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Trendwende am Anleihenmarkt
09.04.13 13:55
Bank Sarasin & Cie AG
Zürich (www.anleihencheck.de) - Die Jagd nach Rendite dominiert das Geschehen an den Finanzmärkten, so die Analysten der Bank Sarasin & Cie AG.
Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Märkte mache das zweite Quartal 2013 jedoch zu einem Übergangsquartal. Die monetär getriebene Erholung der Weltwirtschaft werde sich zwar ins zweite Quartal hinein fortsetzen; in der zweiten Jahreshälfte würden aufgrund der Konjunkturabschwächung aber erneut Eurosorgen aufkommen. Eine so genannte "große Rotation" aus Anleihen in Aktien werde daher kaum stattfinden. Stattdessen würden an den Aktienmärkten weiterhin dividendenstarke Titel aus den Sektoren Verbrauchsgüter, Gesundheit und Versicherungen gefragt. Auch die Nachfrage nach defensiven Währungen werde zunehmen. Der CHF und der JPY dürften sich aufwerten, sobald der Risikoappetit an den Finanzmärkten nachlasse.
Für das zweite Quartal 2013 erwarte die Bank Sarasin vorerst eine weitere Wachstumsbelebung. Noch würden die USA von einer Erholung ihres Immobilienmarktes profitieren. Dies wirke sich positiv auf das Vermögen der Haushalte aus und steigere das Konsumwachstum. Dabei würden sowohl Konsum als auch Investitionen in der ersten Jahreshälfte 2013 positiv zum Wachstum beitragen. Auch China profitiere von Wachstumsimpulsen der neuen Regierung. Um jedoch die Wende von einem export- zu einem konsumorientierten Wirtschaftsmodell zu bewerkstelligen, würden weitere tief greifende Reformen nötig sein.
Euroland erhole sich ebenfalls, wenn auch auf tiefem Niveau. Doch die zunehmenden Erwartungen eines starken und lange anhaltenden Aufschwungs seien verfrüht. Die notwendige fiskalische Konsolidierungspolitik werde bis Jahresende das Wachstum der Weltwirtschaft dämpfen. Der so genannte "Sequester" werde in den USA das Wachstum abbremsen, was auch auf Euroland durchschlagen sollte. Weil ohne Wachstum kein Euro-Mitglied seinen Schuldenstand eindämmen könne, sei in der zweiten Jahreshälfte eine Rückkehr der Eurosorgen zu erwarten.
Dr. Jan Amrit Poser, Leiter Research und Chefökonom der Bank Sarasin: "Dieses Jahr wird erneut mit einer Wachstumsdelle im zweiten Halbjahr aufwarten. Zu groß sind die den Konsum dämpfenden Effekte, die wir angesichts der notwendigen fiskalischen Konsolidierung erwarten müssen."
Philipp E. Bärtschi, Chefstratege der Bank Sarasin: "Insgesamt erwarten wir, dass die wichtigsten Aktienindices Ende Jahr tiefer als zu Jahresbeginn notieren werden. Wir sind aber überzeugt, dass es möglich ist, im zweiten Quartal mit der richtigen Aktienauswahl eine positive Rendite zu erzielen."
Zahlreiche positive Faktoren hätten im Verlaufe des ersten Quartals zu einem Anstieg der US-Renditen geführt. In der zweiten Jahreshälfte würden die US-Konsumenten jedoch die beschlossenen Fiskalmaßnahmen zu spüren bekommen. Das zweite Quartal sei entsprechend ein Übergangsquartal: Zu Beginn würden noch steigende Renditen erwartet, gegen Ende dürfte eine Trendwende am Anleihenmarkt erfolgt sein.
Euroland werde sich in der zweiten Jahreshälfte der Abschwächung der US-Wirtschaft nicht entziehen können. Damit werde auch ein Rückgang der deutschen Renditen gegen das Jahresende einhergehen. Mit einer Verschlechterung des konjunkturellen Umfeldes dürften sich auch die Schweizer Zinsen wieder nach unten orientieren. Die Attraktivität der Schwellenländer hingegen bleibe - trotz der Ernüchterung im ersten Quartal - ungebrochen.
Im Rahmen des Sarasin Konjunkturszenarios sei zu erwarten, dass die ökonomischen Vorlaufindikatoren in den kommenden Monaten ihren Zenit erreichen würden. Defensive Währungen würden wieder gefragt sein. Der Schweizer Franken werde in Richtung Untergrenze steigen. Im Notfall sei die Nationalbank zu erneuten Devisenkäufen gezwungen. Auch der Japanische Yen werde auf den Prüfstand gestellt. Er dürfte sich aufwerten, sobald der Risikoappetit an den Finanzmärkten nachlasse. Die Wachstumsängste dürften auch dem USD zugute kommen, da der Greenback negativ mit den Aktienmärkten korreliere.
Beim Euro würden hingegen Währungsverluste drohen, da eine schwächere Wirtschaft die Schuldenkrise wieder entfachen könnte. Auch die zyklischen Währungen GBP, SEK (Schwedische Krone) und AUD (Australischer Dollar) würden unter dem konjunkturellem Gegenwind leiden. Die asiatischen Schwellenländerwährungen würden von den soliden Fundamentaldaten der jeweiligen Länder langfristig profitieren.
Die globalen Aktienmärkte hätten im ersten Quartal 2013 trotz wieder aufgekommener Eurosorgen deutlich zulegen können. Die Frage stehe im Raum, ob es zu der langersehnten "großen Rotation" kommen werde und der nächste Bullenmarkt bevorstehe? Aufgrund des konjunkturellen Rückenwindes, des Umfeldes tiefer Zinsen und der entsprechend hohen Risikoprämien sei davon auszugehen, dass die Aktienmärkte vorerst auf ihrem Aufwärtstrend bleiben würden. Sobald der fiskalpolitische Gegenwind jedoch überhand nehme, stünden Enttäuschungen an.
Die Aktienmärkte würden dem gleichen saisonalen Muster wie in den letzten drei Jahren folgen. Der Trend hin zu wachstumsstarken Dividendentiteln dürfte sich sodann fortsetzten. Solche Aktien seien besonders in den Sektoren Verbrauchsgüter, Gesundheit und Versicherungen zu finden. Immobilienaktien hätten sich dem tiefen Zinsumfeld bereits angepasst und würden das geringste Aufwärtspotenzial aufweisen, weswegen die Bank Sarasin den Sektor untergewichte. Trotz der schwachen Performance im ersten Quartal 2013 sehe die Bank Sarasin bei Schwellenländer-Aktien das größte Potenzial. Entscheidend sei dabei die Nachrichtenlage in China.
Zwei Gründe würden dafür sprechen, dass die Rally des SMI auf einmaligen Effekten basiert habe. Erstens habe die Abschwächung des handelsgewichteten CHF in den letzten Monaten zu einer Steigerung der Gewinnerwartung geführt. Letztere würden sehr sensibel auf den CHF reagieren, weil Schweizer Konzerne einen Großteil ihrer Gewinne im Ausland erzielen würden.
Der zweite Grund für die stärkere Wertentwicklung der defensiven Märkte sei die Jagd nach Rendite gewesen. Denn neben Wachstumshoffnungen sei der Anstieg an den globalen Aktienmärkten im ersten Quartal 2013 insbesondere von einem Rückgang der Risikoprämien getrieben gewesen. Solche Aktien seien besonders in den Sektoren Verbrauchsgüter, Gesundheit und Versicherungen zu finden. Da der SMI und FTSE im Vergleich zum MSCI World eine relativ hohe Gewichtung in diesen Sektoren aufweisen würden, hätten beide besonders von Geldzuflüssen profitieren können. (09.04.2013/alc/a/a)
Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Märkte mache das zweite Quartal 2013 jedoch zu einem Übergangsquartal. Die monetär getriebene Erholung der Weltwirtschaft werde sich zwar ins zweite Quartal hinein fortsetzen; in der zweiten Jahreshälfte würden aufgrund der Konjunkturabschwächung aber erneut Eurosorgen aufkommen. Eine so genannte "große Rotation" aus Anleihen in Aktien werde daher kaum stattfinden. Stattdessen würden an den Aktienmärkten weiterhin dividendenstarke Titel aus den Sektoren Verbrauchsgüter, Gesundheit und Versicherungen gefragt. Auch die Nachfrage nach defensiven Währungen werde zunehmen. Der CHF und der JPY dürften sich aufwerten, sobald der Risikoappetit an den Finanzmärkten nachlasse.
Für das zweite Quartal 2013 erwarte die Bank Sarasin vorerst eine weitere Wachstumsbelebung. Noch würden die USA von einer Erholung ihres Immobilienmarktes profitieren. Dies wirke sich positiv auf das Vermögen der Haushalte aus und steigere das Konsumwachstum. Dabei würden sowohl Konsum als auch Investitionen in der ersten Jahreshälfte 2013 positiv zum Wachstum beitragen. Auch China profitiere von Wachstumsimpulsen der neuen Regierung. Um jedoch die Wende von einem export- zu einem konsumorientierten Wirtschaftsmodell zu bewerkstelligen, würden weitere tief greifende Reformen nötig sein.
Euroland erhole sich ebenfalls, wenn auch auf tiefem Niveau. Doch die zunehmenden Erwartungen eines starken und lange anhaltenden Aufschwungs seien verfrüht. Die notwendige fiskalische Konsolidierungspolitik werde bis Jahresende das Wachstum der Weltwirtschaft dämpfen. Der so genannte "Sequester" werde in den USA das Wachstum abbremsen, was auch auf Euroland durchschlagen sollte. Weil ohne Wachstum kein Euro-Mitglied seinen Schuldenstand eindämmen könne, sei in der zweiten Jahreshälfte eine Rückkehr der Eurosorgen zu erwarten.
Dr. Jan Amrit Poser, Leiter Research und Chefökonom der Bank Sarasin: "Dieses Jahr wird erneut mit einer Wachstumsdelle im zweiten Halbjahr aufwarten. Zu groß sind die den Konsum dämpfenden Effekte, die wir angesichts der notwendigen fiskalischen Konsolidierung erwarten müssen."
Philipp E. Bärtschi, Chefstratege der Bank Sarasin: "Insgesamt erwarten wir, dass die wichtigsten Aktienindices Ende Jahr tiefer als zu Jahresbeginn notieren werden. Wir sind aber überzeugt, dass es möglich ist, im zweiten Quartal mit der richtigen Aktienauswahl eine positive Rendite zu erzielen."
Euroland werde sich in der zweiten Jahreshälfte der Abschwächung der US-Wirtschaft nicht entziehen können. Damit werde auch ein Rückgang der deutschen Renditen gegen das Jahresende einhergehen. Mit einer Verschlechterung des konjunkturellen Umfeldes dürften sich auch die Schweizer Zinsen wieder nach unten orientieren. Die Attraktivität der Schwellenländer hingegen bleibe - trotz der Ernüchterung im ersten Quartal - ungebrochen.
Im Rahmen des Sarasin Konjunkturszenarios sei zu erwarten, dass die ökonomischen Vorlaufindikatoren in den kommenden Monaten ihren Zenit erreichen würden. Defensive Währungen würden wieder gefragt sein. Der Schweizer Franken werde in Richtung Untergrenze steigen. Im Notfall sei die Nationalbank zu erneuten Devisenkäufen gezwungen. Auch der Japanische Yen werde auf den Prüfstand gestellt. Er dürfte sich aufwerten, sobald der Risikoappetit an den Finanzmärkten nachlasse. Die Wachstumsängste dürften auch dem USD zugute kommen, da der Greenback negativ mit den Aktienmärkten korreliere.
Beim Euro würden hingegen Währungsverluste drohen, da eine schwächere Wirtschaft die Schuldenkrise wieder entfachen könnte. Auch die zyklischen Währungen GBP, SEK (Schwedische Krone) und AUD (Australischer Dollar) würden unter dem konjunkturellem Gegenwind leiden. Die asiatischen Schwellenländerwährungen würden von den soliden Fundamentaldaten der jeweiligen Länder langfristig profitieren.
Die globalen Aktienmärkte hätten im ersten Quartal 2013 trotz wieder aufgekommener Eurosorgen deutlich zulegen können. Die Frage stehe im Raum, ob es zu der langersehnten "großen Rotation" kommen werde und der nächste Bullenmarkt bevorstehe? Aufgrund des konjunkturellen Rückenwindes, des Umfeldes tiefer Zinsen und der entsprechend hohen Risikoprämien sei davon auszugehen, dass die Aktienmärkte vorerst auf ihrem Aufwärtstrend bleiben würden. Sobald der fiskalpolitische Gegenwind jedoch überhand nehme, stünden Enttäuschungen an.
Die Aktienmärkte würden dem gleichen saisonalen Muster wie in den letzten drei Jahren folgen. Der Trend hin zu wachstumsstarken Dividendentiteln dürfte sich sodann fortsetzten. Solche Aktien seien besonders in den Sektoren Verbrauchsgüter, Gesundheit und Versicherungen zu finden. Immobilienaktien hätten sich dem tiefen Zinsumfeld bereits angepasst und würden das geringste Aufwärtspotenzial aufweisen, weswegen die Bank Sarasin den Sektor untergewichte. Trotz der schwachen Performance im ersten Quartal 2013 sehe die Bank Sarasin bei Schwellenländer-Aktien das größte Potenzial. Entscheidend sei dabei die Nachrichtenlage in China.
Zwei Gründe würden dafür sprechen, dass die Rally des SMI auf einmaligen Effekten basiert habe. Erstens habe die Abschwächung des handelsgewichteten CHF in den letzten Monaten zu einer Steigerung der Gewinnerwartung geführt. Letztere würden sehr sensibel auf den CHF reagieren, weil Schweizer Konzerne einen Großteil ihrer Gewinne im Ausland erzielen würden.
Der zweite Grund für die stärkere Wertentwicklung der defensiven Märkte sei die Jagd nach Rendite gewesen. Denn neben Wachstumshoffnungen sei der Anstieg an den globalen Aktienmärkten im ersten Quartal 2013 insbesondere von einem Rückgang der Risikoprämien getrieben gewesen. Solche Aktien seien besonders in den Sektoren Verbrauchsgüter, Gesundheit und Versicherungen zu finden. Da der SMI und FTSE im Vergleich zum MSCI World eine relativ hohe Gewichtung in diesen Sektoren aufweisen würden, hätten beide besonders von Geldzuflüssen profitieren können. (09.04.2013/alc/a/a)


