Erweiterte Funktionen
Türkei-Anleihe: sehr interessant, Ritterschlag durch Fitch
15.11.12 12:15
Anleihencheck Research
Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN US900123BZ27 / WKN A1GZPS) der Türkei für eine attraktive Investmentalternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor.
Die Anleihe, emittiert vom südosteuropäischen Staat Türkei, sei mit einem attraktiven Kupon von 6,25% ausgestattet, laufe noch bis zum 26.09.2022 und weise eine Stückelung von 1.000 USD auf. Bei einem aktuellen Kurs von 124,80% biete das Papier eine jährliche Rendite von 3,33%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit "Ba1" bewertet, was nur noch eine Stufe unter Investmentgrade-Status liege. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten ein erhöhtes Kreditrisiko.
Die Türkei gelte als eines der wachstumsstärksten Länder der Balkan-Region. Rückblickend auf die letzten dreißig Jahre habe das durchschnittliche Wirtschaftswachstum rund 5% pro Jahr betragen.
Für das laufende Jahr rechne die Weltbank für die Türkei mit einem BIP-Wachstum von 2,9%. Für die gesamte Weltwirtschaft erwarte man dagegen nur eine Steigerung von 2,5%. Dies sei anscheinend auch der Grund dafür, wieso türkische Anleihen sowie die Landeswährung seit Beginn des Jahres deutlich an Wert gewonnen hätten.
Anfang November habe die Ratingagentur Fitch das Land nun endlich auf Investmentgrade hochgestuft und der Türkei damit den Ritterschlag für die Fortschritte der letzten Jahre verliehen. Dies habe nun diverse Vorteile für die Türkei: Die sinkenden Zinsen würden die Kreditvergabe, den Konsum und Investitionen ankurbeln Zudem würden sie den Staatshaushalt stark entlasten. Auf der anderen Seite könnte dadurch das sehr hohe Leistungsbilanzdefizit verstärkt in den Fokus der Ratingwächter rücken. Mittelfristig könnten nun Standard & Poor's und Moody's Fitch folgen, und ebenfalls die Türkei auf Investmentgrade heraufstufen.
Die Wachstumsperspektiven für das laufende Jahr seien grundsätzlich gut, jedoch habe sich zuletzt das Wachstum etwas abgeschwächt. Insgesamt könnte das Wirtschaftswachstum in 2012 um die 3% liegen.
Die Inflationsrate in der Türkei habe im vergangenen Jahr im Durchschnitt bei 10,4% gelegen. Der Zielwert der Notenbank von 5% sei damit klar verfehlt worden. Zuletzt sei hier aber eine spürbare Verbesserung erzielt worden. Habe die Teuerungsrate im April 2012 noch bei 11,1% gelegen, sei sie per September auf 6,2% gesunken. Es werde damit gerechnet, dass die Türkische Zentralbank ihre straffe Geldpolitik weiter fortsetzen werde, um die Inflationserwartungen auf einem Niveau nahe der 5%-Marke zu verstetigen. Dennoch sollten hier keine zu raschen Erfolge erwartet werden, da die Binnennachfrage aktuell sehr hoch sei und die Türkische Lira gegenüber ausländischen Währungen abwerte.
Der größte Schwachpunkt des Landes bleibe allerdings das sehr hohe Leistungsbilanzdefizit. Dieses belaufe sich derzeit auf rund 10% des Bruttoinlandsprodukts. Auf langfristige Sicht sei solch ein Wert nicht tragbar. Dies habe auch dazu geführt, dass der Internationale Währungsfonds in diesem Zusammenhang ein negatives Fazit gezogen habe. Dessen Meinung zufolge sei die türkische Geldpolitik überlastet. Die Fiskalseite und strukturelle wirtschaftspolitische Maßnahmen würden zu wenig genutzt. Stattdessen verfolge man Zielsetzungen, welche einander widerstreben würden. Jedoch könnte das Leistungsbilanzdefizit in diesem Jahr auf über 8% gesenkt werden.
Auch wenn das Land am Bosporus immer wieder mit politischen Unruhen zu kämpfen hat und sich zuletzt die Wachstumsperspektiven etwas eingetrübt haben, bietet es nach Meinung der Analysten von Anleihencheck Research mittel- bis langfristig weiterhin gutes Wachstumspotenzial. Zudem liege die Staatsverschuldung mit etwa 40% des BIPs auf einem relativ niedrigen Niveau. Für Anleger, denen ein Direktinvestment in türkische Aktien zu risikoreich erscheine, sei die o.a. Anleihe durchaus eine interessante Alternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor. Jedoch gelte es, ein mögliches Währungsrisiko zu beachten. Dies könnte aber auch die Rendite der Anleihe steigern, sollte der USD gegenüber dem Euro aufwerten. (Analyse vom 15.11.2012) (15.11.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
Die Anleihe, emittiert vom südosteuropäischen Staat Türkei, sei mit einem attraktiven Kupon von 6,25% ausgestattet, laufe noch bis zum 26.09.2022 und weise eine Stückelung von 1.000 USD auf. Bei einem aktuellen Kurs von 124,80% biete das Papier eine jährliche Rendite von 3,33%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit "Ba1" bewertet, was nur noch eine Stufe unter Investmentgrade-Status liege. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten ein erhöhtes Kreditrisiko.
Die Türkei gelte als eines der wachstumsstärksten Länder der Balkan-Region. Rückblickend auf die letzten dreißig Jahre habe das durchschnittliche Wirtschaftswachstum rund 5% pro Jahr betragen.
Für das laufende Jahr rechne die Weltbank für die Türkei mit einem BIP-Wachstum von 2,9%. Für die gesamte Weltwirtschaft erwarte man dagegen nur eine Steigerung von 2,5%. Dies sei anscheinend auch der Grund dafür, wieso türkische Anleihen sowie die Landeswährung seit Beginn des Jahres deutlich an Wert gewonnen hätten.
Anfang November habe die Ratingagentur Fitch das Land nun endlich auf Investmentgrade hochgestuft und der Türkei damit den Ritterschlag für die Fortschritte der letzten Jahre verliehen. Dies habe nun diverse Vorteile für die Türkei: Die sinkenden Zinsen würden die Kreditvergabe, den Konsum und Investitionen ankurbeln Zudem würden sie den Staatshaushalt stark entlasten. Auf der anderen Seite könnte dadurch das sehr hohe Leistungsbilanzdefizit verstärkt in den Fokus der Ratingwächter rücken. Mittelfristig könnten nun Standard & Poor's und Moody's Fitch folgen, und ebenfalls die Türkei auf Investmentgrade heraufstufen.
Die Inflationsrate in der Türkei habe im vergangenen Jahr im Durchschnitt bei 10,4% gelegen. Der Zielwert der Notenbank von 5% sei damit klar verfehlt worden. Zuletzt sei hier aber eine spürbare Verbesserung erzielt worden. Habe die Teuerungsrate im April 2012 noch bei 11,1% gelegen, sei sie per September auf 6,2% gesunken. Es werde damit gerechnet, dass die Türkische Zentralbank ihre straffe Geldpolitik weiter fortsetzen werde, um die Inflationserwartungen auf einem Niveau nahe der 5%-Marke zu verstetigen. Dennoch sollten hier keine zu raschen Erfolge erwartet werden, da die Binnennachfrage aktuell sehr hoch sei und die Türkische Lira gegenüber ausländischen Währungen abwerte.
Der größte Schwachpunkt des Landes bleibe allerdings das sehr hohe Leistungsbilanzdefizit. Dieses belaufe sich derzeit auf rund 10% des Bruttoinlandsprodukts. Auf langfristige Sicht sei solch ein Wert nicht tragbar. Dies habe auch dazu geführt, dass der Internationale Währungsfonds in diesem Zusammenhang ein negatives Fazit gezogen habe. Dessen Meinung zufolge sei die türkische Geldpolitik überlastet. Die Fiskalseite und strukturelle wirtschaftspolitische Maßnahmen würden zu wenig genutzt. Stattdessen verfolge man Zielsetzungen, welche einander widerstreben würden. Jedoch könnte das Leistungsbilanzdefizit in diesem Jahr auf über 8% gesenkt werden.
Auch wenn das Land am Bosporus immer wieder mit politischen Unruhen zu kämpfen hat und sich zuletzt die Wachstumsperspektiven etwas eingetrübt haben, bietet es nach Meinung der Analysten von Anleihencheck Research mittel- bis langfristig weiterhin gutes Wachstumspotenzial. Zudem liege die Staatsverschuldung mit etwa 40% des BIPs auf einem relativ niedrigen Niveau. Für Anleger, denen ein Direktinvestment in türkische Aktien zu risikoreich erscheine, sei die o.a. Anleihe durchaus eine interessante Alternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor. Jedoch gelte es, ein mögliches Währungsrisiko zu beachten. Dies könnte aber auch die Rendite der Anleihe steigern, sollte der USD gegenüber dem Euro aufwerten. (Analyse vom 15.11.2012) (15.11.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.


