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UK-Chaos befeuert Turbulenzen an den Märkten
05.10.22 09:56
St.Galler Kantonalbank Dtld.
München (www.anleihencheck.de) - Die Frage, ob die Konjunkturpläne der neuen britischen Regierung die Krise auf eine neue Ebene heben, beschäftigte in den vergangenen Tagen die Marktteilnehmer, so Michael Winkler, Leiter Anlagestrategie bei der St.Galler Kantonalbank Deutschland AG.
Zwar würden Belastungsfaktoren seit Monaten das Bild prägen, allerdings hätten die weitreichenden Steuersenkungspläne für eine neue Eskalation und heftige Turbulenzen an den Finanzmärkten gesorgt. Das seien schließlich gewagte Pläne für ein Land, das bereits mit einem Bein in der Rezession stecke und dessen Inflation gerade die zehn-Prozent-Marke überschritten habe. Bis zum Jahresende erwarte die Bank of England sogar Inflationsraten von bis zu 13 Prozent in der Spitze.
Was sei geschehen? Um die Inflation zu bekämpfen und die Konjunktur abzukühlen, habe die Zentralbank die Leitzinsen planmäßig um 50 Basispunkte auf jetzt 2,25 Prozent erhöht. Die britische Regierung hingegen habe das größte Steuersenkungspaket seit Jahrzehnten verkündet. Der damit verbundene stimulierende und inflationstreibende Effekt stehe dabei nicht im Einklang mit den Maßnahmen der Bank of England, sondern widerspreche deren bremsender Geldpolitik. Schlussendlich sei die Regierung zurückgerudert, doch die Angst habe sich bereits auf die anderen Marktbereiche ausgewirkt.
Als Folge dessen sei der Kurs des Britischen Pfund abgestürzt und habe zehn Prozent zum US-Dollar verloren. Auch die britischen Rentenmärkte hätten kollabiert, die Renditen seien von 3,5 auf 4,5 Prozent gestiegen. Die Zentralbank habe daraufhin stützend und stabilisierend eingreifen müssen, aus Angst um die Stabilität des britischen Finanzmarktes und entgegen ihrer eigentlichen Geldpolitik. Durch den Kauf langlaufender Staatsanleihen im großen Stil habe die Bank of England versucht, den Rentenmarkt wieder zu beruhigen und eine weitere Eskalationsstufe der Krise zu vermeiden.
Wie sei der mittelfristige Ausblick? Die technische Gegenbewegung laufe bereits auf breiter Front, mit deutlichen Gewinnen für Aktien und Anleihen zu Beginn des vierten Quartals. Während Aktien jedoch weiterhin ihre Bodenhaftung suchen und volatil bleiben würden, seien Renten langfristig attraktiv.
Die Erwartung an die Zinserhöhungen der FED sei inzwischen mit bis zu fünf Prozent eingepreist. Dabei würden die Renditespitzen eine zu hohe Erwartung an die Zinserhöhungen andeuten. Im Zuge dieser Entwicklung böten die internationalen Rentenmärkte aktuell gute Chancen für strategische Käufe. Eine Allokation mit strategischer Rentenquote schaffe den realen Kapitalerhalt, wenn man die Erwartungswerte der langjährigen Inflation zugrunde lege. Dies biete den Vorteil, die Risiken der kurzfristig weiter sehr volatilen Aktienmärkte nicht mehr tragen zu müssen. Staatsanleihen würden 2 bis 4 Prozent Rendite bringen, Unternehmensanleihen im Hochzinsbereich sogar bis zu weitere 6,5 Prozent. (05.10.2022/alc/a/a)
Zwar würden Belastungsfaktoren seit Monaten das Bild prägen, allerdings hätten die weitreichenden Steuersenkungspläne für eine neue Eskalation und heftige Turbulenzen an den Finanzmärkten gesorgt. Das seien schließlich gewagte Pläne für ein Land, das bereits mit einem Bein in der Rezession stecke und dessen Inflation gerade die zehn-Prozent-Marke überschritten habe. Bis zum Jahresende erwarte die Bank of England sogar Inflationsraten von bis zu 13 Prozent in der Spitze.
Als Folge dessen sei der Kurs des Britischen Pfund abgestürzt und habe zehn Prozent zum US-Dollar verloren. Auch die britischen Rentenmärkte hätten kollabiert, die Renditen seien von 3,5 auf 4,5 Prozent gestiegen. Die Zentralbank habe daraufhin stützend und stabilisierend eingreifen müssen, aus Angst um die Stabilität des britischen Finanzmarktes und entgegen ihrer eigentlichen Geldpolitik. Durch den Kauf langlaufender Staatsanleihen im großen Stil habe die Bank of England versucht, den Rentenmarkt wieder zu beruhigen und eine weitere Eskalationsstufe der Krise zu vermeiden.
Wie sei der mittelfristige Ausblick? Die technische Gegenbewegung laufe bereits auf breiter Front, mit deutlichen Gewinnen für Aktien und Anleihen zu Beginn des vierten Quartals. Während Aktien jedoch weiterhin ihre Bodenhaftung suchen und volatil bleiben würden, seien Renten langfristig attraktiv.
Die Erwartung an die Zinserhöhungen der FED sei inzwischen mit bis zu fünf Prozent eingepreist. Dabei würden die Renditespitzen eine zu hohe Erwartung an die Zinserhöhungen andeuten. Im Zuge dieser Entwicklung böten die internationalen Rentenmärkte aktuell gute Chancen für strategische Käufe. Eine Allokation mit strategischer Rentenquote schaffe den realen Kapitalerhalt, wenn man die Erwartungswerte der langjährigen Inflation zugrunde lege. Dies biete den Vorteil, die Risiken der kurzfristig weiter sehr volatilen Aktienmärkte nicht mehr tragen zu müssen. Staatsanleihen würden 2 bis 4 Prozent Rendite bringen, Unternehmensanleihen im Hochzinsbereich sogar bis zu weitere 6,5 Prozent. (05.10.2022/alc/a/a)


