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Türkische Zentralbank demonstriert Unabhängigkeit
30.04.18 12:00
BNP Paribas
Paris (www.anleihencheck.de) - Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan wünscht sich niedrige Zinsen, in der Hoffnung, dass das billige Geld die Investitionen, den Konsum und somit auch die Wirtschaft ankurbelt, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".
Murat Cetinkaya, der Präsident der Türkischen Zentralbank, setze hingegen einen anderen Schwerpunkt. Er wolle vor allem die schwache Währung stützen, die die ohnehin viel zu hohe Inflation von rund 10 Prozent zusätzlich beflügle. Freunde dürften diese beiden Herren nun nicht mehr werden, habe Cetinkaya am Mittwoch doch den Zinssatz, über den sich Banken mit frischem Geld refinanzieren könnten, überraschend stark angehoben - und zwar um 75 Basispunkte auf nun 13,5 Prozent.
Notenbank-Chef Cetinkaya erweise Erdogan damit einen Bärendienst. Schließlich befinde sich die Türkei mitten im Wahlkampf. Mitte April habe Erdogan angekündigt, die für November 2019 geplanten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen auf den Juni 2018 vorzuziehen. Negative Nachrichten könne Erdogan daher derzeit überhaupt nicht gebrauchen. Mit der Zinserhöhung habe Cetinkaya womöglich das Vertrauen zahlreicher Investoren zurückgewonnen, zumal er bereits angekündigt habe, falls notwendig weitere Zinsschritte zu tätigen. Wieder zunehmende ausländische Investitionen und ein schrumpfendes Leistungsbilanzdefizit könnten die Folgen sein. Auf mittlere Sicht könnten davon dann auch die Wirtschaft und die Türkische Lira profitieren. (Ausgabe vom 27.04.2018) (30.04.2018/alc/a/a)
Murat Cetinkaya, der Präsident der Türkischen Zentralbank, setze hingegen einen anderen Schwerpunkt. Er wolle vor allem die schwache Währung stützen, die die ohnehin viel zu hohe Inflation von rund 10 Prozent zusätzlich beflügle. Freunde dürften diese beiden Herren nun nicht mehr werden, habe Cetinkaya am Mittwoch doch den Zinssatz, über den sich Banken mit frischem Geld refinanzieren könnten, überraschend stark angehoben - und zwar um 75 Basispunkte auf nun 13,5 Prozent.
Notenbank-Chef Cetinkaya erweise Erdogan damit einen Bärendienst. Schließlich befinde sich die Türkei mitten im Wahlkampf. Mitte April habe Erdogan angekündigt, die für November 2019 geplanten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen auf den Juni 2018 vorzuziehen. Negative Nachrichten könne Erdogan daher derzeit überhaupt nicht gebrauchen. Mit der Zinserhöhung habe Cetinkaya womöglich das Vertrauen zahlreicher Investoren zurückgewonnen, zumal er bereits angekündigt habe, falls notwendig weitere Zinsschritte zu tätigen. Wieder zunehmende ausländische Investitionen und ein schrumpfendes Leistungsbilanzdefizit könnten die Folgen sein. Auf mittlere Sicht könnten davon dann auch die Wirtschaft und die Türkische Lira profitieren. (Ausgabe vom 27.04.2018) (30.04.2018/alc/a/a)


