagte leben länger - nicht nur in der griechischen Mythologie erfreuen sich Götter und Fabelwesen der Unsterblichkeit, auch im Devisengeschäft scheint dies der Fall zu sein, so die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger.

Der Euro, der insbesondere in der angelsächsischen Analysten- und Hedgefonds-Szene zum Abschuss freigegeben worden sei, zeige derzeit unverhoffte relative Stärke. Der gravierende Ausverkauf vieler Schwellenländer-Währungen, wie der Indischen Rupie oder der Indonesischen Rupiah, oder auch von Rohstoff-Währungen, wie dem Australischen Dollar oder der Norwegischen Krone, stärke offensichtlich den Euro mehr als den US-Dollar.

Der Euro-Höhenflug komme eher überraschend, da die Wirtschaftsdaten in den USA wesentlich besser ausfallen würden, als in der Euro-Zone. Zudem spreche der hohe Zinsabstand im mittel- und langfristigen Zinsbereich im Grunde für die US-Währung. Auch die "Safe-Haven"-Funktion habe in der Vergangenheit bei allen geopolitischen Krisen - von denen es zurzeit genügend gebe - den US-Dollar gestützt.

Der Wind habe sich allerdings seit Juni gedreht. Nicht nur die Schwellenländer würden zum wiederholten Male einen Kapitalexodus erleben, auch US-Treasuries seien von ausländischen Kapitalgebern in so starkem Umfang verkauft worden wie seit Jahren nicht. Grund dafür seien nicht zuletzt die Ankündigungen des Zentralbankchefs der USA, Ben Bernanke, gewesen, die monatlichen Anleihenkäufe der FED in Höhe von circa 85 Mrd. USD sukzessive zurückfahren zu wollen. Dies hätten wohl viele Investoren mit einer Zinserhöhung verwechselt, denn zunächst seien das ja nur kleine, schrittweise Maßnahmen, die im Übrigen dringend notwendig seien.

Es stehe zu hoffen, dass dies nicht die Anzeichen eines fundamentalen Vertrauensverlustes internationaler Investoren in den Greenback seien. Weitere Übertreibungsphasen seien also kurzfristig durchaus zu erwarten. Viele Aktienmärkte der Schwellenländer seien inzwischen wieder auf ein faires Bewertungsniveau abgesunken. Mittel- bis langfristig orientierten Investoren würden sich dort günstige Einstiegschancen bieten. (21.08.2013/alc/a/a)