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USA: Überraschender Rückgang der Anleihekurse


19.10.23 11:48
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Unter den FOMC-Mitgliedern sind die Meinungen über die nächste Zinserhöhung inzwischen geteilt, so die Experten von XTB.

Aus den Kommentaren einiger Banker gehe hervor, dass das derzeitige Niveau ausreichend hoch sei, um die Inflation auf das Zielniveau zu bringen und die Wirtschaft abzukühlen - dies sei beispielsweise die Ansicht von Harker. Die übrigen Notenbanker würden dagegen optimistisch bleiben und eine weitere Zinserhöhung auf der Dezember-Sitzung signalisieren. Waller habe sich gestern in diesem Sinne geäußert.

Am Markt für 10-jährige US-Staatsanleihen würden die steigenden Renditen darauf hindeuten, dass der Markt eine weitere Zinserhöhung erwarte. Der Rückgang der Anleihekurse und folglich der Anstieg ihrer Renditen sei überraschend, insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden geopolitischen Spannungen zwischen Israel und der Hamas. Gold sei seit Beginn des Krieges um über 7,0% gestiegen, was die Kapitalflucht in weniger riskante Anlagen rechtfertige. Am Anleihemarkt seien jedoch keine Preissteigerungen, sondern immer tiefere Tiefststände zu beobachten.

Eine solche Situation könne nicht mehr lange anhalten. Auf dem Bild, das den invertierten Kurs 10-jähriger Anleihen mit dem Dollar-Index vergleiche, sei eine deutliche Abweichung zu erkennen. Der Dollar sei nach wie vor stark, rechtfertige aber nicht einen so starken Rückgang der Anleihekurse. Möglicherweise werde es im Dezember nur noch eine weitere Zinserhöhung geben. Dies würde darauf hindeuten, dass die Abwärtsbewegung der Anleihekurse bereits begrenzt sein könnte.

Bei der wöchentlichen Betrachtung der Kursnotierungen für 10-jährige Anleihen könne man feststellen, dass wir uns derzeit sehr nahe an den Tiefstständen befinden würden, die kurz vor der Krise 2008 erreicht worden seien. Damals habe der Index einen Stand von 104,5 Punkten erreicht, was nur 1,0% unter dem aktuellen Niveau liege. (19.10.2023/alc/a/a)