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Steigende Treasury-Renditen erinnern Anleger an potenzielle Risiken


19.01.21 11:45
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - Für Chris Iggo, CIO AXA Investment Managers Core Investments, steht diese Woche ein Lieblingsthema im Fokus: Steigende Treasury-Renditen, die Anleger an potenzielle Risiken erinnerten, obwohl die Volatilität weiterhin sehr niedrig sei.

Der Risk-on-Trade bleibe bisher jedoch auf Kurs. Nachdem die Experten von AXA Investment Managers in der vergangenen Woche eine bullische Sichtweise für Aktien und Unternehmensanleihen mit höherem Beta dargelegt hätten, seien die Nachrichtensendungen aktuell sehr unangenehm. Die Infektionsraten seien nach wie vor hoch und die Hospitalisierungsraten hätten in vielen Ländern jene der ersten Welle übertroffen.

Um die aktuelle Situation nicht herunterzuspielen, sei daher wichtig, dass die Einschätzung der Experten von AXA Investment Managers darauf basiere, dass die Impfstoffe funktionieren und die Auswirkungen der Pandemie im Laufe des Jahres 2021 reduzieren würden. Ohne das Schicksal herausfordern zu wollen, sehe es so aus, als ob die tägliche Zahl der positiven Tests in Großbritannien ihren Höhepunkt erreichen könnte. Ein ähnliches Muster zeichne sich vielleicht auch in anderen Ländern ab, einschließlich der USA.

Die Märkte würden sich derweil optimistisch verhalten und Chris Iggos Präferenz für Aktien gegenüber Anleihen habe noch immer Bestand. Negative Realzinsen, die Erwartung einer Realisierung des Nachholbedarfs und ein positives Gewinnmomentum seien nach wie vor die Hauptgründe für eine positive Haltung gegenüber Aktien.

Aber es gebe noch ein weiteres Thema, die 10-jährigen Treasury-Renditen. Da Chris Iggo aus dem Bereich der festverzinslichen Wertpapiere komme, schreibe er gerne viel über Treasuries. Es genüge jedoch zu wissen, dass sie wahrscheinlich weiter steigen würden. Die aktuelle Stärke von Wirtschaftsindikatoren wie dem ISM-Index, die Wahrscheinlichkeit erheblicher fiskalischer Anreize, eine Verschiebung potenzieller Inflationsergebnisse (nach oben) und die etwas zweideutigeren Kommentare einiger FED-Vertreter darüber, wann ein angemessener Zeitpunkt für das Tapering wäre, würden alle in die gleiche Richtung deuten. Ein einfaches ISM-basiertes Diagramm, das Chris Iggo, CIO AXA Investment Managers Core Investments, verwende, lege nahe, dass die 10-jährige Rendite bereits heute bei rund zwei Prozent liegen sollte.

Chris Iggo glaube nicht, dass höhere Treasury-Renditen ein größeres Problem für die Weltwirtschaft oder risikoreiche Anlagen darstellen würden, solange die Bewegung nicht zu schnell oder zu weit gehe. Es wäre problematisch, wenn die Bewegung durch Maßnahmen der FED ausgelöst würde, dies werde jedoch nicht der Fall sein, solange die Inflation nicht deutlich höher sei. Die aktuelle Bewegung werde von der Erwartung besserer wirtschaftlicher Bedingungen angetrieben. Die Renditen hätten vor der COVID-Krise knapp unter zwei Prozent gelegen und könnten auf dieses Niveau zurückkehren, sobald die Pandemie abgeklungen sei. Die FED könnte sich letztlich gegen eine solche Bewegung stemmen, globale Durations-Investoren könnten verhindern, dass der Markt so stark abverkauft werde, und wenn es eine Aktienkorrektur gebe, würden auch die Renditen nach unten korrigieren.

Chris Iggos Vermutung sei allerdings, dass die 10-jährigen Treasuries bis zum Jahresende zwischen 2 und 0,5 Prozent liegen würden, je nachdem, wie sich die Dinge entwickeln würden. Besser wäre es, wenn es eher die zwei Prozent wären. Kurzfristig bereite die Beziehung zwischen Renditen und Aktien Sorge. Wenn es kurzfristig eine schnelle Bewegung in Richtung 1,5 Prozent gäbe, erwarte Chris Iggo, CIO AXA Investment Managers Core Investments, dass die Aktienmärkte negativ reagieren würden. Dies könnte dann der erste Test für die "buy on dips"-These für dieses Jahr sein. (19.01.2021/alc/a/a)