Erweiterte Funktionen
US-Notenbank beschleunigt die nächsten Zinsschritte
25.04.22 14:15
Bankhaus Carl Spängler & Co
Salzburg (www.anleihencheck.de) - In den USA verschärft der Ukraine-Krieg vor allem das Inflationsproblem, so die Experten vom Bankhaus Carl Spängler & Co.
Es sei dadurch ein noch entschlosseneres Vorgehen der US-Notenbank zu erwarten und davon auszugehen, dass die Leitzinsen nach dem ersten Schritt im März bis Jahresende um weitere 200 Basispunkte erhöht würden. Im ersten Halbjahr 2023 könnten weitere 100 Basispunkte an Zinsschritten hinzukommen. Mit 3,5% läge der Leitzins dann über den Schätzungen der FED für das neutrale Niveau. Das dürfte das Wachstum mittelfristig belasten, jedoch nehme die Notenbank diesen Umstand in Kauf. Daten würden zeigen, dass die Konjunktur in voller Fahrt sei und eine Abkühlung benötige.
So befinde sich der US-Arbeitsmarkt in einem spürbaren Aufschwung. Im letzten halben Jahr seien im Durchschnitt 600.000 neue Stellen entstanden. Damit nehme die Beschäftigung deutlich stärker zu als vor der Pandemie. Beispielsweise seien 2019 im Monatsdurchschnitt nur 164.000 neue Jobs geschaffen worden. In den letzten Monaten habe sich auch das Arbeitsangebot erhöht, da mit dem Rückgang der Covid-Infektionen etliche Amerikaner an den Arbeitsmarkt zurückgekehrt seien. Dennoch sei die Arbeitslosenquote im März auf 3,6% gesunken. Diese sei somit nur noch geringfügig höher als im Februar 2020 (3,5%).
Auch weiter gefasste Indikatoren der Unterbeschäftigung hätten den Pandemie-Schock praktisch vollständig überwunden. In einem engen Arbeitsmarkt könnten die Arbeitnehmer kräftige Lohnzuschläge erzielen. Der durchschnittliche Stundenlohn liege derzeit knapp 6% höher als im Vorjahr. Vor der Pandemie hätten die jährlichen Zuwächse bei etwa 3% gelegen.
Die Notenbank habe somit genügend Argumente für ein Fortführen einer restriktiven Politik. Die FED habe in ihrer März-Sitzung erwartungsgemäß eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte beschlossen. Für die nächste Sitzung im Mai sei ein großer Zinsschritt von 50 Basispunkten sehr wahrscheinlich. Die FED dürfte außerdem bereits in dieser Sitzung den Beginn der Bilanznormalisierung beschließen, indem die Mittel aus fälligen Anleihen nicht mehr reinvestiert würden. Der Abbau des Anleiheportfolios dürfte somit deutlich rascher vor sich gehen als in der Vergangenheit. (25.04.2022/alc/a/a)
Es sei dadurch ein noch entschlosseneres Vorgehen der US-Notenbank zu erwarten und davon auszugehen, dass die Leitzinsen nach dem ersten Schritt im März bis Jahresende um weitere 200 Basispunkte erhöht würden. Im ersten Halbjahr 2023 könnten weitere 100 Basispunkte an Zinsschritten hinzukommen. Mit 3,5% läge der Leitzins dann über den Schätzungen der FED für das neutrale Niveau. Das dürfte das Wachstum mittelfristig belasten, jedoch nehme die Notenbank diesen Umstand in Kauf. Daten würden zeigen, dass die Konjunktur in voller Fahrt sei und eine Abkühlung benötige.
Auch weiter gefasste Indikatoren der Unterbeschäftigung hätten den Pandemie-Schock praktisch vollständig überwunden. In einem engen Arbeitsmarkt könnten die Arbeitnehmer kräftige Lohnzuschläge erzielen. Der durchschnittliche Stundenlohn liege derzeit knapp 6% höher als im Vorjahr. Vor der Pandemie hätten die jährlichen Zuwächse bei etwa 3% gelegen.
Die Notenbank habe somit genügend Argumente für ein Fortführen einer restriktiven Politik. Die FED habe in ihrer März-Sitzung erwartungsgemäß eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte beschlossen. Für die nächste Sitzung im Mai sei ein großer Zinsschritt von 50 Basispunkten sehr wahrscheinlich. Die FED dürfte außerdem bereits in dieser Sitzung den Beginn der Bilanznormalisierung beschließen, indem die Mittel aus fälligen Anleihen nicht mehr reinvestiert würden. Der Abbau des Anleiheportfolios dürfte somit deutlich rascher vor sich gehen als in der Vergangenheit. (25.04.2022/alc/a/a)


