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USA: Erst Beginn mit dem Bilanzabbau, dann weitere Zinserhöhungen
12.07.17 09:28
National-Bank AG
Essen (www.anleihencheck.de) - Die Konjunkturdaten spielten gestern keine Rolle, berichten die Analysten der National-Bank AG.
Das werde sich heute auch nicht ändern. Die einzige Veröffentlichung, die zu Impulsen führen könne, sei die Bekanntgabe des Beige Book am Abend. Die Berichte aus den einzelnen FED-Distrikten sollten Aufschluss darüber geben, ob der Mangel an Arbeitskräften tatsächlich um sich greife und vor allem ob es mehr als nur Stimmungsindikatoren gebe, die eine Belebung im Verarbeitenden Gewerbe anzeigen würden. Schließlich lasse sich der Aufschwung dort in harten Daten bislang kaum ablesen. Außerdem wäre es interessant, zu erfahren, ob der Aufschwung in allen Regionen der USA ankomme. Bisher sei hierzu immer wieder von einer Unwucht berichtet worden. Dennoch würden die Erkenntnisse aus dem Beige Book kaum unmittelbaren Einfluss auf die Geldpolitik der FED haben.
Das weitere Vorgehen der US-Notenbanker gewinne trotzdem mehr und mehr an Konturen. Lael Brainard habe dazu gestern weitere Anhaltspunkte geliefert. Aufgrund ihrer Positionierung im FOMC mache sie sich durchaus Sorgen über die nach wie vor geringe Preisdynamik. Anders als wohl die meisten (stimmberechtigen) FOMC-Mitglieder scheine sie die schwache Preisdynamik nicht zwingend als temporären Faktor anzusehen. Entsprechend zurückhaltend sei sie aktuell hinsichtlich weiterer Leitzinsanpassungen. Sie setze sich jedoch für einen baldigen Abbau der FED-Bilanz ein, was letztlich auch als restriktiverer geldpolitischer Kurs gewertet werden müsse. Die Abfolge der nächsten geldpolitischen Maßnahmen werde dementsprechend der Beginn des Abbaus der FED-Bilanz gefolgt von einem nächsten Zinsschritt sein. Dass beide Maßnahmen gleichzeitig erfolgen würden, sei nun sehr unwahrscheinlich geworden.
Da die FED sowohl unter Bernanke als auch Yellen sehr vorsichtig agiere, dürfte der Bilanzabbau bald, also September, in Angriff genommen werden. Dann würden erst einmal die Reaktionen der Investoren abgewartet, sodass der nächste Leitzinsschritt tatsächlich erst im Dezember erfolgen werde, wenn es aufgrund des Bilanzabbaus zu keinen größeren Verwerfungen komme. Ähnlich wie der geldpolitische Kurs der EZB sei derjenige der FED für die nächsten fünf bis sechs Monate also berechenbar geworden, sofern externe Schock ausbleiben würden. Die Spekulationen über den EZB-Kurs nach Ende des Tapering würden intensiver. Es sei dabei durchaus wahrscheinlich, dass der Satz für die Einlagenfazilität gegen Ende 2018 höher sei als heute. Das setze jedoch voraus, dass der Aufschwung im Euroraum stabil bleibe und restriktivere Kreditvergabekonditionen verkraftbar seien.
Ansonsten hätten Neuigkeiten aus dem Trump-Clan für Irritationen an den Kapitalmärkten sowie einer Schwächung des USD bis fast auf 1,15 EUR/USD gesorgt. Das Thema Russland hole die US-Administration immer wieder ein. Dass gestern nicht mehr daraus geworden sei, dürfte dem erneuten Versuch geschuldet sein, die Ablösung von Obamacare durch eine Verschiebung der Kongresssommerpause doch noch auf den Weg zu bringen. Es solle demnächst wieder eine Abstimmung dazu geben, also auch nichts Neues. Zudem beginne die Berichtssaison über das 2. Quartal. Aufgrund der Erwartungen sei sie durchaus in der Lage, für Bewegung zu sorgen.
Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte heute mit leichten Gewinnen in den Tag starten. Ob er sie verteidigen könne, sei aufgrund der Emission der neuen 2027 Bund sowie dem langlaufenden Material aus Portugal sowie der Aufstockung der 10-jährigen T-Notes am Abend durchaus zu bezweifeln. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 160,15 und 161,55 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,33% und 2,45% schwanken. (12.07.2017/alc/a/a)
Das werde sich heute auch nicht ändern. Die einzige Veröffentlichung, die zu Impulsen führen könne, sei die Bekanntgabe des Beige Book am Abend. Die Berichte aus den einzelnen FED-Distrikten sollten Aufschluss darüber geben, ob der Mangel an Arbeitskräften tatsächlich um sich greife und vor allem ob es mehr als nur Stimmungsindikatoren gebe, die eine Belebung im Verarbeitenden Gewerbe anzeigen würden. Schließlich lasse sich der Aufschwung dort in harten Daten bislang kaum ablesen. Außerdem wäre es interessant, zu erfahren, ob der Aufschwung in allen Regionen der USA ankomme. Bisher sei hierzu immer wieder von einer Unwucht berichtet worden. Dennoch würden die Erkenntnisse aus dem Beige Book kaum unmittelbaren Einfluss auf die Geldpolitik der FED haben.
Da die FED sowohl unter Bernanke als auch Yellen sehr vorsichtig agiere, dürfte der Bilanzabbau bald, also September, in Angriff genommen werden. Dann würden erst einmal die Reaktionen der Investoren abgewartet, sodass der nächste Leitzinsschritt tatsächlich erst im Dezember erfolgen werde, wenn es aufgrund des Bilanzabbaus zu keinen größeren Verwerfungen komme. Ähnlich wie der geldpolitische Kurs der EZB sei derjenige der FED für die nächsten fünf bis sechs Monate also berechenbar geworden, sofern externe Schock ausbleiben würden. Die Spekulationen über den EZB-Kurs nach Ende des Tapering würden intensiver. Es sei dabei durchaus wahrscheinlich, dass der Satz für die Einlagenfazilität gegen Ende 2018 höher sei als heute. Das setze jedoch voraus, dass der Aufschwung im Euroraum stabil bleibe und restriktivere Kreditvergabekonditionen verkraftbar seien.
Ansonsten hätten Neuigkeiten aus dem Trump-Clan für Irritationen an den Kapitalmärkten sowie einer Schwächung des USD bis fast auf 1,15 EUR/USD gesorgt. Das Thema Russland hole die US-Administration immer wieder ein. Dass gestern nicht mehr daraus geworden sei, dürfte dem erneuten Versuch geschuldet sein, die Ablösung von Obamacare durch eine Verschiebung der Kongresssommerpause doch noch auf den Weg zu bringen. Es solle demnächst wieder eine Abstimmung dazu geben, also auch nichts Neues. Zudem beginne die Berichtssaison über das 2. Quartal. Aufgrund der Erwartungen sei sie durchaus in der Lage, für Bewegung zu sorgen.
Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte heute mit leichten Gewinnen in den Tag starten. Ob er sie verteidigen könne, sei aufgrund der Emission der neuen 2027 Bund sowie dem langlaufenden Material aus Portugal sowie der Aufstockung der 10-jährigen T-Notes am Abend durchaus zu bezweifeln. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 160,15 und 161,55 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,33% und 2,45% schwanken. (12.07.2017/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,717 € | 125,3577 € | 0,3593 € | +0,29% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 131,95 € | 124,26 € | |


