Erweiterte Funktionen

Tschechien: Notenbank dürfte abwartend bleiben


06.01.25 09:40
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Industrieproduktion in Tschechien sank im Oktober gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent, so die Analysten von Postbank Research.

Die Auftragseingänge hätten sich weiterhin positiv entwickelt, obgleich sie im Oktober schwächer zugelegt hätten als noch im Vormonat. Die Industrie leide weiterhin unter der schwachen Entwicklung im europäischen Automobilsektor sowie der eingetrübten Lage der Industrie in Deutschland.

Der Arbeitsmarkt zeige sich weiterhin in robuster Verfassung. Die Arbeitslosenquote habe sich im November geringfügig auf 3,9 Prozent erhöht. Zwar sei die Beschäftigung im Verarbeitenden Sektor gesenkt worden, doch der Bausektor habe einen Teil der Arbeitskräfte absorbiert. Die robuste Lage habe sich auch an der Lohnentwicklung gezeigt. Im dritten Quartal seien die Löhne preisbereinigt um 4,6 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen.

Die Einzelhandelsumsätze im Oktober hätten mit einem Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr positiv überrascht. Die Daten belegten, dass auch die Nachfrage nach größeren bzw. langlebigen Wirtschaftsgütern zugenommen habe.

Die Inflation habe im November stabil bei 2,8 Prozent verharrt und sei damit weiterhin über dem Zielniveau gelegen. Aufgrund der Wachstumseintrübung in der Industrie habe die Notenbank im Dezember eine Zinspause eingelegt und den Leitzins bei 4,00 Prozent belassen. Die Deutsche Bank gehe von einer erneuten Zinssenkung im Frühjahr 2025 aus.

In diesem Falle könnte die Tschechische Krone in den kommenden sechs Monaten unter moderaten Abwärtsdruck zum Euro geraten. (Ausgabe Währungsbulletin Januar 2025) (06.01.2025/alc/a/a)