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Tschechien-Anleihe: Ordentliche Rendite vom Nachbarn
19.07.12 15:03
Anleihencheck Research
Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst Henning Wagener von Anleihencheck Research hält die Anleihe (ISIN XS0215153296 / WKN A0D0AN) von Tschechien für eine aussichtsreiche Investmentalternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor.
Die Anleihe, emittiert von der tschechischen Republik, sei mit einem Kupon von 4,125 Prozent ausgestattet, laufe noch bis zum 18.03.2020 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 Euro auf. Bei einem aktuellen Kurs von 111,78 Prozent biete das Papier eine jährliche Rendite von 2,4 Prozent. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit "A1" bewertet worden, was im mittleren Investmentgrade-Bereich liege. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten ein geringes Kreditrisiko.
Die Sparpolitik von Ministerpräsident Petr Necas und seiner Regierung sei auf großen Widerstand gestoßen, weshalb die Links-Opposition im März einen Antrag für ein Misstrauensvotum gestellt habe. Dieser sei jedoch gescheitert und inzwischen hätten sich die politischen Gemüter in Tschechien wieder etwas beruhigt.
Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus Tschechien seien gemischt ausgefallen. So hätten sich die Einzelhandelsumsätze im Mai binnen Jahresfrist nur noch um 2,1 Prozent verringert, während für April noch ein Minus von 3 Prozent ausgewiesen worden sei. Gegenüber dem Vormonat habe sich der saisonbereinigte Einzelhandelsumsatz sogar um 1 Prozent erhöht. Unterdessen sei die tschechische Industrieproduktion im Mai stärker gesunken. So sei im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Minus von 2,4 Prozent verzeichnet worden. Im April sei hingegen noch ein Anstieg um 2,2 Prozent ausgewiesen worden. Ferner habe sich die Inflation im Juni mit beschleunigtem Tempo fortgesetzt. So seien die Lebenshaltungskosten um 3,5 Prozent angesprungen, nach 3,2 Prozent im Mai. Die Erzeugerpreise seien schließlich im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat nur noch um 1,5 Prozent gestiegen, nach 1,7 Prozent im Mai. Binnen Monatsfrist hätten sich die Erzeugerpreise sogar um 0,3 Prozent verringert.
Die Aussichten für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft hätten sich unterdessen nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) eingetrübt. So habe der IWF die Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2012 von zuvor 3,6 Prozent auf 3,5 Prozent verringert. Für 2013 würden die Experten nur noch mit einem Zuwachs um 3,9 Prozent rechnen, nach zuvor 4,1 Prozent. Für die Euro-Zone rechne der IWF für 2012 weiterhin mit einem Rückgang um 0,3 Prozent, während die Prognose für 2013 von zuvor 0,9 Prozent auf 0,7 Prozent gesenkt worden sei.
Allerdings entwickle sich die Wirtschaft in Deutschland, einem wichtigen Handelspartner Tschechiens, weiterhin vergleichsweise sehr gut. Dies könnte sich nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research auch positiv auf die Entwicklung in Tschechien auswirken.
Insgesamt könne festgehalten werden, dass die Tschechische Wirtschaft derzeit vor allem durch die europäische Schuldenkrise und die Sparprogramme der Regierung ausgebremst werde und sich in einer leichten Rezession befinde.
Insgesamt sei für Tschechien für 2012 mit einem leichten BIP-Rückgang zu rechnen. In Q1'2012 sei es zu einem BIP-Rückgang um 1 Prozent gg. VJ gekommen. Für 2013 erwarte die EU-Kommission dann wieder ein Wachstum von 1,5 Prozent.
Tschechien zähle in Europa für die Analysten zu einem soliden Schuldner und sei einer der treibenden Kräfte der Süd-/Osteuropa-Region. So solle das Haushaltsdefizit, welches in 2011 bei 3,1 Prozent gelegen habe, bis 2013 auf unter 3 Prozent gesenkt werden. Außerdem sei die Gesamtverschuldung des Staates mit knapp über 41 Prozent des BIP nur halb so hoch wie im EU-Durchschnitt. Daher halten die Analysten von Anleihencheck Research die o.a. Anleihe der tschechischen Republik für eine interessante Investmentalternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor. (Analyse vom 19.07.2012) (19.07.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
Die Anleihe, emittiert von der tschechischen Republik, sei mit einem Kupon von 4,125 Prozent ausgestattet, laufe noch bis zum 18.03.2020 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 Euro auf. Bei einem aktuellen Kurs von 111,78 Prozent biete das Papier eine jährliche Rendite von 2,4 Prozent. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit "A1" bewertet worden, was im mittleren Investmentgrade-Bereich liege. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten ein geringes Kreditrisiko.
Die Sparpolitik von Ministerpräsident Petr Necas und seiner Regierung sei auf großen Widerstand gestoßen, weshalb die Links-Opposition im März einen Antrag für ein Misstrauensvotum gestellt habe. Dieser sei jedoch gescheitert und inzwischen hätten sich die politischen Gemüter in Tschechien wieder etwas beruhigt.
Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus Tschechien seien gemischt ausgefallen. So hätten sich die Einzelhandelsumsätze im Mai binnen Jahresfrist nur noch um 2,1 Prozent verringert, während für April noch ein Minus von 3 Prozent ausgewiesen worden sei. Gegenüber dem Vormonat habe sich der saisonbereinigte Einzelhandelsumsatz sogar um 1 Prozent erhöht. Unterdessen sei die tschechische Industrieproduktion im Mai stärker gesunken. So sei im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Minus von 2,4 Prozent verzeichnet worden. Im April sei hingegen noch ein Anstieg um 2,2 Prozent ausgewiesen worden. Ferner habe sich die Inflation im Juni mit beschleunigtem Tempo fortgesetzt. So seien die Lebenshaltungskosten um 3,5 Prozent angesprungen, nach 3,2 Prozent im Mai. Die Erzeugerpreise seien schließlich im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat nur noch um 1,5 Prozent gestiegen, nach 1,7 Prozent im Mai. Binnen Monatsfrist hätten sich die Erzeugerpreise sogar um 0,3 Prozent verringert.
Die Aussichten für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft hätten sich unterdessen nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) eingetrübt. So habe der IWF die Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2012 von zuvor 3,6 Prozent auf 3,5 Prozent verringert. Für 2013 würden die Experten nur noch mit einem Zuwachs um 3,9 Prozent rechnen, nach zuvor 4,1 Prozent. Für die Euro-Zone rechne der IWF für 2012 weiterhin mit einem Rückgang um 0,3 Prozent, während die Prognose für 2013 von zuvor 0,9 Prozent auf 0,7 Prozent gesenkt worden sei.
Insgesamt könne festgehalten werden, dass die Tschechische Wirtschaft derzeit vor allem durch die europäische Schuldenkrise und die Sparprogramme der Regierung ausgebremst werde und sich in einer leichten Rezession befinde.
Insgesamt sei für Tschechien für 2012 mit einem leichten BIP-Rückgang zu rechnen. In Q1'2012 sei es zu einem BIP-Rückgang um 1 Prozent gg. VJ gekommen. Für 2013 erwarte die EU-Kommission dann wieder ein Wachstum von 1,5 Prozent.
Tschechien zähle in Europa für die Analysten zu einem soliden Schuldner und sei einer der treibenden Kräfte der Süd-/Osteuropa-Region. So solle das Haushaltsdefizit, welches in 2011 bei 3,1 Prozent gelegen habe, bis 2013 auf unter 3 Prozent gesenkt werden. Außerdem sei die Gesamtverschuldung des Staates mit knapp über 41 Prozent des BIP nur halb so hoch wie im EU-Durchschnitt. Daher halten die Analysten von Anleihencheck Research die o.a. Anleihe der tschechischen Republik für eine interessante Investmentalternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor. (Analyse vom 19.07.2012) (19.07.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.


