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USA: Kann die Preisentwicklung die Fed-Zinssenkung noch stoppen?


05.09.25 12:52
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Einflussfaktoren und Signale lassen für die Augustwerte kaum eine Abkühlung des allgemeinen Preisdrucks in den USA erwarten, so die Analysten der Helaba.

Zwar hätten die Benzinpreise über weite Strecken des Monats in einer engen Range gelegen und seien weitgehend unverändert gegenüber dem Erhebungszeitraum im Juli geblieben. Andere potenziell preistreibende Faktoren seien jedoch am Werk. So hätten die Preisindizes der ISM-Umfragen sowohl im Verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor jenseits von 60 Punkten gelegen. Auch in den regionalen Umfragen der Fed hätten sich im August hohe Werte bei den Einschätzungen der Absatzpreise gezeigt, und ebenso würden die kleinen und mittelständischen Unternehmen laut NFIB-Befragung auf steigende Verkaufspreise setzen.

Die Fed habe im Beige Book davon berichtet, dass in allen Distrikten die Preise zugelegt hätten und einige "Kontakte" stark steigende Inputpreise gemeldet hätten, auch im Zusammenhang mit der Zollpolitik. Vor dem Hintergrund des im letzten Berichtsmonat deutlich gestiegenen Preisniveaus auf Erzeugerpreisebene dürfe somit ein weiterhin dynamischer monatlicher Anstieg der Verbraucherpreise nicht ausgeschlossen werden. Die CPI-Jahresrate werde wohl nochmals zulegen und sich der 3%-Marke nähern. Die Kernrate werde bei 3,1% unverändert gesehen. Im Vorfeld dazu stünden die Erzeugerpreise an und sollten nicht unbeachtet bleiben.

Eigentlich sei die US-Inflation jenseits des Zielwertes von 2% eher ein Grund zur geldpolitischen Zurückhaltung. Die konjunkturelle Abschwächung und vor allem die zuletzt geringe Dynamik am Arbeitsmarkt würden jedoch Abwärtsrisiken für die Inflation aufkommen lassen, und so werde von einigen FOMC-Mitgliedern erwartet, dass die Teuerung 2026 wieder spürbar nachgebe. Eine Senkung des Fed-Leitzinsbandes um 25 Basispunkte sei nahezu vollständig eskomptiert, und nach dem Beige Book sowie der Serie von Fed-Kommentaren, die sich offen für eine geldpolitische Lockerung gezeigt hätten, bliebe auch mit einem Anstieg der Inflation eine Zinssenkung zur Mitte des Monats wahrscheinlich. (05.09.2025/alc/a/a)