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Start eines neuen Zinszyklus


11.03.22 12:34
Merck Finck

München (www.anleihencheck.de) - Sicherlich sieht gerade nicht nur die EZB ein 'erhebliches Aufwärtsrisiko' für die Inflation, so Robert Greil, Chefstratege bei der Merck Finck a Quintet Private Bank.

Nachdem die Euro-Währungshüter erst einmal über ihre Anleihekäufe auf die Bremse gehen würden, stehe in den USA kommende Woche bereits die erste Leitzinserhöhung an. "Die FED wird ihren Leitzins auf Basis der höchsten US-Inflation seit vier Jahrzehnten erstmals erhöhen und damit einen neuen Zinszyklus einläuten", sei sich Robert Greil sicher.

Bei der EZB rechne der Chefstratege von Merck Finck dagegen erst im Schlussquartal 2022 mit dem ersten Zinsschritt: "Die Folgen des Russland-Ukraine Konflikts werden das Wachstum in Deutschland und auch in der gesamten Eurozone deutlich abschwächen." Und: "Europa droht nun am meisten Stagflationsdruck - global sollte die Weltwirtschaft aber dank der starken US-Konjunktur und Chinas Stabilisierung auf einem soliden Wachstumskurs bleiben."

Außer der FED am Mittwoch würden nächste Woche auch noch die Bank of England (werde voraussichtlich die dritte Leitzinsanhebung in Folge beschließen) am Donnerstag sowie am Freitag die Bank of Japan tagen.

Daher und natürlich wegen der aktuell alles dominierenden Schlagzeilen rund um den Russland/Ukraine-Konflikt würden die Makrodaten eher in den Hintergrund treten: Deren Highlights seien nächste Woche in Europa die ZEW-Konjunkturerwartungen am Dienstag, Industrie- und finale Inflationszahlen für Februar in der Eurozone am Dienstag und Donnerstag sowie der britische Arbeitsmarktbericht ebenfalls am Dienstag.

In den USA würden auf die Februar-Produzentenpreise am Dienstag tags darauf die Einzelhandelsumsätze sowie am Donnerstag die Industrieproduktion für denselben Monat folgen. Ebenfalls am Dienstag würden in China die Februar-Daten der Industrie und des Einzelhandels publiziert. Und in Japan folge auf die Handelsbilanz am Dienstag am Freitag der Inflationsbericht für Februar.

ZITATE:

"Die FED wird ihren Leitzins auf Basis der höchsten US-Inflation seit vier Jahrzehnten erstmals erhöhen und damit einen neuen Zinszyklus einläuten."

"Die Folgen des Russland-Ukraine Konflikts werden das Wachstum in Deutschland und auch in der gesamten Eurozone deutlich abschwächen."

"Europa droht nun am meisten Stagflationsdruck - global sollte die Weltwirtschaft aber dank der starken US-Konjunktur und Chinas Stabilisierung auf einem soliden Wachstumskurs bleiben." (11.03.2022/alc/a/a)