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Trump-Favorit für FED-Spitze fordert weitere Zinssenkung im Dezember


03.11.25 14:00
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Christopher Waller, Mitglied des Board of Governors der US-Notenbank, hat sich für eine weitere Zinssenkung bei der nächsten FED-Sitzung im Dezember ausgesprochen, so die Experten von "FONDS professionell".

Grund dafür sei vor allem die Gefahr eines anhaltenden Rückgangs der Beschäftigung.

"Unsere größte Sorge gilt derzeit dem Arbeitsmarkt", sagte Waller am Freitag (31.10.) im Gespräch mit dem TV-Sender "Fox Business". "Wir wissen, dass die Inflation wieder sinken wird, deshalb setze ich mich weiterhin für eine Zinssenkung im Dezember ein, alle Daten deuten darauf hin."

Uneinigkeit innerhalb der FED

Wallers Äußerungen seien auf Kommentare mehrerer FED-Vertreter gefolgt, die am Freitag vor überstürzten Zinssenkungen gewarnt hätten. Sie hätten auf anhaltende Inflationsrisiken verwiesen.
Die US-Notenbank habe ihren Leitzins am Mittwoch (29.10.) bereits zum zweiten Mal in Folge um 0,25 Prozentpunkte gesenkt - eine Reaktion auf die deutliche Abkühlung am Arbeitsmarkt im Sommer. FED-Chef Jerome Powell habe in der anschließenden Pressekonferenz betont jedoch, ein weiterer Zinsschritt im Dezember sei "keineswegs beschlossen - ganz im Gegenteil".

Zolleinflüsse "wahrscheinlich nur vorübergehend"

Waller habe die Gefahr höherer Inflation infolge der von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle heruntergespielt. "Wenn man die vermutlich nur vorübergehenden Zolleffekte herausrechnet, liegt die Inflation - gemessen am PCE-Index, den wir heranziehen - bei etwa 2,5 Prozent", habe Waller erklärt. "Sie liegt also leicht über dem Zielwert von zwei Prozent, aber nicht deutlich, und wir gehen davon aus, dass sie weiter zurückgeht."

Möglicher Nachfolger von Powell

Waller, der 2020 von US-Präsident Donald Trump in das Führungsgremium der Federal Reserve berufen worden sei, zähle zu den fünf Kandidaten, die das Weiße Haus derzeit als mögliche Nachfolger von Jerome Powell für den Vorsitz der FED prüfe. Powells Amtszeit ende im Mai 2026.

Bereits zu Jahresbeginn habe Waller als einer der ersten für Zinssenkungen plädiert - mit dem Argument, dass die Zölle lediglich einmalig auf die Preise wirken würden und die FED stärker auf Risiken für den Arbeitsmarkt achten müsse. Im Juli habe er sich gegen die Mehrheitsentscheidung ausgesprochen, die Zinsen unverändert zu lassen.

"Wenn der Präsident mich bittet, werde ich dienen", habe Waller gesagt. "Er hat mich schon einmal gefragt, und ich habe zugesagt. Wenn er mich erneut fragt, werde ich wieder ja sagen." (mb/Bloomberg)(03.11.2025/alc/a/a)