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Trump-Tweets lassen Devisenmarkt kalt - Geringe Chancen auf Erfolg ohne die FED


16.07.19 10:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Bekanntermaßen werden die wirklich wichtigen Nachrichten aus den USA inzwischen per Twitter verkündet, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Mit Bezug auf den angeblich "zu starken US-Dollar" scheinen sich die verbalen Eingriffe des US-Präsidenten allerdings langsam abzunutzen, so die Deutsche Bank AG. Richtig beeindrucken lasse sich der Devisenmarkt von den 160 Zeichen nicht mehr. Auch weil unklar sei, ob Donald Trump überhaupt etwas gegen den seiner Meinung nach zu starken Dollar unternehmen könne.

Zwar könne das US-Finanzministerium in Absprache mit dem Präsidenten am Devisenmarkt aktiv werden. Die Ressourcen hierfür seien allerdings begrenzt und würden sich momentan auf 67,7 Milliarden US-Dollar belaufen; für weitere 20,7 Mrd. bräuchte man die Zustimmung der FED. Ohne die Notenbank seien die Chancen auf Erfolg sowieso gering, mit ihr wesentlich besser. Die FED könnte nämlich - wenn sie zur Zusammenarbeit mit dem Finanzministerium bereit sei - zumindest theoretisch ihre gesamte Bilanz nutzen, um den Dollar zu schwächen. Die Ressourcen hierfür wären fast unendlich. Dies würde allerdings die Geldpolitik beeinflussen, denn bei einer signifikanten Währungsabwertung dürfte die Inflation in den USA steigen. Eine Kooperation sei daher keinesfalls sicher.

Und auch die Reaktion anderer Zentralbanken könnte einer USD-Abwertung im Wege stehen. Ein Wechselkurs sei schließlich immer ein relativer Preis zwischen zwei Währungen. Die Aussichten auf einen nachhaltigen Erfolg scheinen daher gering, so die Deutsche Bank AG. Aber habe so etwas Trump jemals davon abgehalten, es nicht trotzdem zu versuchen? (16.07.2019/alc/a/a)