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UK: Lockerung des Inflationsziels der Bank of England durch die Regierung wäre denkbar


26.07.19 11:45
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das Ziel des neuen britischen Premiers Boris Johnson ist klar: Am 31. Oktober soll das Vereinigte Königreich die EU verlassen, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Doch was erwarte uns mit dem neuen Premier außer dem Brexit? Johnson habe bereits angekündigt, die Einkommensteuer senken sowie Rentenzuschüsse und Ausgaben für Polizei und Bildung erhöhen zu wollen. Das würde in den nächsten fünf Jahren Mehrausgaben in Höhe von 32 Milliarden Pfund bedeuten, die über eine Änderung der Fiskalregel finanziert werden könnten. Anstatt das öffentliche Haushaltsdefizit konstant bei zwei Prozent des BIP zu halten, könnte künftig die Stabilisierung der Staatsschuldenquote als Ziel vorgegeben werden. Dadurch wären in den nächsten vier Jahren Mehrausgaben im Umfang von insgesamt 250 Milliarden Pfund möglich, allein 2019 wären es bereits 57 Milliarden Pfund. Auch eine Lockerung des Inflationsziels der Bank of England durch die Regierung wäre denkbar, was zu einer insgesamt expansiveren Geldpolitik führen würde. Die Kombination von lockerer Fiskal- sowie Geldpolitik und einem schwachen Pfund dürfte zwar die Inflation verstärken, könnte aber auch die konjunkturellen Belastungen durch den Brexit mindern. (26.07.2019/alc/a/a)