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Türkei: Verdeckte Zinsanhebung der Notenbank


18.12.17 12:59
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - Das Inflationsproblem lässt die Türkei derzeit nicht los, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM) in ihrem aktuellen "emreport".

Die Teuerungsrate habe im Oktober bei 11,9% gelegen, deutlich höher als erwartet. Die Notenbank habe zwar auf eine Zinsanhebung verzichtet. Indem sie aber eine spezielle Refinanzierungsvariante für den Bankensektor gewählt habe, habe sie die Finanzmittel für die Geschäftsbanken de facto dennoch um rund 0,25% verteuert. Der Türkischen Lira habe dieser Cocktail gar nicht geschmeckt, zumal auch das Leistungsbilanzdefizit deutlich höher ausgefallen sei als es vom Marktkonsens erwartet worden sei. Die türkische Währung sei im Zuge dessen um über 3% gegenüber dem US-Dollar, auf ein neues Rekordtief gefallen. Am Aktienmarkt sei man von all dem wenig begeistert gewesen; der ISE 100-Index habe im November um über 5% nachgegeben. (Ausgabe Dezember 2017) (18.12.2017/alc/a/a)