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US-Anleihen: Langfristige Entwicklung der Renditen rückt in den Mittelpunkt
02.04.13 14:42
Bank Sarasin & Cie AG
Zürich (www.anleihencheck.de) - Ben Bernanke, der Vorsitzende der US-Notenbank Fed musste sich nach der März-Sitzung des Offenmarktausschusses einige kritische Fragen zum Anleihen-Portfolio des Fed gefallen lassen, so Dr. Alessandro Bee, Ökonom bei der Bank Sarasin & Cie AG.
Die US-Notenbank halte in diesem Portfolio inzwischen US-Staatsanleihen im Wert von rund 1.800 Mrd. USD. Ein Arbeitspapier von renommierten Ökonomen habe kürzlich aufgezeigt, dass ein Anstieg der Treasury-Renditen auf 5% bis ins Jahr 2020 zu Verlusten auf dem Anleihen-Portfolio der FED von bis zu 50 Mrd. USD führen könnte. Ein Anstieg der Renditen sei nicht nur die Sorge der US-Notenbank alleine, denn alle Anleihenklassen hätten von den rekordtiefen Leitzinsen der letzten Jahre profitiert. Darum dürfte nicht nur Ben Bernanke brennend an der Frage interessiert sein, wo in der mittleren Frist die US-Renditen notieren würden und ob dann ein Bond-Crash drohe.
Dies hänge in erster Linie von der Entwicklung der US-Wirtschaft ab, welche sich noch immer in einer prekären Situation befinde: Der Arbeitsmarkt sei weit von der Vollbeschäftigung entfernt und sowohl die privaten Haushalte als auch die Regierung seien mitten in einem schmerzhaften Deleveraging-Prozess. Bernanke betone daher regelmäßig, die Leitzinsen solange bei Null halten zu wollen, bis die US-Wirtschaft wieder zu einer normalen Auslastung zurückgefunden habe.
Normalisiere sich die US-Wirtschaft in den nächsten Jahren schrittweise, würden die Renditen in den USA vom heute rekordtiefen Niveau kontinuierlich ansteigen müssen. Denn die Kapitalmärkte würden irgendwann antizipieren, dass die Nullzinsphase zu Ende gehe. Allerdings legte die von der FED kommunizierte Geldpolitik eine nur sehr langsame Erhöhung der Renditen nahe. Selbst im Jahr 2016 erwarte die Bank Sarasin die zehnjährigen Renditen nur knapp über der 3%-Marke. Mit diesem graduellen Anstieg der Renditen dürften die US-Anleihen - oder Staatsanleihen im Allgemeinen - in den nächsten Jahren nicht zu den Gewinnern am Kapitalmarkt gehören; eine Grundlage für einen Bond-Crash sei jedoch nicht gegeben.
Hinzu komme, dass die heutige Geldpolitik der US-Notenbank auf der Annahme beruhe, dass es in den nächsten Jahren relativ reibungslos gelingen werde, die US-Wirtschaft wieder ins Gleichgewicht zurückzuführen. Angesichts dieser optimistischen Prognosen der FED bestehe das Risiko, dass ein konjunktureller Rückschlag oder eine Zuspitzung im Steuerstreit die FED zwingen werde, seine Annahmen zu revidieren und den Ausstieg aus der Nullzinspolitik um ein bis zwei Jahre zu verschieben. Heute plane die US-Notenbank das Ende der Nullzinspolitik im Jahr 2015. Eine Verlängerung der Nullzinspolitik ins Jahr 2016 würde bei zehnjährigen Renditen einen Rückgang von einem halben Prozent rechtfertigen. Dieses Risiko, welches klar in Richtung tieferer Renditen hindeute, spreche ebenfalls gegen einen Ausverkauf bei US-Anleihen. (02.04.2013/alc/a/a)
Die US-Notenbank halte in diesem Portfolio inzwischen US-Staatsanleihen im Wert von rund 1.800 Mrd. USD. Ein Arbeitspapier von renommierten Ökonomen habe kürzlich aufgezeigt, dass ein Anstieg der Treasury-Renditen auf 5% bis ins Jahr 2020 zu Verlusten auf dem Anleihen-Portfolio der FED von bis zu 50 Mrd. USD führen könnte. Ein Anstieg der Renditen sei nicht nur die Sorge der US-Notenbank alleine, denn alle Anleihenklassen hätten von den rekordtiefen Leitzinsen der letzten Jahre profitiert. Darum dürfte nicht nur Ben Bernanke brennend an der Frage interessiert sein, wo in der mittleren Frist die US-Renditen notieren würden und ob dann ein Bond-Crash drohe.
Normalisiere sich die US-Wirtschaft in den nächsten Jahren schrittweise, würden die Renditen in den USA vom heute rekordtiefen Niveau kontinuierlich ansteigen müssen. Denn die Kapitalmärkte würden irgendwann antizipieren, dass die Nullzinsphase zu Ende gehe. Allerdings legte die von der FED kommunizierte Geldpolitik eine nur sehr langsame Erhöhung der Renditen nahe. Selbst im Jahr 2016 erwarte die Bank Sarasin die zehnjährigen Renditen nur knapp über der 3%-Marke. Mit diesem graduellen Anstieg der Renditen dürften die US-Anleihen - oder Staatsanleihen im Allgemeinen - in den nächsten Jahren nicht zu den Gewinnern am Kapitalmarkt gehören; eine Grundlage für einen Bond-Crash sei jedoch nicht gegeben.
Hinzu komme, dass die heutige Geldpolitik der US-Notenbank auf der Annahme beruhe, dass es in den nächsten Jahren relativ reibungslos gelingen werde, die US-Wirtschaft wieder ins Gleichgewicht zurückzuführen. Angesichts dieser optimistischen Prognosen der FED bestehe das Risiko, dass ein konjunktureller Rückschlag oder eine Zuspitzung im Steuerstreit die FED zwingen werde, seine Annahmen zu revidieren und den Ausstieg aus der Nullzinspolitik um ein bis zwei Jahre zu verschieben. Heute plane die US-Notenbank das Ende der Nullzinspolitik im Jahr 2015. Eine Verlängerung der Nullzinspolitik ins Jahr 2016 würde bei zehnjährigen Renditen einen Rückgang von einem halben Prozent rechtfertigen. Dieses Risiko, welches klar in Richtung tieferer Renditen hindeute, spreche ebenfalls gegen einen Ausverkauf bei US-Anleihen. (02.04.2013/alc/a/a)


