Nach der Tagung des EZB-Rats ist vor der Sitzung des FOMC


24.07.17 08:30
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die Spekulationen über den geldpolitischen Kurs der EZB sowie den Termin, an dem weitere Details zur Zukunft des QE-Programms bekannt gegeben werden, werden sich zwar fortsetzen, doch in den kommenden Tagen werden diese in den Hintergrund gedrängt, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Schließlich stehe morgen und übermorgen die Tagung des FOMC an. Da keine Pressekonferenz angesetzt sei, dürfte es zwar keine bahnbrechenden Neuigkeiten geben. Allerdings sei zumindest ein Thema von größerem Interesse, zu dem sich die FED "eigentlich" äußern müsste: Der Starttermin für den Abbau der Notenbankbilanz. Das Vorgehen sei ja bereits nach der letzten Tagung des FOMC skizziert worden. Die FED werde sehr behutsam vorgehen und wahrscheinlich erst einmal die Reaktion der Märkte betrachten. Sie müsste nun aber ankündigen, wann es losgehe. Notenbanken würden sich naturgemäß versuchen, größtmögliche Freiheitsgrade bei der Gestaltung ihrer Geldpolitik zu bewahren. Allerdings möchten sie die Märkte auch nicht überraschen. Dementsprechend bestehe durchaus begründete Hoffnung, dass die Notenbanker am Mittwochabend konkreter würden. Ansonsten werde es von der FED wenig Neues gehen. Die Stimmen, die sich Sorgen über die geringe Teuerungsdynamik machen würden, dürften etwas lauter werden. Eine Änderung des Kurses der FED sei jedoch nicht zu erwarten.

Immerhin werde es heute aus dem Euroraum wieder einmal positive Nachrichten geben: Die vorläufigen Werte der Markit-Einkaufsmanagerindices für das Dienstleistungs- und das Verarbeitende Gewerbe für den Juli würden veröffentlicht. Der Aufschwung im Euroraum dürfte sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Sollten die Indikatoren etwas anderes anzeigen, wäre das eine handfeste Überraschung. Zu erwarten sei das jedenfalls nicht. In einem Update zum World Economic Outlook habe der IWF seine Wachstumsprognosen aus dem April des Jahres bestätigt und die Anpassungen vorgenommen, die sich in den letzten Monaten aus den Level IV-Konsultationen ergeben hätten. Für weite Teile der Welt sei der IWF etwas optimistischer geworden, nur für die USA nicht. Neue Informationen seien das insgesamt nicht.

Ansonsten dürften sich die Blicke der Investoren weiter auf die Berichtssaison richten. Auch die US-Administration bleibe so kurz vor der Sommerpause im Fokus. Schließlich solle in der laufenden Woche die Abstimmung über die vollständige Abschaffung von Obamacare nach einer Überganzfrist von zwei Jahren im Senat stattfinden. Ob der republikanische Mehrheitsführer im Senat die Zustimmung von mindestens 50 Senatoren erhalte, gelte zurzeit als unwahrscheinlich. Es sei also durchaus denkbar, dass der Kongress in die Ferien gehe, ohne dass eine zentrale Zusage aus der Wahlkampagne des US-Präsidenten umgesetzt worden sei.

Außerdem würden sich die Zeichen dafür mehren, dass Griechenland via Syndikat bald an den Kapitalmarkt zurückkehre. Die Gerüchte und Spekulationen habe es bereits länger gegeben. Nun solle das Land die Banken ausgewählt haben, die die Emission begleiten sollten. Immerhin sei das Rating des Landes am Freitag von S&P Global bestätigt und der Ausblick auf "positiv" angehoben worden.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte nur wenig verändert in die Woche starten. Die Zurückhaltung der Anleger bleibe nun wegen der Tagung des FOMC bestehen. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 161,70 und 162,95 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,19% und 2,30% schwanken. (24.07.2017/alc/a/a)





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