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US-Hypothekenanleihen gewinnen weiter an Qualität


03.05.16 12:17
GAM

Berlin (www.anleihencheck.de) - Für Investoren ist die Zeit gekommen, an den Markt für hypothekenbesicherte Anleihen (Mortgage Backed Securities, kurz MBS) aus den USA zurückzukehren. Zu dieser Einschätzung kommen Gary Singleterry, und Tom Mansley vom Asset Manager GAM.

Seit der Subprime-Krise habe dieses bedeutende Anleihensegment einen elementaren Wandel durchlaufen, in dem viele strukturelle Probleme gelöst worden seien. "Der heutige MBS-Markt in den USA unterscheidet sich komplett von dem Zustand vor dem Ausbruch der Finanzkrise", erläutere Gary Singleterry, Fondsmanager bei GAM. "Einige Investoren misstrauen immer noch der gesamten Anlageklasse. Doch das könnte ein Fehler sein", ergänze sein Kollege Tom Mansley. "Der MBS-Markt hat sich nicht nur deutlich verändert, er bietet den Investoren auch die Möglichkeit, eine der wichtigsten Herausforderungen anzugehen, vor denen sie aktuell stehen: die minimalen oder sogar negativen Renditen traditionell sicherer Anleihen."

Den GAM-Experten zufolge steige der Anteil der US-Bürger, die ein Haus besitzen würden, seit Jahresbeginn wieder leicht an. Zuvor sei die Quote von ihrem Hoch von 69 Prozent im Jahre 2004 stetig gesunken und habe im vergangenen Sommer mit 63,4 Prozent sogar unter dem langjährigen Mittel aus den späten Achtziger- und Neunzigerjahren gelegen. "Dieser Trend war sehr positiv für den Markt", glaube Singleterry, "denn die Eigentumsrate ist auf ein nachhaltiges Niveau zurückgekommen, von dem aus sie nun in gesundem Tempo wieder steigen kann." Deutlich verbesserte Standards bei der Vergabe von Hypothekendarlehen und Kreditratings hätten sich zusätzlich stützend ausgewirkt.

"Heute werden Häuser nicht mehr in erster Linie aus spekulativen Gründen gebaut und gekauft. Die Hauspreise haben ein Niveau erreicht, von dem wir glauben, dass es dem wirtschaftlichem Umfeld, der Erholung am Arbeitsmarkt und der realen Nachfrage in den USA angemessen ist", beobachte Singleterry. So sei auch der Housing Affordability Index gestiegen, mit dem die National Association of Realtors messe, ob eine typische US-Familie sich die Finanzierung eines Hauses leisten könne. Er sei sich daher sicher: "Aus fundamentaler Sicht ist der US-Hausmarkt robust."

Der Hypothekenmarkt selbst durchlaufe einen Schrumpfungsprozess. Das Volumen ausstehender MBS-Anleihen sei per Ende 2015 auf 628 Milliarden US-Dollar gefallen nach 729 Milliarden US-Dollar ein Jahr zuvor. "Wir glauben, dass sich der Trend eines sinkenden Netto-Volumens noch eine Weile fortsetzen wird. Dadurch ergeben sich potenziell gute Renditechancen", so Mansley.

Für das laufende Jahr gehe das GAM-Duo davon aus, dass der MBS-Markt weiter an Qualität gewinnen werde. "Leicht steigende Hauspreise und eine höhere Beschäftigungsrate in den USA sprechen dafür, dass sich die Kreditwürdigkeit über den gesamten Markt hinweg verbessern wird", prognostiziere Singleterry. Durch die aktuelle Ausweitung der Credit Spreads über alle Marktsegmente hinweg habe zudem auch der MBS-Markt an Attraktivität gewonnen. "Vom Kapitalmarktumfeld her erwarten wir, dass die FED ihre Leitzinsen nur sehr langsam anheben und sich die Zinskurve in den USA etwas verflachen wird. Unter diesem Gesichtspunkt dürfte es eine kluge Entscheidung sein, die Duration im Portfolio neutral auszurichten." (03.05.2016/alc/a/a)