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Tschechien: Weitere Zinssenkungen Mitte des Jahres möglich


31.03.25 09:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der tschechische Einkaufsmanagerindex im Verarbeitenden Gewerbe im Februar lag mit 47,7 Punkten erneut im kontraktiven Bereich, so die Postbank Research.

Allerdings zeige er somit einen sanften, aber stetigen Aufwärtstrend. Die schwache Nachfrage aus Westeuropa belaste, was zu ersten Entlassungen in Industrieunternehmen geführt habe.
Nach den Daten des Statistikamtes sei die Arbeitslosenquote im Februar um 4,4 Prozent angestiegen, wobei auch saisonale Effekte hier eine Rolle gespielt haben dürften. Die Zuwächse bei den Reallöhnen hätten sich mit 4,2 Prozent im Schlussquartal 2024 zuletzt aber weiterhin robust gezeigt.

Die Stimmung der Konsumenten scheine derzeit durch die geopolitische Lage sowie die aktuelle konjunkturelle Entwicklung, insbesondere im Industriesektor, belastet. Dabei habe zuletzt der unsichere Ausblick die Konsumlaune gedämpft. Das Risiko bestehe, dass die Konsumenten ihre Ausgaben weiter reduzieren bzw. ihre Sparquote erhöhen könnten.

Im Februar habe die Inflation mit 2,7 Prozent etwas niedriger als noch im Vormonat gelegen. Die starke Nachfrage nach Dienstleistungen habe deren Preise abermals um 4,7 Prozent erhöht. Für weitere Zinssenkungen, die Mitte des Jahres möglich erscheinen würden, müsste daher zunächst die starke Nachfrage, die sich aus dem hohen Lohnwachstum speise, etwas schwächer werden.
Die Tschechische Krone (CZK) dürfte in den kommenden sechs Monaten zum Euro moderates Abwertungspotenzial besitzen, falls die Notenbank in Prag tatsächlich weiter an der Zinsschraube drehe. (Währungsbulletin April 2025) (31.03.2025/alc/a/a)