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US-Erzeugerpreisindex im Vergleich zum August angestiegen


12.10.23 15:00
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der US-Erzeugerpreisindex (PPI) stieg im Vergleich zum August an, so die Experten von XTB.

Dies unterstreiche die anhaltende Inflationstendenz. Allerdings habe die unerwartet hohe PPI nicht zu einem Anstieg der Renditen von Staatsanleihen aus zwei Hauptgründen geführt.

Erstens sei der Großteil des Anstiegs im PPI auf gestiegene Warenpreise zurückzuführen gewesen, während die Preise für Dienstleistungen nur leicht angestiegen seien. Dies werfe Zweifel daran, ob die FED tatsächlich befürchtete Preisanstiege bei Dienstleistungen sehen werde.

Preiserhöhungen bei Waren würden in der Regel als vorübergehend gelten, da sie oft auf steigende Rohstoffpreise zurückzuführen seien, die normalerweise temporär seien. Der zweite Grund, warum die Märkte den PPI ignoriert hätten, sei gewesen, dass der Anstieg der Energiepreise als Haupttreiber für den Anstieg der Warenpreise angesehen worden sei. Infolgedessen hätten die Märkte erwartet, dass die FED den unerwartet hohen PPI hauptsächlich auf die steigenden Ölpreise zurückgeführt habe.

Es sei jedoch wichtig zu beachten, dass eine ähnliche Reaktion nicht erwartet werde, wenn der US-Verbraucherpreisindex (CPI) heute positiv ausfalle, insbesondere wenn der Kern-CPI und der "Superkern"-VPI (auch bekannt als Kerndienstleistungs-VPI) solide Zuwächse aufweisen würden. Bei einem positiven CPI-Bericht, sofern die Details nicht anderes nahelegen würden, könnten höhere Renditen und niedrige Aktienkurse erwartet werden.

Hier seien drei mögliche Szenarien für den VPI Bericht:

"Guter" VPI Report: Kern VPI unter 0,3% m/m (im Monatsvergleich), 4,1% y/y (im Jahresvergleich)

Eine starke Rallye könnte bevorstehen. Ein erneuter Rückgang des Kern-CPI könnte die Inflationsbedenken mildern und zu einem Rückgang der Staatsanleihenrenditen sowie einer Aktienrallye führen. Technologie- und Wachstumswerte dürften hiervon profitieren, ebenso wie andere Sektoren, wenn auch in geringerem Maße. Staatsanleihenrenditen könnten um mehr als 10 Basispunkte fallen, da die Märkte darauf vertrauen, dass die FED ihre Zinserhöhungen abgeschlossen habe. Der Dollar-Index dürfte in Richtung 105 sinken. Rohstoffe, besonders Gold, könnten von einem schwächeren US-Dollar profitieren.

Erwarteter aber "schlechter" VPI Report: Kern VPI 0,3% m/m, 4,1% bis 4,3% y/y

Ein Wert in diesem Bereich würde einen Rückgang des Kerninflationsindex widerspiegeln, der jedoch geringer ausfalle als erwartet, könnte Ängste vor einer stockenden Inflationsverlangsamung schüren. Das könnte einen leichten Verkaufsdruck auf Aktien ausüben, wobei Techwerte und defensive Sektoren besser abschneiden würden.

In Bezug auf die FED und Anleihen würde ein solcher Wert voraussichtlich keine Zinserhöhungspläne für 2023 verstärken, aber Investoren könnten sich auf die "Höher-für-länger"-Strategie der FED einstellen müssten, was moderate Anstiege bei Staatsanleiherenditen und dem Dollar-Index zur Folge haben könnte. Rohstoffe, einschließlich Gold, können unter einem stärkeren Dollar leiden. Ein solcher Wert sei nicht grundsätzlich schlecht, könnte aber in einem nervösen Markt die Sorgen über die Inflation erneut anheizen und zu Rückgängen bei Aktien und Anleihen führen.

"Sehr Schlechter VPI Report: Kern VPI über 0,3% m/m, 4,3% y/y

Ein kräftiger Abverkauf würde einsetzen, falls der VPI-Bericht unerwartet stark steige und die Sorgen vor einer anziehenden Inflation verstärkt würden. Dies würde zu einem wahrscheinlichen Anstieg der Staatsanleihenrenditen um über 15 Basispunkte führen. Dieser Renditeanstieg würde erneut den Aktienmarkt belasten, ähnlich wie seit Anfang August. Defensive Sektoren könnten sich vergleichsweise besser behaupten, aber alle 11 Sektoren im S&P 500 dürften an diesem Tag wahrscheinlich Verluste verzeichnen.

Der Dollar-Index würde voraussichtlich rasch steigen, über 107 und auf dem Weg zu 108, da der Markt eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im November einpreisen würde. Rohstoffe würden voraussichtlich aufgrund des stärkeren Dollars und der Bedenken bezüglich des zukünftigen Wirtschaftswachstums zurückgehen. (12.10.2023/alc/a/a)