Das Thema Inflation in seinen diversen Ausprägungen steht im Fokus


28.06.21 10:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Während heute gähnende Leere auf dem Datenkalender herrscht, geht es in den kommenden Tagen Schlag auf Schlag, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Diesseits des Atlantiks stehe zweifellos die vorläufige Juni-Inflation für die Eurozone im Fokus (Mi). Auch wenn Lieferengpässe und Kostendruck die Schlagzeilen dominieren, dürfte die Teuerung im Juni (und Juli) nicht weiter nach oben klettern. Zwar würden Energiepreise auch in den kommenden Monaten inflationserhöhend wirken, der Effekt lasse aber sukzessive nach. Zudem sei es im Juni und Juli des Vorjahres zu einer überdurchschnittlichen Preisdynamik gekommen, heuer dürfte das Preismuster wieder stärker dem üblichen saisonalen Verlauf folgen, was im Vorjahresvergleich zunächst eine etwas niedrigere Teuerungsrate zur Folge haben sollte. Allerdings sei im August wieder mit einem Sprung nach oben zu rechnen.

Dass abseits der saisonalen Inflationsmuster das Thema Inflation in seinen diversen Ausprägungen (Inputpreise, Verkaufspreiserwartungen) sowohl von Unternehmen als auch Verbrauchern immer drängender gesehen werde, dürfte eine zentrale Schlussfolgerung der morgigen Stimmungsumfragen (Juni) der EU-Kommission sein. So seien beispielsweise die Verkaufspreiserwartungen in der Eurozone über alle Branchen hinweg seit März deutlich angestiegen und lägen auch im Einzelhandel sowie im Dienstleistungsbereich auf einem klar überdurchschnittlichen Niveau. Die Sicht der Unternehmen und Verbraucher auf die (zukünftige) Preisentwicklung sollte im aktuellen Umfeld wohl ebenso viel Beachtung finden wie die Tatsache, dass das gesamte Euro-Wirtschaftsvertrauen getragen von weiteren Stimmungsverbesserungen des Dienstleistungs- und Konsumentenvertrauens (vorläufige Zahlen zum Konsumentenvertrauen seien bereits letzte Woche veröffentlicht worden) den höchsten Stand seit Dezember 2017 erreichen und damit langsam das Allzeithoch von Mitte 2000 ins Visier nehmen dürfte.

Nicht minder spannend werde es in den USA, wobei dort der Fokus klar auf der zweiten Wochenhälfte liege. Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe (Do) dürfte gemäß Konsenserwartung einen leichten Rückgang auf hohem Niveau verzeichnen, wobei auch hier den Sub-Komponenten zu Lieferengpässen und Preisdruck wohl genauso viel Aufmerksamkeit beigemessen werde, wie dem gesamten Indexwert. Das US-Datenhighlight sei aber natürlich der Arbeitsmarktbericht für den Monat Juni am Freitagnachmittag, erwartet werde ein Beschäftigungsanstieg von 600 Tsd. nach 559 Tsd. im Mai. (28.06.2021/alc/a/a)