Erweiterte Funktionen
USA: Der "Reflation Trade" ist zurück
28.09.17 09:15
National-Bank AG
Essen (www.anleihencheck.de) - Die Bondskurse kamen gestern kräftig unter Druck, so die Analysten der National-Bank AG.
Als eine Ursache sei der etwas stärkere Anstieg der Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter in den USA ausgemacht worden. Schaue man jedoch genau auf die Daten, seien diverse Sondereffekte dafür verantwortlich, die eher einen Einmalcharakter hätten. Die entscheidende Ursache für den Ausverkauf insbesondere von US-Treasuries, der sich im asiatischen Handel heute Morgen fortgesetzt habe, sei die Rückkehr des "Reflation Trade", denn gestern sei von einer Gruppe von republikanischen Abgeordneten ("big six") die Steuerpläne vorgestellt worden. Es solle danach massive Steuersenkungen für die Bevölkerung und die Unternehmen geben. Zugleich sei deutlich geworden, dass zahlreiche Steuerschlupflöcher geschlossen bzw. die Abzugsfähigkeit von Aufwendungen eingeschränkt oder völlig beendet werden solle. Es sei aber offen geblieben, was damit konkret gemeint sein könnte. Bei der Gegenfinanzierung sei man also, wie schon gewohnt, sehr vage geblieben.
Vermutlich würden die Republikaner hoffen, dass sich große Teile der Steuerreform über höheres Wachstum schon selbst finanzieren würden. Dabei seien genügend Beispiele vorhanden, dass das ein Trugschluss sei. Letztlich sei es aber die Hoffnung auf eine Beschleunigung des Wachstums und damit einhergehend höherer Teuerungsraten sowie die Erwartung größerer Haushaltsdefizite, die für den kräftigen Anstieg der Renditen verantwortlich seien. Allerdings sei es noch ein sehr weiter Weg, bis die Steuerpläne tatsächlich in die Tat umgesetzt werden könnten. Und ob die fiskalkonservativen Kräfte in Reihen der Republikaner ein exzessives deficit spending zulassen würden, dürfe nach wie vor bezweifelt werden.
Zweifelsohne werde die Steuerreform in den USA nun wieder einige Tage eines der wichtigeren Themen werden. Heute dürfte am Vormittag die Stimmungsindikatoren der Europäischen Kommission ebenfalls Beachtung finden. Letztlich würden sie, wie bereits die Schätzungen, nur anzeigen, dass es die europäische Wirtschaft robust sei. Den vorläufigen deutschen Preisdaten werde ebenfalls Aufmerksamkeit geschenkt werden, wobei sich der Preisauftrieb in Grenzen halten dürfte. Letztlich würden der EZB weitere Argumente geliefert, den geldpolitischen Stimulus zu reduzieren.
Erneut würden sich zahlreichen Notenbankvertreter äußern. Von den EZB-Notenbankern seien jedoch keine Impulse zu erwarten. Die Aussagen der US-Notenbanker seien dagegen zu beachten. Schließlich sei gestern deutlich geworden, dass nicht alle von einer nächsten Leitzinserhöhung durch die FED im Dezember überzeugt seien. Es rege sich Widerstand.
Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte heute Morgen erst einmal unter Druck bleiben und dementsprechend mit leichten Verlusten in den Tag starten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 160,30 und 161,80 bewegen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,26 und 2,41% schwanken, wobei die Emission der siebenjährigen T-Notes am Abend unter keinem guten Stern stehe. (28.09.2017/alc/a/a)
Als eine Ursache sei der etwas stärkere Anstieg der Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter in den USA ausgemacht worden. Schaue man jedoch genau auf die Daten, seien diverse Sondereffekte dafür verantwortlich, die eher einen Einmalcharakter hätten. Die entscheidende Ursache für den Ausverkauf insbesondere von US-Treasuries, der sich im asiatischen Handel heute Morgen fortgesetzt habe, sei die Rückkehr des "Reflation Trade", denn gestern sei von einer Gruppe von republikanischen Abgeordneten ("big six") die Steuerpläne vorgestellt worden. Es solle danach massive Steuersenkungen für die Bevölkerung und die Unternehmen geben. Zugleich sei deutlich geworden, dass zahlreiche Steuerschlupflöcher geschlossen bzw. die Abzugsfähigkeit von Aufwendungen eingeschränkt oder völlig beendet werden solle. Es sei aber offen geblieben, was damit konkret gemeint sein könnte. Bei der Gegenfinanzierung sei man also, wie schon gewohnt, sehr vage geblieben.
Zweifelsohne werde die Steuerreform in den USA nun wieder einige Tage eines der wichtigeren Themen werden. Heute dürfte am Vormittag die Stimmungsindikatoren der Europäischen Kommission ebenfalls Beachtung finden. Letztlich würden sie, wie bereits die Schätzungen, nur anzeigen, dass es die europäische Wirtschaft robust sei. Den vorläufigen deutschen Preisdaten werde ebenfalls Aufmerksamkeit geschenkt werden, wobei sich der Preisauftrieb in Grenzen halten dürfte. Letztlich würden der EZB weitere Argumente geliefert, den geldpolitischen Stimulus zu reduzieren.
Erneut würden sich zahlreichen Notenbankvertreter äußern. Von den EZB-Notenbankern seien jedoch keine Impulse zu erwarten. Die Aussagen der US-Notenbanker seien dagegen zu beachten. Schließlich sei gestern deutlich geworden, dass nicht alle von einer nächsten Leitzinserhöhung durch die FED im Dezember überzeugt seien. Es rege sich Widerstand.
Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte heute Morgen erst einmal unter Druck bleiben und dementsprechend mit leichten Verlusten in den Tag starten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 160,30 und 161,80 bewegen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,26 und 2,41% schwanken, wobei die Emission der siebenjährigen T-Notes am Abend unter keinem guten Stern stehe. (28.09.2017/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,6303 € | 125,3577 € | 0,2726 € | +0,22% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 131,95 € | 124,26 € | |


