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US-Geldpolitik: Neue Woche, neue Frist - und sonst so?
11.07.25 11:35
RBC BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Trump, Trump, Trump: Der US-Präsident gewährt Aufschub im Zollstreit, bringt ein "Großes Schönes Gesetz" auf den Weg und übt weiter Druck auf die Fed aus, so Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management.
Trotz allem würden die US-Anleihemärkte in Wartestellung verharren, während die Märkte in Europa immer noch damit beschäftigt seien, sich auf das neue Niveau der Staatsausgaben einzustellen, stelle Dowding fest.
Die Renditen von US-Staatsanleihen hätten sich kaum in der vergangenen Woche bewegt und die Märkte seien etwas lustlos vor sich hin gedümpelt. Die Zoll-Frist am 9. Juli sei verstrichen, und die US-Regierung habe eine neue "endgültige" Frist zum 1. August angekündigt, die nach Aussage Trumps auf keinen Fall verlängert werde. "Die Anleger scheinen die Übertreibungen aus dem Weißen Haus einstweilen aber zu durchschauen", so Dowding.
Die neuesten US-Arbeitsmarktzahlen würden auf eine robuste US-Wirtschaft hindeuten. Und auch die Verabschiedung der "Big Beautiful Bill" werde als wachstumsfördernd bis ins Jahr 2026 angesehen. Im Laufe des Sommers sei jedoch mit etwas schwächeren Daten zu rechnen.
Die Inflation dürfte steigen, denn die Preiserhöhungen infolge der Zölle würden an den Verbraucher durchgereicht werden. Bislang scheine das aber noch nicht der Fall zu sein, so dass der Bericht zum Verbraucherpreisindex nächste Woche günstig ausfallen könnte. Dementsprechend erwarte Dowding in den nächsten Wochen noch lautere Rufe der Trump-Regierung nach einer Zinssenkung.
Das könnte die Renditen von US-Anleihen mit kürzeren Laufzeiten unterstützen. Auch die Aussicht auf einen neuen Fed-Vorsitzenden von Trumps Gnaden, der wie gefordert die Zinsen senke, könnte sich positiv auf 2-jährige Laufzeiten auswirken - und gleichzeitig am Markt für Anleihen mit längeren Laufzeiten zu Verunsicherung führen. Das Emissionsvolumen von Anleihen mit kürzeren Laufzeiten dürfte zusammen mit der Verschuldung steigen, denn das US-Finanzministerium setze auf eine "Bill and Chill"-Emissionspolitik.
In der Eurozone seien die Renditen von Bundesanleihen mit der Anhebung der Wachstumsprognosen gestiegen. Die Märkte seien immer noch damit beschäftigt, das Ausmaß der geplanten fiskalischen Lockerung in der EU einzupreisen. Diese politische Initiative mindere nicht nur die Notwendigkeit einer geldpolitischen Lockerung, sondern werde auch das Angebot in den nächsten Jahren wesentlich erhöhen.
Vor diesem Hintergrund spreche Dowding für eine steilere Zinskurve am langen Ende in der EU, die mit den von ihm erwarteten Bewegungen in den USA übereinstimme, selbst wenn die deutsche Haushaltslage weiterhin deutlich gesünder sei als in den USA.
Am Devisenmarkt habe sich der Dollar in einer relativen Schwankungsbreite bewegt. Der Brasilianische Real habe unter den angedrohten US-Zöllen von 50 Prozent gelitten. Darüber hinaus hätten die USA zusätzliche Zölle für die BRICS-Länder angedroht, falls deren Politik aus Sicht der Trump-Regierung als feindlich eingestuft werde.
Die zweite Monatshälfte könnte relativ ruhig verlaufen, sobald der US-Verbraucherpreisindex veröffentlicht sei. "Mit der Verabschiedung des US-Haushalts hinter uns und nur noch der Fed-Sitzung am 30. Juli sowie der US-Zollfrist am 1. August vor uns könnte die Marktlage eine Weile lang anhalten - wenn nicht doch noch etwas dazwischenkommt", so Dowding.
Dowding falle auf, dass nur wenige der globalen Investoren, mit denen er derzeit im Gespräch sei, eine starke Meinung vertreten würden. Die zwei bestimmenden Themen seien die steilere Zinskurve und der schwächere Dollar.
Falls es zu einem Gegentrend kommen sollte, halte Dowding eine kurzfristige Dollaraufwertung für wahrscheinlicher als eine flachere Zinskurve. Die Zinskurve wäre anfälliger, wenn sowohl das Wachstum als auch die Inflation deutlich steigen würden, obwohl Dowding dies auf kurze Sicht für eher unwahrscheinlich halte. Deshalb sehe er in Curve-Trades die besten Chancen im derzeitigen makro-ökonomischen Umfeld mit Blick auf Risiko und Ertrag. (11.07.2025/alc/a/a)
Trotz allem würden die US-Anleihemärkte in Wartestellung verharren, während die Märkte in Europa immer noch damit beschäftigt seien, sich auf das neue Niveau der Staatsausgaben einzustellen, stelle Dowding fest.
Die Renditen von US-Staatsanleihen hätten sich kaum in der vergangenen Woche bewegt und die Märkte seien etwas lustlos vor sich hin gedümpelt. Die Zoll-Frist am 9. Juli sei verstrichen, und die US-Regierung habe eine neue "endgültige" Frist zum 1. August angekündigt, die nach Aussage Trumps auf keinen Fall verlängert werde. "Die Anleger scheinen die Übertreibungen aus dem Weißen Haus einstweilen aber zu durchschauen", so Dowding.
Die neuesten US-Arbeitsmarktzahlen würden auf eine robuste US-Wirtschaft hindeuten. Und auch die Verabschiedung der "Big Beautiful Bill" werde als wachstumsfördernd bis ins Jahr 2026 angesehen. Im Laufe des Sommers sei jedoch mit etwas schwächeren Daten zu rechnen.
Die Inflation dürfte steigen, denn die Preiserhöhungen infolge der Zölle würden an den Verbraucher durchgereicht werden. Bislang scheine das aber noch nicht der Fall zu sein, so dass der Bericht zum Verbraucherpreisindex nächste Woche günstig ausfallen könnte. Dementsprechend erwarte Dowding in den nächsten Wochen noch lautere Rufe der Trump-Regierung nach einer Zinssenkung.
In der Eurozone seien die Renditen von Bundesanleihen mit der Anhebung der Wachstumsprognosen gestiegen. Die Märkte seien immer noch damit beschäftigt, das Ausmaß der geplanten fiskalischen Lockerung in der EU einzupreisen. Diese politische Initiative mindere nicht nur die Notwendigkeit einer geldpolitischen Lockerung, sondern werde auch das Angebot in den nächsten Jahren wesentlich erhöhen.
Vor diesem Hintergrund spreche Dowding für eine steilere Zinskurve am langen Ende in der EU, die mit den von ihm erwarteten Bewegungen in den USA übereinstimme, selbst wenn die deutsche Haushaltslage weiterhin deutlich gesünder sei als in den USA.
Am Devisenmarkt habe sich der Dollar in einer relativen Schwankungsbreite bewegt. Der Brasilianische Real habe unter den angedrohten US-Zöllen von 50 Prozent gelitten. Darüber hinaus hätten die USA zusätzliche Zölle für die BRICS-Länder angedroht, falls deren Politik aus Sicht der Trump-Regierung als feindlich eingestuft werde.
Die zweite Monatshälfte könnte relativ ruhig verlaufen, sobald der US-Verbraucherpreisindex veröffentlicht sei. "Mit der Verabschiedung des US-Haushalts hinter uns und nur noch der Fed-Sitzung am 30. Juli sowie der US-Zollfrist am 1. August vor uns könnte die Marktlage eine Weile lang anhalten - wenn nicht doch noch etwas dazwischenkommt", so Dowding.
Dowding falle auf, dass nur wenige der globalen Investoren, mit denen er derzeit im Gespräch sei, eine starke Meinung vertreten würden. Die zwei bestimmenden Themen seien die steilere Zinskurve und der schwächere Dollar.
Falls es zu einem Gegentrend kommen sollte, halte Dowding eine kurzfristige Dollaraufwertung für wahrscheinlicher als eine flachere Zinskurve. Die Zinskurve wäre anfälliger, wenn sowohl das Wachstum als auch die Inflation deutlich steigen würden, obwohl Dowding dies auf kurze Sicht für eher unwahrscheinlich halte. Deshalb sehe er in Curve-Trades die besten Chancen im derzeitigen makro-ökonomischen Umfeld mit Blick auf Risiko und Ertrag. (11.07.2025/alc/a/a)


