Staatsanleihen Tschechische Republik moderate Inflationsrate


14.02.12 10:58
Anleihencheck Research

Westerburg (anleihencheck.de) - Für den Analysten von Anleihencheck Research, Dieter Dziendziol, ist die Staatsanleihe (ISIN CZ0001001143 / WKN A0D1ML) von Tschechien ein interessantes Investment innerhalb der EU.

Die Staatsanleihe, in Tschechischen Kronen (CZK) ausgegeben von der Republik Tschechien, trage einen festen Kupon von 3,8% und werde am 11.04.2015 zur Rückzahlung fällig. Das zu 10.000 CZK (nominal ca. 399 EUR) gestückelte Papier notiere derzeit bei 105,64% und biete damit eine Rendite von gut 2%. Die Zinszahlungen würden jährlich erfolgen, nächster Kupontermin sei der 11.04.2012. Die Bonitätseinstufung für Tschechien werde von den Ratingagenturen Moody's bei "A1" (upper Medium Grade), von Fitch und S&P bei "AA" (middle High Grade) gesehen.

Tschechien, seit 2004 EU-Mitglied, habe die in 2010 begonnene konjunkturelle Erholung auch im letzten Jahr fortsetzen können. Das BIP-Wachstum habe in 2011 bei rund 2% gelegen, wobei die Wirtschaft insbesondere von den stark exportorientierten Bereichen getragen werde. Mit solchen Wachstumszahlen versuche das Land, bis zum Jahr 2013 den EU-Durchschnitt beim BIP pro Kopf zu erreichen. Immerhin liege man hier schon bei 80% des EU-Durchschnitts. In der zweiten Hälfte des abgelaufenen Jahres habe sich die Wachstumsdynamik leicht abgeschwächt, woraufhin von Regierungsseite für 2012 nur noch von einem leichten Wachstum von unter einem Prozent ausgegangen werde. Die Inflationsrate habe im Jahr 2011 bei 1,9% gelegen.

Mit dem für 2012 verabschiedeten Haushalt werde das Haushaltsdefizit bei voraussichtlich 3,5% (2011: 3,7%) liegen. Daran seien die Bemühungen erkennbar, beim Defizit in 2013 wieder unter die Maastricht-Schwelle von 3% zu kommen. Mittelfristig habe man sogar einen ausgeglichenen Haushalt in 2016 zum Ziel erklärt. Die Staatsverschuldung insgesamt habe 2011 60,98 Mrd. EUR oder ca. 38,9% des BIP betragen. Ähnlich wie bei anderen EUR-Anwärtern, sei u.a. aufgrund der EUR-Krise und der konjunkturellen Lage derzeit keine Zielplanung zum Beitritt in die Gemeinschaftswährung im Gespräch.

Als wichtigster Handelspartner gelte Deutschland mit rund 30% Anteil am tschechischen Außenhandel. Im bilateralen Handel mit Deutschland werde für 2012 mit einem Volumen von 60 Mrd. EUR gerechnet. Die Fertigungsindustrie zähle immer noch zu den wichtigsten wirtschaftlichen Aktivitäten Tschechiens, insbesondere die Automobilindustrie sowie die Werkzeugmaschinen- und Maschinenbauindustrie. Die Eisen- und Stahlindustrie spiele in Mähren - im Osten des Landes - eine große Rolle. Für die Exportindustrie strebe man eine stärkere, internationale Verteilung außerhalb der EU an, da derzeit rund 84% aller Exporte in die EU gehen würden.

Die Tschechische Krone habe im vergangenen Jahr gegenüber dem EUR etwas nachgegeben und seit Jahresbeginn 2012 wieder Boden gutgemacht. Insofern sei die o.a. Staatsanleihe auch mit einem gewissen Währungsrisiko behaftet.

Nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research ist nicht nur Prag eine Reise, sondern die o.a. 3,8%ige Staatsanleihe der Tschechischen Republik auch eine Überlegung wert. (Analyse vom 14.02.2011)


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(14.02.2012/alc/a/a)