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Staatsanleihen wieder ertragbringend - USA bleiben vorn
21.03.23 12:15
Berenberg
Hamburg (www.anleihencheck.de) - "Der Zins ist zurück", schrieben wir in der letzten Ausgabe der "Horizonte" und die ersten Wochen des Jahres bescherten denn auch vielen Segmenten eine steigende Nachfrage nach festverzinslichen Papieren, so Martin Mayer, Senior Portfolio Manager Multi Asset, Felix Stern, Leiter Fixed Income Euro Ausgewogen, und Robert Reichle, Leiter Fixed Income Global & Emerging Markets von der Privatbank Berenberg, in der aktuellen Ausgabe von "Horizonte".
Auskömmliche Renditen und wieder interessante Kupons würden trotz zwischenzeitlicher Rückschläge für anhaltende Attraktivität sorgen. Die Analysten der Privatbank Berenberg würden für die kommenden Monate mit positiven Erträgen aus Anleihen rechnen.
Erwartungsgemäß hätten sich die Verluste des Vorjahres im sicheren Staatsanleihesegment während des ersten Quartals nicht fortgesetzt. Zwar sei die zum Jahresstart einsetzende Erholung ab Ende Januar zunächst ausgebremst worden und die Renditen seien anschließend über die Niveaus hinaus geklettert, die sie zur Jahreswende innegehabt hätten, doch dann habe sich die Entwicklung erneut umgekehrt. Im weiteren Verlauf sollte die laufende Verzinsung die Hauptertragsquelle darstellen, wobei eine Rolle spiele, dass sich die Inflation im angelsächsischen Raum früher als in der Eurozone auf den Rückmarsch mache. Dies führe neben einer Entspannung bei langlaufenden Anleihen auch zu einer Divergenz der Notenbankpolitiken.
Die FED und die Bank of England sollten ihre Leitzinsen nach weiterer Anhebung im zweiten Quartal schon in der zweiten Hälfte des Jahres wieder zu senken beginnen, die Europäische Zentralbank jedoch nicht. In der Eurozone würden die Analysten der Privatbank Berenberg bis zum Sommer in der Summe eine Anhebung des Hauptrefinanzierungssatzes auf 4% erwarten, ohne dass es in den Folgemonaten zu einer Wende komme. Insgesamt habe das Segment klar an Attraktivität gewonnen und in allen drei Währungsräumen würden wieder auskömmliche laufende Verzinsungen geboten.
Europäische Unternehmensanleihen im Investmentgrade-Segment hätten sich seit Jahresbeginn gut behaupten können. Die attraktiven Risikoaufschläge und das gestiegene Renditeniveau hätten Investorengelder angezogen. Dies habe zu einem leichten Rückgang der Risikoprämien geführt. Auch wenn die Bewertung inzwischen etwas weniger attraktiv erscheine und das Potenzial für eine weitere Einengung der Renditeaufschläge begrenzt sei, würden die Analysten der Privatbank Berenberg an ihrer positiven Gesamteinschätzung festhalten. Mit über 4% hätten die Renditen von Unternehmenspapieren das höchste Niveau seit mehr als einem Jahrzehnt erreicht. Zudem zeige sich, dass renditeorientierte Anleger, die im Negativzinsumfeld auf Alternativen ausgewichen seien, wieder Interesse an europäischen Unternehmensanleihen zeigen und damit die Nachfrage stärken würden. Diese werde teilweise durch die gut gefüllte Neuemissionspipeline gedeckt und auch die Analysten der Privatbank Berenberg würden weiterhin Neuemissionen favorisieren, da sie einen Renditeaufschlag gegenüber ausstehenden Anleihen bieten würden. Zudem liege ihr Kupon auf dem aktuellen Marktniveau, was nach Jahren sehr niedriger Kupons die Erzielung laufender Erträge stärke.
Innerhalb der Unternehmensanleihen würden die Analysten der Privatbank Berenberg den Finanzsektor präferieren. Die Bilanzqualität europäischer Banken habe sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Neben einer deutlich höheren Eigenkapitalausstattung zeige sich dies auch im Rückgang des Anteils notleidender Kredite, wie die aggregierten Daten der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde zuletzt bestätigt hätten. Auch seien im Vergleich zu Industrieanleihen die Renditen von Finanzpapieren höher und die Laufzeitenrisiken geringer.
Schwellenländeranleihen hätten sich im ersten Quartal in einem Wechselbad der Gefühle befunden. Während der Jahresauftakt noch vielversprechend verlaufen sei und im Rahmen einer allgemeinen Liquiditätsrally alle drei Anlagesegmente, das heiße sowohl Staats- und Unternehmensanleihen in Hartwährung als auch Lokalwährungsanleihen, nach oben gespült habe, habe nach den starken US-Arbeitsmarktzahlen mit steigenden US-Renditen und einem wiedererstarkenden US-Dollar Anfang Februar eine Umkehr eingesetzt. Die Tatsache, dass sich die Marktentwicklung nicht nur in der Auf-, sondern auch in der Abwärtsbewegung über alle Anlagesegmente hinweg als sehr homogen erwiesen habe, zeige, dass die allgemeine Risikostimmung die dominierende Kraft für die Wertentwicklung dargestellt habe bzw. dass der Markt von der Bewegung der US-Renditen und des US-Dollars bestimmt worden sei, während individuelle Länder-, Sektor- oder Währungsrisiken hintenangestanden hätten.
Die Analysten der Privatbank Berenberg würden erwarten, dass sich dies spätestens im zweiten Halbjahr ändere und der Markt an Heterogenität gewinne. In diesem Fall würden die Analysten der Privatbank Berenberg mit Performancevorteilen im Lokalwährungssegment rechnen. Die stark gestiegenen lokalen Renditen würden im Vergleich zum Hartwährungssegment bei geringerer Duration bereits jetzt eine attraktive laufende Verzinsung ("Carry") bieten. Sollten die Zinserhöhungszyklen in den Schwellenländern früher als in den USA und Europa auslaufen, werde neben Carry auch Preisperformance wieder an Bedeutung gewinnen. Somit erscheine den Analysten der Privatbank Berenberg im Laufe des Jahres im Markt für Lokalwährungsanleihen eine sukzessive Erhöhung der Duration opportun, um an dieser Entwicklung zu partizipieren.
Nach der erfolgten "Rückkehr des Zinses" sähen die Analysten der Privatbank Berenberg in allen drei hier besprochenen Anleihesegmenten Opportunitäten. Sichere Staatsanleihen würden wieder interessante laufende Verzinsungen bieten, noch attraktiver allerdings sei der europäische Unternehmenssektor. Hier würden die Analysten der Privatbank Berenberg die Finanzbranche präferieren, außerdem würden sie an Neuemissionen mit Renditeaufschlägen und auskömmlichen Kupons partizipieren. Schwellenländer schließlich würden sich im weiteren Jahresverlauf heterogener als zuletzt entwickeln, wovon insbesondere Lokalwährungsanleihen profitieren sollten. Letztere sowie Unternehmenspapiere würden die Favoriten der Analysten der Privatbank Berenberg bleiben. (Ausgabe Q2/2023) (21.03.2023/alc/a/a)
Auskömmliche Renditen und wieder interessante Kupons würden trotz zwischenzeitlicher Rückschläge für anhaltende Attraktivität sorgen. Die Analysten der Privatbank Berenberg würden für die kommenden Monate mit positiven Erträgen aus Anleihen rechnen.
Erwartungsgemäß hätten sich die Verluste des Vorjahres im sicheren Staatsanleihesegment während des ersten Quartals nicht fortgesetzt. Zwar sei die zum Jahresstart einsetzende Erholung ab Ende Januar zunächst ausgebremst worden und die Renditen seien anschließend über die Niveaus hinaus geklettert, die sie zur Jahreswende innegehabt hätten, doch dann habe sich die Entwicklung erneut umgekehrt. Im weiteren Verlauf sollte die laufende Verzinsung die Hauptertragsquelle darstellen, wobei eine Rolle spiele, dass sich die Inflation im angelsächsischen Raum früher als in der Eurozone auf den Rückmarsch mache. Dies führe neben einer Entspannung bei langlaufenden Anleihen auch zu einer Divergenz der Notenbankpolitiken.
Die FED und die Bank of England sollten ihre Leitzinsen nach weiterer Anhebung im zweiten Quartal schon in der zweiten Hälfte des Jahres wieder zu senken beginnen, die Europäische Zentralbank jedoch nicht. In der Eurozone würden die Analysten der Privatbank Berenberg bis zum Sommer in der Summe eine Anhebung des Hauptrefinanzierungssatzes auf 4% erwarten, ohne dass es in den Folgemonaten zu einer Wende komme. Insgesamt habe das Segment klar an Attraktivität gewonnen und in allen drei Währungsräumen würden wieder auskömmliche laufende Verzinsungen geboten.
Innerhalb der Unternehmensanleihen würden die Analysten der Privatbank Berenberg den Finanzsektor präferieren. Die Bilanzqualität europäischer Banken habe sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Neben einer deutlich höheren Eigenkapitalausstattung zeige sich dies auch im Rückgang des Anteils notleidender Kredite, wie die aggregierten Daten der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde zuletzt bestätigt hätten. Auch seien im Vergleich zu Industrieanleihen die Renditen von Finanzpapieren höher und die Laufzeitenrisiken geringer.
Schwellenländeranleihen hätten sich im ersten Quartal in einem Wechselbad der Gefühle befunden. Während der Jahresauftakt noch vielversprechend verlaufen sei und im Rahmen einer allgemeinen Liquiditätsrally alle drei Anlagesegmente, das heiße sowohl Staats- und Unternehmensanleihen in Hartwährung als auch Lokalwährungsanleihen, nach oben gespült habe, habe nach den starken US-Arbeitsmarktzahlen mit steigenden US-Renditen und einem wiedererstarkenden US-Dollar Anfang Februar eine Umkehr eingesetzt. Die Tatsache, dass sich die Marktentwicklung nicht nur in der Auf-, sondern auch in der Abwärtsbewegung über alle Anlagesegmente hinweg als sehr homogen erwiesen habe, zeige, dass die allgemeine Risikostimmung die dominierende Kraft für die Wertentwicklung dargestellt habe bzw. dass der Markt von der Bewegung der US-Renditen und des US-Dollars bestimmt worden sei, während individuelle Länder-, Sektor- oder Währungsrisiken hintenangestanden hätten.
Die Analysten der Privatbank Berenberg würden erwarten, dass sich dies spätestens im zweiten Halbjahr ändere und der Markt an Heterogenität gewinne. In diesem Fall würden die Analysten der Privatbank Berenberg mit Performancevorteilen im Lokalwährungssegment rechnen. Die stark gestiegenen lokalen Renditen würden im Vergleich zum Hartwährungssegment bei geringerer Duration bereits jetzt eine attraktive laufende Verzinsung ("Carry") bieten. Sollten die Zinserhöhungszyklen in den Schwellenländern früher als in den USA und Europa auslaufen, werde neben Carry auch Preisperformance wieder an Bedeutung gewinnen. Somit erscheine den Analysten der Privatbank Berenberg im Laufe des Jahres im Markt für Lokalwährungsanleihen eine sukzessive Erhöhung der Duration opportun, um an dieser Entwicklung zu partizipieren.
Nach der erfolgten "Rückkehr des Zinses" sähen die Analysten der Privatbank Berenberg in allen drei hier besprochenen Anleihesegmenten Opportunitäten. Sichere Staatsanleihen würden wieder interessante laufende Verzinsungen bieten, noch attraktiver allerdings sei der europäische Unternehmenssektor. Hier würden die Analysten der Privatbank Berenberg die Finanzbranche präferieren, außerdem würden sie an Neuemissionen mit Renditeaufschlägen und auskömmlichen Kupons partizipieren. Schwellenländer schließlich würden sich im weiteren Jahresverlauf heterogener als zuletzt entwickeln, wovon insbesondere Lokalwährungsanleihen profitieren sollten. Letztere sowie Unternehmenspapiere würden die Favoriten der Analysten der Privatbank Berenberg bleiben. (Ausgabe Q2/2023) (21.03.2023/alc/a/a)


