Erweiterte Funktionen
USA: Weiche Landung unwahrscheinlich
06.04.22 12:57
Der Aktionär
Kulmbach (www.anleihencheck.de) - Die FED wolle die Zinsen rasch anheben und die Bilansumme schnell reduzieren, so Markus Bußler vom Anlegermagazin "Der Aktionär".
Die Inflation, die in den USA drohe aus dem Ruder zu laufen oder bereits aus dem Ruder gelaufen sei, solle mit aller Macht bekämpft werden. FED-Chef Jerome Powell gehe davon aus, dass es eine weiche Landung geben werde. Das erscheine aber mit Blick auf die Vergangenheit unwahrscheinlich.
Powell habe unlängst davon gesprochen, dass die US-Wirtschaft zwar gebremst werden werde, aber nicht so stark, dass sie wirklich in eine Rezession rutsche. Das erscheine ob der Daten, die uns aus den USA erreichen würden, unwahrscheinlich. Die Zinskurven würden invertieren, sprich für kürzere Laufzeiten bekomme man höhere Zinsen als für längere Laufzeiten. In der Vergangenheit sei das Auftreten einer inversen Zinskurve häufig der Vorbote einer Rezession gewesen. Nun melde sich auch die Wissenschaft zu Wort: Larry Summers von der Harvard University habe ein Papier veröffentlicht, in dem er belegt habe, dass es seit 1955 keine Zeit gegeben habe, in der das Lohnwachstum über 5% und die Arbeitslosenquote unter 5% gelegen hätten und es nicht binnen der nächsten 24 Monate zu einer Rezession gekommen sei.
Die FED scheine aktuell in ihren Bemühungen, Versäumtes nachzuholen, über das Ziel hinausschießen zu wollen. Lange Zeit sei die Inflation als vorübergehend angesehen worden. Nun, da sich herauskristallisiert habe, dass sie das nicht sei, beginne sie zu handeln. Die Wirtschaft befinde sich jedoch bereits wieder am Abkühlen. Die Worte von FED-Mitglied Lael Brainard, dass die US-Notenbank die Zinsen rasch anheben und die Bilanzsumme deutlich reduzieren wolle, seien deshalb vom Markt mit Sorge aufgenommen worden.
Grundsätzlich sei eine Rezession keine Katastrophe, sie gehöre zu Wirtschaftszyklen dazu. Nur die FED scheine sich aktuell nicht darauf vorzubereiten, dass es wirklich zu einer Rezession komme, sondern sei mit der Inflationsbekämpfung beschäftigt. Das könnte sich erneut als Fehler herausstellen. Die "weiche Landung" sei vermutlich ebenso ein Traum wie die "vorübergehende Inflation". Und das beunruhige eine Anleger nicht ganz zu unrecht. (06.04.2022/alc/a/a)
Die Inflation, die in den USA drohe aus dem Ruder zu laufen oder bereits aus dem Ruder gelaufen sei, solle mit aller Macht bekämpft werden. FED-Chef Jerome Powell gehe davon aus, dass es eine weiche Landung geben werde. Das erscheine aber mit Blick auf die Vergangenheit unwahrscheinlich.
Die FED scheine aktuell in ihren Bemühungen, Versäumtes nachzuholen, über das Ziel hinausschießen zu wollen. Lange Zeit sei die Inflation als vorübergehend angesehen worden. Nun, da sich herauskristallisiert habe, dass sie das nicht sei, beginne sie zu handeln. Die Wirtschaft befinde sich jedoch bereits wieder am Abkühlen. Die Worte von FED-Mitglied Lael Brainard, dass die US-Notenbank die Zinsen rasch anheben und die Bilanzsumme deutlich reduzieren wolle, seien deshalb vom Markt mit Sorge aufgenommen worden.
Grundsätzlich sei eine Rezession keine Katastrophe, sie gehöre zu Wirtschaftszyklen dazu. Nur die FED scheine sich aktuell nicht darauf vorzubereiten, dass es wirklich zu einer Rezession komme, sondern sei mit der Inflationsbekämpfung beschäftigt. Das könnte sich erneut als Fehler herausstellen. Die "weiche Landung" sei vermutlich ebenso ein Traum wie die "vorübergehende Inflation". Und das beunruhige eine Anleger nicht ganz zu unrecht. (06.04.2022/alc/a/a)


